Die Geschlechterrollen sind in Bewegung. Seit Ende 2018 gibt es für den Personalausweis die Unterscheidung männlich, weiblich oder divers. Für Jugendliche ist die Definition von Transpersonen oder Nonbinären heute schon selbstverständlicher als für viele Erwachsene. Die ZDF-Kultursendung „aspekte“ fragt am Freitag, 12. November 2021, 23.30 Uhr „Männlich, weiblich, divers – Wer bestimmt unser Geschlecht?“. In der ZDFmediathek ist die Sendung schon ab 21.00 Uhr verfügbar.

Der Dokumentarfilm „Trans – I got life“, der derzeit im Kino läuft, stellt Menschen vor, die sich ganz sicher sind, mit dem falschen biologischen Geschlecht auf die Welt gekommen zu sein. Sie berichten eindrucksvoll von ihrem Weg zur Geschlechtsangleichung und wie der ihr Leben verändert hat.

Im Bundestag trifft „aspekte“-Moderator Jo Schück die B90/Grünen Abgeordnete Nyke Slawik: Die 27-Jährige ist als eine von zwei Transfrauen erstmals ins gewählte Parlament eingezogen. Sie will auch die Grünen-Forderung nach einem Gesetz zur geschlechtlichen Selbstbestimmung voranbringen. Denn oft haben Transmenschen unter gesellschaftlicher Ablehnung und unter demütigenden bürokratischen Prozeduren zu leiden.

Es gibt auch Menschen, die im Nachhinein einen frühen operativen Eingriff und die Hormonbehandlung bereuen, wie die heute 24-jährige Britin Keira Bell. Wann sind Jugendliche in der Lage, ihr Geschlecht zu wissen und zu entscheiden? Die Schriftstellerin Joanne K. Rowling hat sogar die Sorge geäußert, lesbische Mädchen entschieden sich nur für eine Transition zum Mann, damit sie sich nicht als Lesben outen müssten. Damit zog sie Empörung und Zorn auf sich.

Jo Schück geht mit dem Autor Linus Giese zum Herrenaustatter – Krawatten anprobieren. Giese erzählt in seinem Buch „Ich bin Linus“ von Hass und Ablehnung, mit denen er als Transmann zu kämpfen hat, aber auch von seiner Vision, die Zweigeschlechtlichkeit zu überwinden und eine eigene Variante von Männlichkeit zu finden. Dabei könnten ihm Mode-Trends entgegenkommen: Der britische Modedesigner Edward Crutchley ließ sich für seine aktuelle Kollektion für Dior von der queeren Kultur des 18. Jahrhunderts inspirieren, der Zeit des Rokoko.

Ebenfalls im Rokoko spielt der neue Roman der Schriftstellerin Irene Dische, den „aspekte“ vorstellt. In „Die militante Madonna“ erzählt sie die wahre Geschichte des Chevalier d’Eon. Von ihm wusste man zu Lebzeiten nicht sicher, ob er biologisch Mann oder Frau war. Er lebte beides.

Der Schotte Keir singt für „aspekte“ „Boys will be Girls“ und spricht über seine Träume von einer neuen Freiheit jenseits der Zuschreibung durch Geschlechterrollen.

Foto: (c) ZDF / Anne Smith

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