Als Joedy will Joelina Drews durchstarten und dabei persönliche Themen besingen. Ähnlich offen ist sie im Interview mit t-online. Sie spricht über moderne Beziehungsmodelle, Ex-Freunde und ihre Eltern.

Als Joelina Drews, also ihrem bürgerlichen Namen, versuchte die Tochter von Jürgen Drews als englischsprachige Musikerin Fuß zu fassen. Das hat jedoch nicht gefruchtet. Als Joedy und mit deutschen Songtexten läuft es prompt viel besser. Dass dabei auch nicht so schöne Erfahrungen verarbeitet werden, scheint Teil ihres neuen Geheimrezepts zu sein.

t-online: Liebe Joelina Drews, “Deja Vu” ist ein Beziehungssong, der ja gar nicht sooo positiv klingt.

Also könnten jetzt mehrere Ex-Freunde denken, dass sie damit gemeint sind?

Ja, so zwei, drei. (lacht) Es hat mich aber keiner von denen danach gefragt. Die haben mich eher unterstützt. Ich bin keine böse Ex-Freundin, sondern versuche zu verstehen, warum die sich damals so verhalten haben. Das muss ja auch Gründe gehabt haben. Keiner von denen hat so eine krasse Arschlochnummer abgezogen, dass ich denke, dass ich nichts mehr mit denen zu tun haben möchte.

Was gefällt Ihnen denn bei Männern gut? “Arschlochnummern” wohl eher nicht.

Puh, das Problem bei mir ist: Das könnte der perfekte Schwiegersohn sein, aber ich muss den Mann auch anziehend finden. Da muss ein Feuerwerk sein. Mir sind Ehrlichkeit und Loyalität wichtig. Ich habe kein Problem damit, wenn mir einer sagen würde “Ey, ich habe auch Bock was mit anderen Frauen zu starten”, dann ist das so und ich akzeptiere das. Aber er soll halt ehrlich sein.

Kann der Herr nur beim Dating offen sein oder später auch in der Beziehung?

Auch in der Beziehung. Hauptsache die Ehrlichkeit ist da. Man muss gute Regeln finden.

Ist das Modell einer offenen Beziehung also okay für Sie?

Ich hätte da kein Problem mit.

“Hätte” klingt recht theoretisch.

Ich hatte auch selbst noch keine offene Beziehung. Aber ich war mal die Dritte im Bunde einer offenen Beziehung. Das fand ich sehr interessant und kann mir das theoretisch auch vorstellen. Wie es dann am Ende wäre, ist natürlich eine andere Frage. (lacht)

Der perfekte Schwiegersohn zieht Sie gar nicht so an. Wie fanden Ihre Eltern die Freunde, die Sie ihnen vorgestellt haben?

Mein Dad hat alle Typen direkt geliebt. Der erkennt sich vielleicht in ihnen wieder. Er war früher ja auch so ein Womanizer. Und genau so Typen bringe ich dann mit nach Hause. Meine Mama erkennt das wohl und sagt meistens “Ich denke nicht, dass das der Mann fürs Leben ist”.

Mittlerweile lebt die 25 Jährige in Berlin. (Quelle: Sailor Entertainment)

Wer tröstet denn beim Liebeskummer mehr? Papa, der die Jungs cool fand oder Mama, die schon wusste, dass das nichts wird?

Ich rede mit beiden super offen und sie wissen alles von mir. Aber meine Mama ist die, mit der ich dann intensiver darüber rede. Hier in Berlin rede ich auch mit meinen Freunden. Die sind wie Familie für mich.

Der letzte Song “Hangover” war auch nicht so positiv, oder?

Das war wirklich eine Abrechnung und mit dem Ex habe ich auch keinen Kontakt mehr! Bei ‘Hangover’ haben wir erstmal schauen wollen, wie das Thema und meine Musik ankommt. Es gab da auch viel negatives Feedback.

Wieso denn das?

Nun, viele Leute haben gesagt, dass ich einen auf Vamp machen würde. Ich liebe es in Rollen zu schlüpfen und zu provozieren.

Also doch ein bisschen Vamp?

Ich bin schon eine starke Frau! Ich finde es legitim. Ich benutze keine Fäkalsprache, sondern sage straight, was ich denke und was ich erlebt habe. Das macht Shirin David doch auch. Nur habe ich nicht ihre Reichweite und werde da vielleicht nicht so gefeiert wie sie. Ich habe noch Songs in der Pipeline, die so ähnlich sind wie ‘Hangover’.

Freuen Sie sich schon auf die Kommentare?

Auch negatives Feedback ist Feedback. Ich bin dadurch natürlich auch im Gespräch. So etwas kann man also auch für sich nutzen. Ich finde das nicht schlimm. Ich feiere auch andere Frauen, die sagen, was sie denken.

Trauen sich deutsche Sängerinnen, die ganzen Lenas, Leas oder Lottes, zu wenig?

Ich glaube, dass das auf dem deutschen Markt so üblich ist. Man möchte hier auf Nummer sicher gehen. Wenn man mal das Radio anschaltet, dann klingt doch alles gleich, weil sich niemand traut, über den Tellerrand zu schauen. Die Jugend hört keinen Mainstream-Pop mehr, sondern mehr Rap. Ich denke bald ist es kein Thema mehr und da sagt niemand über mich ‘Die ist zu ausfällig, zu direkt’. Ich finde Sängerinnen wie Lena Meyer-Landrut oder Lotte super und habe großen Respekt vor ihnen. Aber die sind mir zu glatt.

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Haben Sie deswegen auch einen eher internationalen Sound und drehen sexy Musikvideos? Das wirkt deutlich amerikanischer.

Ja! Ich bin eh durch die USA beeinflusst. Ich habe dort zwei Jahre viel Zeit verbracht und habe alles face to face mitbekommen. Die Leute in Amerika verkaufen sich ganz anders. Berlin kommt dem schon recht nah. Ich habe viele Künstler-Freunde, die das machen, was sie selbst cool finden. Man muss nur dranbleiben.

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