"Hallo, mein Name ist Angela Marlier, ich bin 43 Jahre alt und rauche seit 25 Jahren“. So oder so ähnlich könnte meine Vorstellung in einer Suchtgruppe für Raucher*innen klingen. Was zunächst als neugieriges Ausprobieren oder – rückblickend betrachtet – jugendlicher Leichtsinn an der heimatdörflichen Bushaltestelle begann, hat sich über die Jahre in eine ernsthafte Abhängigkeit verwandelt. Da mache ich mir nichts vor. Mein Körper braucht das Nikotin. In Stresssituationen oder bei einem Glas Wein in Gesellschaft ganz besonders.

Mein Körper spürt inzwischen aber auch, dass diese Sucht Spuren hinterlässt. Eine Bronchitis entwickelt sich zu einem langanhaltenden Raucherhusten, der mit der ursprünglichen Entzündung der Schleimhäute nichts mehr zu tun hat. Die Angst vor ernsteren gesundheitlichen Folgen wächst.

Kurz: Ich will aufhören. Das ist mein fester Vorsatz für das Jahr 2021. Ich will keine Raucherin mehr sein, obwohl ich doch mit Leidenschaft dabei bin.

In Nikotinpflaster oder Hypnose habe ich kein rechtes Vertrauen. Schon zu viele meiner Leiden(schaft)sgenoss*innen sind damit gescheitert.

Doch wie verabschiede ich mich dauerhaft von meiner Sucht? Die Lösung liegt nah. In den Straßen Hamburgs begegnet sie mir fast täglich – auf Werbeflächen, aber eben auch in den Händen und Mündern derer, die ihre Nikotinsucht in den Griff bekommen wollen.   

Tabakerhitzer versprechen, eine weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten zu sein. Das ist ein verlockendes Angebot, dass ich im Zuge meiner geplanten Entwöhnung gerne annehmen möchte. Doch wie funktioniert eigentlich diese gut vermarktete Revolution für Raucher*innen? Ich mache den Test und entscheide mich für die neueste Version eines Tabakerhitzers von IQOS.

Was verspricht der Tabakerhitzer?

IQOs verspricht nicht eine Entwöhnung von Nikotin. Das sagt bereits der Name, der für "I quit ordinary Smoking” (zu Deutsch: "Ich höre mit gewöhnlichem Rauchen auf“) steht.

Ich verspreche mir durch den Wechsel von der Zigarette zum Tabakerhitzer eine Reduzierung meiner Rauchgewohnheiten und weniger Schadstoffe in meinem Körper.

Der Hersteller hat ein Gerät entwickelt, was der E-Zigarette auf den ersten Blick ähnlich ist. Der Unterschied ist jedoch entscheidend für mich als langjährige Raucherin. Bei der Elektro-Alternative wird das sogenannte E-Liquid verdampft. Dieser Dampf mit Geschmacksrichtungen von Ananas bis Zuckerwatte kann mich als Tabakgenießerin nicht gerade vom Stuhl reißen.

Deswegen überzeugen mich die kleine Mini-Zigaretten, die sogenannten "Heets“, die in meinen Erhitzer eingesetzt werden. Ihre Inhaltsstoffe: Tabak und Propylenglykol, ein Stoff der übrigens auch in den E-Liquids zu finden ist. Raucher wie ich, die umsteigen wollen, sollen ein authentisches Nikotingefühl vermittelt bekommen. Der Clou und einer der interessantesten Punkte für mich: Dabei sollen nicht die Schadstoffe der Verbrennung produziert werden.

So funktioniert das schadstoffarme Rauchen

Mein Gerät erhitzt den Tabak durch ein patentiertes Verfahren, das Heat-Control-System, auf Werte zwischen 300 und 350 °C. Zum Vergleich: Tabak bei herkömmlichen Zigaretten verbrennt bei Temperaturen von etwa 800 Grad Celsius. Als Folge entsteht Tabakdampf, der mir den authentischen Geschmack echten Tabaks suggerieren soll.

Der Effekt der Erhitzung: Es sollen nur noch vermindert Schadstoffe freigesetzt werden als bei der Tabakverbrennung, wie der Hersteller Philip Morris behauptet. Bis zu 95 Prozent weniger schädliche oder potentiell schädliche Stoffe, als bei einer klassischen Zigarette, wirbt das Unternehmen. Hört sich erst einmal gut an.

Raus aus der stinkigen Raucher-Ecke

Ein aus diesem speziellen Erhitzungsverfahren resultierender Vorteil für viele Raucher*innen: Die Zeiten der Ächtung aufgrund nach Tabak riechender Hände, Münder oder Klamotten sind vorbei. Kein Feuer bedeutet keine Asche. Der Zigaretten-Rauchgeruch ist passé, verspricht der Hersteller. Das freut tatsächlich meine Umwelt, vor allem meine Mutter beim nächsten Besuch in der Heimat.

Der Tabakerhitzer im Praxis-Test

Ich habe meinen Tabakerhitzer vier Wochen lang einem Test unterzogen und muss ehrlich zugeben: Als langjährige Raucherin muss man sich erst einmal daran gewöhnen.

Zunächst aber bin ich als Freundin eines modernen Packagings begeistert von dem angelieferten Produkt. Das Design scheint angelehnt an der IPhone-Box von Apple. Das Auspacken erinnert an die aufgeregte Vorfreude beim fast rituellen Unboxing des Kult-Telefons. Und auch im Innern findet sich eine ähnlich strukturierte Aufmachung wie bei der hochwertigen Handyinnovation aus Cupertino im kalifornischen Silicon Valley.

Darin verbergen sich Pocket Charger (Taschen-Ladegerät), Holder (Heets-Halter) sowie Lade- und Reinigungszubehör.

Ich habe mich für die schicke Bronze Limited Edition entschieden. Ich will direkt loslegen und schnappe mir die beigefügte bebilderte Bedienungsanleitung. Ich stelle fest: Für das Lesen dieser Art von vermeintlich simpler Erklärung scheine ich nicht pfiffig genug zu sein. Eine YouTube-Anleitung muss her und ich finde sie direkt beim Hersteller-Kanal. 

Der Tabakerhitzer ist nach kürzester Zeit bereit für den ersten rauchfreien Zug – und der wird vermutlich jeden Raucher zunächst einmal auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Der Geschmack ist nicht vergleichbar mit dem einer gewöhnlichen Zigarette. Um es vorsichtig auszudrücken: Ein ländliches Aroma berührt die Geschmacksnerven. Ein erster Gedanke: "Das schmeckt irgendwie nach Heu“.

Mitgeliefert wurden in meiner Lieferung jeweils zwei Schachteln der sieben verschiedenen angebotenen Tabaksorten. Eine Packung enthält 20 Tabaksticks. Geworben wird mit Geschmacksrichtungen von "kräftig-gereift bis sanft-ausgewogen“.

Ich habe natürlich alle Sorten am ersten Tag durchgetestet. Hängen geblieben bin ich bei einer stärkeren Sorte, die für mich am intensivsten schmeckt. Unabhängig vom zunächst befremdlichen Geschmack überzeugt mich die unmittelbare Nikotinbefriedigung. Diese steht der einer Zigarette in nichts nach.

Ein Tabakstick liefert 14 Züge und kann ungefähr sechs Minuten lang konsumiert werden. Im Vergleich zu einer üblichen Zigarette kommt mir jedoch der Rauchgenuss kürzer vor. Trotzdem reicht mir die limitierte Konsumeinheit vollkommen aus. Ist das die Lösung für eine langsame Reduzierung meiner Sucht? Ich habe Hoffnung.

Ein bereits von den verschiedenen Herstellern angepriesener großer Pluspunkt bestätigt sich: Es entsteht kein Tabakgeruch. Hände und Kleidung bleiben nach dem Rauchen mit dem Tabakerhitzer herrlich frisch, falls zuvor gewaschen natürlich. Kein Grund für Nichtraucher, die Nase zu rümpfen. Ich werde so langsam gesellschaftsfähig.

Der Nachteil: Das Aufladen. Gerade wenn man unterwegs ist und keine Steckdose in der Nähe zu finden ist, wird es brenzlig – oder eben auch nicht, denn ohne Strom keine Tabakerhitzung. Die Laufzeit des Chargers ist natürlich begrenzt.

Und trotzdem gebe ich meinem Tabakerhitzer auch weiterhin eine Chance. Nutzer berichten, dass sie durch diese Form der Suchtbefriedigung ihren Nikotinkonsum über Wochen und Monate minimieren konnten. Einige von ihnen haben am Ende sogar mit dem Rauchen aufgehört. Zugegebenermaßen mit zusätzlicher Hilfe von Rauchfrei-Seminaren, Nikotinpflastern oder Rauchfrei-Apps. Deren Berichte allerdings lassen mich hoffen, dass auch ich auf einem guten Weg bin, rauchfrei zu werden. Ganz sanft mit meinem Tabakerhitzer – und jeder Menge starkem Willen.

Verwendete Quellen:iqos.com

  • Rauchen
  • Tabak
  • Neujahr
  • Vorsatz

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