Wann ist eine Infrarotheizung sinnvoll?Diese Frage ist ein Klassiker in der Energieberatung – auch im Zusammenhang mitSanierungen. Willi Schlader, Haustechnikexperte im Energieinstitut Vorarlbergzu den Vor- und Nachteilen von Infrarotheizungen.

Was ist eine Infrarotheizung eigentlich genau?

Willi Schlader: „Infrarotheizung“ ist eine neue, gefälligeBezeichnung für eine bestimmte Stromdirektheizung. Stromdirektheizungen sindlaut Bautechnikverordnung in Vorarlberg als Hauptheizsystem allerdings nurunter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Wann macht eine Infrarotheizung in der Sanierung Sinn?

Schlader: Infrarotheizungen sollten bei ­Sanierungen nur inEinzelfällen und allenfalls zur Beheizung einzelner untergeordneter Räume (z.B. Bad, Hobbyraum) zeitlich eingeschränkt eingesetzt werden. Beim Ersatz vonNachtspeicheröfen kann eine Infrarot­heizung eine sinnvolle Alternative sein.Das Nachrüsten eines wassergeführten Systems zur Wärmeabgabe sollte aberjedenfalls in Betracht gezogen werden. Angesichts hoher Förderungen und desüberschaubaren Mehraufwands im Zuge einer Sanierung ist das meist die bessereWahl. Zudem sind auch im Sanierungsfall rechtliche Rahmenbedingungen beimEinbau einer Infrarot­heizung zu beachten.

Was sind die wichtigsten Vorteile einer ­Infrarotheizung?

Schlader: Die vergleichsweise niedrigen Investitionstkosten,wobei die derzeit großzügigen Förderungen von Bund und Land beim Tausch von Öl-oder Stromdirektheizungen das ziemlich relativieren. Infrarotheizungen sindpraktisch wartungsfrei und sie sind sehr reaktionsschnell, sprich: Sie habeneine geringe Aufheiz- oder Abkühlzeit.

Und die Nachteile?

Schlader: Kein Heizsystem hat höhere Energiekosten als eineInfrarotheizung, weil der hochwertige Energieträger Strom eins zu eins in Wärmeumgewandelt wird. Zudem stammt der zusätzlich zum Heizen benötigte Strom imWinter zum großen Teil aus Kohle- oder Gaskraftwerken und ist entsprechend hochmit CO2 belastet. Sie ist also das ­unökologischste Heizsystem –unabhängig davon übrigens, ob eine PV-Anlage am Hausdach installiert ist. InBestandsgebäuden ist aufgrund der ­kleinen Abgabeflächen und der dadurchentstehenden Temperaturdifferenzen im Raum mitunter nur schwer ein behaglichesRaumklima zu erreichen.

Ein kategorisches Nein zur Infrarot­heizung in derSanierung?

Schlader: Nein. Aber wir empfehlen dringend, alle Alternativen davor sorgfältig zu prüfen.  Dabei helfen unsere Onlinewerkzeuge, der „Hexit“ und der „Heizrechner“, bei denen ein Vollkostenvergleich über 20 Jahre die wahren Kosten aufzeigt. Damit gibt es eine objektive Bewertung der verschiedenen Heizsysteme nach eigenen Kriterien. Und natürlich stehen wir am Energietelefon produktneutral und kostenlos für Fragen zur Verfügung.

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