Streaming-Anbieter „Disney +“ warnt vor Kinderfilmen

Das Medienimperium Disney liefert uns seit Jahrzehnten unzählige Filme zur Unterhaltung, die besonders bei den Kleinsten sehr beliebt sind. Viele der Filme haben mittlerweile Kultstatus erreicht. Gerade wenn es um die Auswahl der Disney-Zeichentrickfilme geht, machen sich Eltern meist wenig Gedanken, ob die Inhalte für die Kleinen angemessen sind. Dabei sind besonders die älteren Streifen nicht uneingeschränkt kinderfreundlich. Einige der Produktionen beinhalten nämlich Darstellungen, die alles andere als harmlos sind. Davor warnt nun auch der Streaming-Anbieter “Disney +” selbst.

Stereotype Darstellungen in "Peter Pan"

Unter anderem bezieht sich die Warnung der Streaming-Plattform auf den Kinderfilm-Klassiker “Peter Pan” aus dem Jahr 1953. Vor dem Start des Films wird bei “Disney +” nun zunächst ein Warnhinweis eingeblendet: “Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen”, lautet die Warnung. “Die Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute.”

Konkret dürfte sich “Disney +” womöglich auf Inhalte wie diese beziehen: In “Peter Pan” sucht der gleichnamige Held nach den verlorenen Kindern, die von einem Indianerstamm entführt wurden. Dabei werden die indigenen Ureinwohner im Original nicht nur “Injuns” – zu deutsch “Rothaut” – genannt, sondern auch als tollpatschig und dumm dargestellt.

Das ursprüngliche Lied “Was macht ein roten Mann rot?” beginnt mit der fragwürdigen Auffassung, dass die ungebildete “Rothaut” – sinngemäß – keine Ahnung von nichts hatte, bis sie den klugen weißen Mann fragte. Die “rote” Hautfarbe wird damit erklärt, dass ein Indianerprinz vor ein paar Millionen Jahren ein Dienstmädchen küsste, das daraufhin errötete. Seitdem seien alle “rot”. Nicht ohne Grund sah sich Disney aufgrund der massiven Kritik gezwungen, das Lied zu verändern: In dem neuen Lied “Was macht einen mutigen Mann mutig?” können die Ureinwohner nun von sich aus Neues lernen, ohne auf die Intelligenz ihrer Unterdrücker angewiesen zu sein.

"Disney +" warnt auch vor "Dumbo"

Auch vor dem beliebten Klassiker “Dumbo” aus dem Jahr 1941 warnt “Disney +”, da auch dieser einige mehr als fragwürdige Darstellungen beinhaltet. Die Namenswahl der Krähe etwa, auf die der gehänselte Elefant Dumbo trifft, hätten sich die Macher durchaus sparen können. Denn “Jim Crow” war damals nicht nur die rassistische Bezeichnung für einen “unterhaltsamen Schwarzen”, sondern steht auch für das bis 1964 anhaltende System der Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen in den USA. Die “Dumbo”-Krähe Jim Crow spricht im Englischen mit einem schwarzen Akzent, genauso wie ihr Chor. Für Missbilligung sorgt auch eine Szene, in der kopflose schwarze Arbeiter – vermutlich Sklaven – darüber singen, wie sie nie das Lesen und Schreiben gelernt haben.

LESE-TIPP: “Dumbo” und “Peter Pan” sind nicht die einzigen Disney-Klassiker, die wegen rassistischer oder sexistischer Inhalte in der Kritik stehen.

Warum "Disney +" die Filme nicht aus der Mediathek entfernt

Doch wenn diese Darstellungen so “falsch” sind, wie der Streaming-Dienst selbst anmerkt, warum die Filme dann überhaupt in der Mediathek anbieten? Das begründet das Unternehmen in seinen Warnhinweisen damit, dass es ihm wichtig sei, die schädlichen Auswirkungen der Stereotype aufzuzeigen, um aus ihnen lernen zu können und Unterhaltungen darüber anzuregen. Die Hoffnung: “Eine integrative gemeinsame Zukunft ohne Diskriminierung zu schaffen.”

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