„Als Anleger sollteman sich intensiv mit der Zukunft beschäftigen, denn diese wird am Kapitalmarktgehandelt. Die Erfahrung zeigt, dass Anlageentscheidungen vor allem durchzukünftige Erwartungen beeinflusst werden. An der Börse werden bevorstehendewirtschaftliche oder auch gesellschaftliche Entwicklungen stetsvorweggenommen.“

Deshalb liegen die Chancen der Anleger speziellin der Investition in zukunftsfähige Branchen und innovative Unternehmen. SoJürgen Rupp, Teamleiter Wertpapier Consulting bei der Raiffeisen LandesbankVorarlberg, im Gespräch mit den VN.

Und Rupp weiter:„Durch die Corona-Krise wurde ein Teil der zukünftigen Entwicklungen in denUnternehmen bereits jetzt vollzogen. Neue digitale Geschäftsmodelle entstehenin kürzester Zeit, neue Konzepte gemeinsamen Arbeitens werden von heute aufmorgen gelebt, Restaurants stellen auf Lieferservices um, regionaleLieferketten werden etabliert. Impfstoffe wurden in einem Tempo entwickelt, wiees für viele undenkbar schien.

Steigende Kurse

„Auch zu unserem Alltag ­gehören jetzt Dinge, diewir niemals so bald erwartet hätten. Diese erst für die weitere Zukunftgedachten Innovationen wurden auch an den Aktienmärkten bereits mit deutlichsteigenden Aktienkursen begleitet.“

Jedenfalls leben und arbeiten wir in zehn Jahrenin einer ganz anderen Welt. Unser Leben wird dann noch sehr viel digitaler,virtueller und datenorientierter sein. Viele der Technologien gibt es schon,doch innovative Unternehmen haben noch sehr viel Potenzial größer zu denken undmit ihren Innovationen auch zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen.

Neue Treiber entstehen

Daraus entstehen viele neue Treiber für einenWandel in der Wirtschaft und den Zivilgesellschaften. Unternehmen können mitihren Innovationen in den großen Themen wie Mobilität, Digitalisierung undÖkologie für Investoren einen finanziellen sowie auch gesellschaftlichenMehrwert bieten.

Rupp: „Speziell im Bereich der erneuerbarenEnergien etabliert sich ein globaler Megatrend. Die Welt steht hier zwar noch amAnfang, aber in Zukunft werden größtenteils erneuerbare Energien die Weltversorgen. So haben einige europäische Regierungen ehrgeizigeDekarbonisierungsziele. Die Erneuerbare-Energie-Richtlinie verlangt, dass inder Europäischen Union 2030 mindestens 38 Prozent der Energie aus erneuerbarenQuellen stammen soll. Der europäische ,Grüne Deal‘ ist die Wachstumsstrategiein Richtung dekarbonisierte Wirtschaft. Europa hat als erster Kontinentangekündigt bis 2050 klimaneutral zu sein. Europa lässt seinen Worten zurKlimapolitik durch Innovation und Investitionen auch schon erste Taten folgen.“

Energierevolution in den USA

Auch in den USA will US-Präsident Joe Biden dieerneuerbaren Energien voranbringen und verspricht eine Energie­revolution. Inden USA sind bisher 73 Mrd. Dollar für den Ausbau und Erneuerung desEnergienetzes vorgesehen. Ebenso hohe Investitionen in Windenergie-Projektesowie der Ausbau von Ladestationen für Elektroautos.

Auch das weltweite Stromnetz, das 80 MillionenKilometer Übertragungsleitungen umfasst, muss für die neuen Energiequellen unddie Smart-Grid-Technologie (intelligente Stromnetze für die dynamischeSteuerung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch) aufgerüstet werden.Zudem müssen Investitionen in die Energiespeicherung signifikant steigen.

Der Versorgersektor befindet sich in einemausgeprägten Innovationsschub. Die Fiskalprogramme der Regierungen schaffenlangfristig sichere und attraktive Rahmenbedingungen für den Sektor. Dasbedeutet, dass Versorger mit der richtigen Strategie überdurchschnittlichwachsen und langfristig hohe Erträge erzielen können. Diese Anbieter von „SmartEnergy“ werden auch der Antreiber für die moderne Mobilität sein.

„In zehn Jahren werden in den großen Metropolenzahlreiche Flotten autonomer Elektrofahrzeuge fahren.

Selbstfahrende Autos werden Computer auf Rädernsein. Zurzeit sind die Marktführer nicht börsennotierte Töchter andererUnternehmen wie etwa Waymo, das zu Alphabet gehört oder Zoox zu Amazon. EinInvestor kann also noch nicht auf rein autonomes Fahren setzen. Generell dürfteder weltweite Elektroauto­absatz in den nächsten zehn Jahren um jährlich 30Prozent wachsen.

Der Rückgang der Batteriekosten sowieNeuentwicklungen können Elektrofahrzeuge kosteneffizient machen. Langfristig könntedas Wachstum auch noch sehr viel stärker sein als erwartet. Global fahrenderzeit 1,36 Mrd. Autos, davon sind derzeit erst elf Mill. Elektroautos“,blickt Rupp in die Zukunft.

Innovationen gewinnen

In Zukunft werden Elektro- und Hybridmotoren auchin Passagierflugzeugen sowie Schiffen eingesetzt werden. In der gesamtenWertschöpfungskette wird es somit Gewinner in vielen Branchen geben. DieserTrend zu alternativen Energien lässt sich auch an den Finanzmärkten beobachten.Während Ölunternehmen zum Teil deutlich an Börsenwert verloren haben, gewinnenneue innovative Unternehmen deutlich.

„Anleger haben die Chance mit Aktien dieserUnternehmen in den nächsten Jahrzehnten überdurchschnittlich hohe Renditen zuerzielen. ,Smart Energy‘-Fonds bieten hier, aufgrund ihrer breiten Streuung indiesem Segment, ein ideales Investment. Diese Fonds investieren weltweit inerster Linie in Aktien von Unternehmen, die intelligente Lösungen bzw. Produktezur Reduktion energiebedingter Treibhausgase anbieten.

Trotz der überaus positiven Aussichten im Bereich,Smart Energy‘ und der E-Mobilität sollte der Anleger in seinem Portfolio aufeinen breiten Branchenmix achten“, rät Jürgen Rupp abschließend.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel