Bereits seit November sind in Österreich die Hotels und Pensionen wegen der Coronapandemie für Touristen geschlossen. Nach Monatender Ungewissheit ist nun fix, dass sie am 19. Mai wieder öffnen dürfen.

“Wir sind sehr glücklich, dass wir nun zumindest mal ein Öffnungsdatumhaben und hoffen auf eine dauerhafte Öffnung”, sagte dieBranchensprecherin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), SusanneKraus-Winkler, am Freitag zur APA.

Hoteliers erfreut über Öffnungsdatum

“Wir sind auch froh, dass wir die Wellness- und Fitnessbereicheaufsperren können, dass es Veranstaltungen und Gastronomie gibt”, so dieObfrau des WKÖ-Fachverbandes Hotellerie am Freitag. Allerdings muss denUrlaubern im Wellnessbereich eine Mindestfläche von 20 Quadratmeternpro Person zur Verfügung gestellt werden.

Grüner Pass “erleichtert das Zutrittssystem”

Der Grüne Pass für Getestete, Genesene oder Geimpfte, der überall Grundvoraussetzung für die Nutzung des Angebots in den Bereichen Gastronomie, Tourismus, Kultur und Sport sein wird, sei “sicher sehr gut”, so Kraus-Winkler. “Das erleichtert das Zutrittssystem.” Offen sei aber unter anderem auch, ob eine Erstimpfung für den Pass ausreiche, merkte sie an. Als Sicherheitsmaßnahmen hinzu kommen Abstandsregeln (2 Meter), Maskenpflicht und Gruppenbeschränkungen – in der Gastronomie dürfen im Freien höchstens zehn Erwachsene an einen Tisch sitzen, in Innenräumen sind maximal vier Erwachsene plus Kinder an einem Tisch erlaubt.

DiePräsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), MichaelaReitterer, verglich die von der Regierung am Freitag angekündigtenÖffnungsschritte mit einer Tür: “Dahinter liegen Chancen fürZehntausende Betriebe und Hunderttausende Beschäftigte in Tourismus undGastronomie, Sport und Kultur, Airlines und Flughäfen – undHerausforderungen”, so Reitterer in einer ersten Reaktion. “Damit wirdie meistern können, darf nach dem Mega-Lockdown kein Sand ins Getriebekommen”, sagte die ÖHV-Chefin und forderte einen Fahrplan für diekommenden Monate. Sie wünscht sich dringend “eine rasche Rückkehr zueiner auch wirtschaftlich vertretbaren Auslastung”. Das sei derSchlüssel zur Beschäftigung. Kein Betrieb sei auf den 2-Meter-Abstandausgelegt.

Details für Tourismus noch offen

“Als nächster Schritt geht es ganz dringend um die Details – wir brauchen die entsprechenden Verordnungen zwei Wochen vorher, damit wir die entsprechenden Vorbereitungen treffen können”, sagte Kraus-Winkler, die wie Reitterer auch selbst ein Hotel betreibt.

Beim Grünen Pass sei noch “ein ganzes Bündel technischer und rechtlicher Fragen offen”, strich die Branchensprecherin hervor. “Wann kommt er, mit welchen Tools verarbeiten die Hoteliers die Informationen, wann und woher bekommen sie die Hard- und Software? Welche Drittstaaten werden assoziiert, wo soll geworben werden? Werden arabische, britische, chinesische, US-amerikanische Impfzertifikate vor Reiseantritt oder erst auf Flughäfen in Grünen EU-Pässe umgewandelt?”, zählte die ÖHV-Chefin exemplarisch auf.

“Wir gehen davon aus, dass wir offenhaltendürfen, egal wie hoch die Inzidenzzahlen sind”, meinte Kraus-Winkler mitBlick auf die dann bereits bessere Durchimpfung der Risikogruppen inder Bevölkerung. Damit steigen die Einweisungen in die Krankenhäuser beihohen Neuinfektionszahlen nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit.

Freude über Gäste aus dem In- und Ausland

“Der Juni scheint machbar zu sein, der Juni ist schon ein wichtiger Monat – es geht mit dem Inlandstourismus los”, so Kraus-Winkler. “Es sind ja noch vier Wochen bis dahin.” Für die Unternehmen sei es ganz wichtig, dieses Öffnungsdatum zu haben, “damit auch die Mitarbeiter wissen, wann sie klar damit rechnen können, dass es mit ihrem Job weitergeht”.

“Ab 19. Mai freuen wir uns auch wieder auf Gäste aus dem Ausland, die wir dann begrüßen dürfen”, kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der Öffnungsschritte an. Für Einreisende aus Hochrisikoländern bleibt die Quarantänepflicht aufrecht.

Jene Betriebe, die mehr von ausländischen Gästenabhängig sind – wie etwa die Stadthotellerie -, brauchen ein klaresSignal, so Kraus-Winkler. “Es wird natürlich unterschiedlicheGeschwindigkeiten geben in den Regionen, je nach Quellmarkt”, erwartetdie Touristikerin.

(APA/Red)

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