Neues Stadtoberhaupt setzt wichtige Impulse für die Zukunftvon Bludenz und will mit den richtigen Maßnahmen und gezieltenSchwerpunktthemen wie Bildung, Nachhaltigkeit und Umwelt sowie Digitalisierungdie Alpenstadt weiter nach vorne bringen.

Mit einem halben Jahr Verspätung fand im September dieBürgermeisterwahl statt. Simon Tschann ist nun das Bludenzer Stadtoberhaupt.Der 28-Jährige konnte sich in der Stichwahl durchsetzen und führt nunmindestens die nächsten 4,5 Jahre die Stadt Bludenz.

Herr Tschann, wie ist es Ihnen nach der Wahl ergangen? HabenSie sich so die Zeit als Bürgermeister vorgestellt?

Simon Tschann: Eine gute Frage. Nein, niemand hat sich soseine ersten Tage als Bürgermeister vorgestellt, denn niemand hat wirklich andiese Pandemie gedacht. Wie viele andere Gemeinden ist auch Bludenz stark vonden Auswirkungen der weltweiten Covid-19-Problematik betroffen. Dennoch gilt esnun, nach vorne zu schauen und dort zu helfen, wo Hilfe Not tun. Es gilt dierichtigen Maßnahmen einzuleiten und vor allem gemeinsam positiv der Zukunftentgegenzugehen.

Wenn Sie die Zukunft ansprechen, was sind denn in Zukunftdie wichtigsten Vorhaben, die es umzusetzen gilt?

Simon Tschann: Ich habe einige Schwerpunktthemen, die mirganz wichtig sind und mir am Herzen liegen. Das ist einerseits natürlich dieBildung. Außerdem das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt, aber auch der BereichDigitalisierung und natürlich die Wirtschaftsentwicklung der Stadt Bludenz.Über allem steht aber natürlich der Mensch. Wir Bludenzer müssen jetztzusammenstehen – mehr, denn je.

Was sind denn die ersten Vorhaben, die Sie in den letztenWochen mitbestimmt haben?

Simon Tschann: Wir sind jetzt, nachdem im Frühjahr diePlanung ausgeschrieben war, in der konkreten Vorbereitung für denErweiterungsbau der Voksschule Mitte. Das wird ein sehr schönes Schulprojekt.Ich bin aber der Meinung, dass wir hierbei an den gesamten Schulbezirk Mittemit Volksschule, Mittelschule und SPZ denken müssen. Die Idee, dies in Formeines Bildungscampus-Mitte weiterzuentwickeln, liegt aus meiner Sicht auf derHand.

Das Gebäude wird sowohl im Schul-, aber auch imFreizeitbereich einiges umfassen. Was zählen Sie da dazu?

Simon Tschann: Da ist einmal die Volksschule, ein großerTanzraum für den boomenden Tanzunterricht der Musikschule, aber auch dieRäumlichkeiten für die Schülerbetreuung, die immer wichtiger wird. DieseBetreuungsmöglichkeiten sind für Familien heute von besonderer Bedeutung. Esfreut mich, dass wir zudem Vereinen in diesem Gebäude Platz geben konnten.

Ist es also mit der Erweiterung der VS Mitte getan?

Simon Tschann: Nein, bei Weitem nicht. Ich möchte aber auchdaran erinnern, dass wir im nächsten Jahr einen wichtigen Impuls setzen mit derEröffnung der „Zwergenvilla“ in Bings. Das ist gerade für diesen Ortsteil einesehr wichtige Investition und für die Familien in Bings, Radin und auch inunserer Nachbargemeinde Stallehr äußerst wertvoll.

Gebaut wird derzeit auch auf den Bludenzer Sportstätten.

Simon Tschann: Und wie … Die Rodler werden momentan vom Baubeflügelt. Durch die Aussichten auf die neuen Trainingsmöglichkeiten sind sietopmotiviert und eilen von Erfolg zu Erfolg. Wenn es nach den Plänen derEiskanal GmbH geht, wird es noch diesen Winter in Hinterplärsch losgehen. Schongespielt wird – wenn auch coronabedingt nur von wenigen Spitzensportlern – inder neuen Tennistraglufthalle. Beide Projekte wurden von den Vereinenfederführend umgesetzt und die Stadt hat sie dabei unterstützt. So soll essein. Das nenne ich gelungene Kooperation.

Umwelt und Nachhaltigkeit werden von Ihnen immer wiedererwähnt. Wird es da zusätzliche Initiativen der Stadt geben?

Simon Tschann: Ja, richtig. Wir haben mit dem e5-Team einigetolle Projekte in Vorbereitung, sind aber auch schon im vergangenen Herbstkleinflächigere Themen angegangen. Da geht es zum Beispiel um die naturnaheGestaltung von ungenutzten Flächen, wie wir sie etwa beim Stadion Untersteinund beim Gymnasium gemacht haben. Aber auch um weitere Analysen im Bereich derNutzung von Sonnenenergie bzw. von Photovoltaikkraftwerken. Auch in dieseRichtung werden wir weiterdenken. Aus diesem Grund haben wir die Abteilung imBereich Umwelt aufgestockt. Mit Regina Bertsch haben wir eine ausgezeichneteFachkraft für diese Arbeit eingestellt. Es ist mir aber ganz wichtig, dass wirden Umweltbereich mit Wolfgang Maurer als Obmann des Umweltausschusses der OLBbzw. den Grünen zugewiesen haben. Gemeinsam mit Stadträtin MartinaBrandstetter, die für Forst, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft zuständig ist,haben wir ein schlagkräftiges Team. Um das e5-Programm kümmere ich michpersönlich.

Die letzte Stadtvertretungssitzung wurde auf YouTube liveübertragen. Wird das so fortgesetzt?

Simon Tschann: Das ist das Ziel. Die Liveübertragung istaber nur das äußere Zeichen der verstärkten Digitalisierung in der Verwaltung.Vor allem geht es dabei um innere Abläufe und Vereinfachung des Amtsweges fürden Bürger. Dabei sind alle Abteilungen gefordert. Ich setze in diesem Zusammenhangauch auf unsere Schulen. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, wiewichtig die Digitalisierung im Bildungsbereich ist.

Nochmals zu Ihrem Arbeitsalltag. Auch Sie warenvorübergehend abgesondert?

Simon Tschann: Ja, richtig. Das war eineSicherheitsmaßnahme. Ich hatte Kontakt mit dem positiv getestetenVizebürgermeister, blieb aber von der Covid-19-Krankheit verschont. Das ist fürmich ein Glücksfall gewesen. Aber als Bürgermeister gelten meine Sorgen alljenen, die an Covid-19 erkrankt sind. Mein Mitgefühl gilt allen, die durchdiese Krankheit Angehörige verloren haben und mein Einsatz und der Einsatz desTeams im Rathaus gilt der gesamten Bevölkerung der Stadt Bludenz. Aber ich binüberzeugt, dass wir die positive Stadtentwicklung der vergangenen Jahre, diejetzt kurzfristig sehr schmerzhaft durch die Covid-19-Pandemie unterbrochenwurde, im kommenden Jahr fortsetzen können und nachdrücklich zeigen, in was füreiner tollen Stadt-Land-Region wir hier leben. Ich bin zuversichtlich, dass unsdas gemeinsam gelingen wird. Dafür wollen wir alle zusammenstehen undzusammenarbeiten.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel