Forscherteam will absichtlich Mücken züchten

Auf den ersten Blick wirkt die Idee ziemlich absurd: Eine Fabrik in Australien will absichtlich Mücken züchten. Aber warum? Von den Plagegeistern gibt es doch schon genug. Doch die Idee hinter der industriellen Mückenzucht könnte viele Menschenleben retten.

Mücken übertragen lebensgefährliche Krankheiten

Malaria, Dengue-Fieber, Gelbfieber oder das Zika-Virus: Die Liste der mückenübertragbaren Krankheiten ist lang. Vor allem in heißen oder tropischen Regionen grassieren zahlreiche Erkrankungen, die durch Mücken ausgelöst werden – viele von Ihnen können sogar tödlich enden. Immer wieder stecken sich auch deutsche Urlauber mit derartigen Erkrankungen an. Ein australisches Biotech-Unternehmen hat jetzt eine geniale Idee entwickelt, wie Milliarden Menschen in Zukunft geschützt werden könnten.

Wie funktioniert das Verfahren?

Weibliche Mücken – denn nur die stechen – werden mit dem Bakterium “Wolbachia” infiziert. Dieses Bakterium hemmt Viren wie das Zika-Virus oder das Dengue-Virus daran, sich im Körper der Mücken zu vermehren. Dadurch sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass eben solche Viren bei einem Mückenstich auf den Menschen übertragen werden können. In ihren Tests fanden die Forscher des World Mosquito Programs und der Biotech-Firma Innova Feed heraus, dass sich das Bakterium bei der Paarung von Mücken auf die männliche Mücke überträgt. Die Mückenpopulationen oder die Biodiversität würde dadurch nicht beeinträchtigt. In Indonesien laufen seit 2011 groß angelegte Tests mit den Wolbachia infizierten Mücken. Den Forschern zufolge soll hier die Ansteckung mit dem Dengue-Fieber durch Mücken um 77 Prozent reduziert worden sein.

Warum sind Mücken eigentlich wichtig?

Auch wenn sie nerven, ihre Stiche jucken und sie lebensbedrohliche Krankheiten übertragen können, nehmen Mücken und ihre Larven im weltweiten Ökosystem eine wichtige Rolle ein. Sie dienen als Nahrung für Fische, Vögel und andere Insekten. Würden Mücken verschwinden, dann hätte das gravierende Folgen für andere Tiere. Die Konsequenz: ein großes Artensterben. Das Verfahren, das nun in Australien entwickelt wurde, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Es schützt zum einen uns Menschen vor gefährlichen Viren, zum anderen erhält es die Vielfalt des Ökosystems und damit auch unsere Lebensgrundlage.

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