Bei der Oscar-Verleihung wurde Joaquin Phoenix als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. In seiner Dankesrede machte er auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam und erinnerte an seinen verstorbenen Bruder. 

“Ein Kampf gegen Ungerechtigkeiten”

Er habe viel über die Probleme unserer Zeit nachgedacht und dabei festgestellt, dass die beste Lösung sei, wenn sich alle zusammentun und gemeinsam kämpfen würden. “Ein Kampf gegen Ungerechtigkeiten.” Es müsse einen Kampf gegen den Glauben geben, “dass eine Nation, ein Volk, eine Rasse, ein Geschlecht oder eine Spezies das Recht hat, eine andere ungestraft zu beherrschen, zu kontrollieren, zu benutzen oder auszubeuten”. 

Phoenix erklärt weiter, er glaube, dass sich die Menschen “von der natürlichen Welt sehr weit entfernt haben”. Ressourcen werden geplündert und man mache sich einer “egozentrischen Weltsicht schuldig”. Die Menschen seien nicht das Zentrum des Universums, so der “Joker”-Darsteller. “Wir fühlen uns berechtigt, eine Kuh künstlich zu befruchten, wir stehlen ihr Baby, obwohl ihre Angstschreie unverkennbar sind. Dann nehmen wir ihre Milch, die für ihr Kalb bestimmt ist, und schütten sie in unseren Kaffee und unser Müsli.”

Dabei seien die Menschen doch so erfinderisch und kreativ und könnten mit “Liebe und Mitgefühl” als Leitprinzipien durchaus “Systeme der Veränderung schaffen, entwickeln und umsetzen, die für alle fühlenden Wesen und die Umwelt von Nutzen sind”. Doch wir würden Angst haben, dass Veränderungen gleichzeitig auch Verzicht bedeuten würden.

Er bekam selbst eine zweite Chance 

Er verriet, selbst in der Vergangenheit ein “Schurke” gewesen zu sein, bezeichnete sich als “egoistisch” und “grausam”. “So viele von ihnen in diesem Raum haben mir eine zweite Chance gegeben”, erklärte er weiter. Genau das sei der Moment, wenn Menschen am besten seien: wenn sie sich gegenseitig unterstützen und sich nicht für Fehler aus der Vergangenheit bestrafen. “Wenn wir uns gegenseitig helfen zu wachsen, wenn wir uns gegenseitig erziehen, wenn wir uns gegenseitig zur Erlösung führen, ist das das Beste der Gemeinschaft”, sagte Joaquin Phoenix mit zitternder, abbrechender Stimme und Tränen in den Augen. 

Joaquin Phoenix: Er kam in Begleitung seiner Mutter Arlyn Phoenix. (Quelle: Kevork Djansezian/Getty Images)

Erinnerung an verstorbenen Bruder 

Am Ende erinnerte der Hollywoodstar noch an seinen verstorbenen Bruder: “Als er 17 Jahre alt war, schrieb mein Bruder diesen Text. Darin stand: ‘Rettet die Welt mit Liebe und der Frieden wird folgen.'” Nach seinen Worten folgte tosender Applaus aus dem Publikum. 

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Joaquin Phoenix wurde in Puerto Rico geboren. Seine Eltern waren Mitglieder einer Sekte (Children of God) und missionierten für diese. Vier Jahre, nachdem Phoenix auf die Welt kam, wandte sich die Familie von der Bewegung ab und zog nach Los Angeles. Er wuchs mit vier Geschwistern auf. Die Kinder nahmen an Talentshows teil, um Geld zu verdienen. Sein Bruder River starb 1993 im Alter von 23 Jahren. 

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