Luca Hänni gewann 2012 bei DSDS. Aber zwischen damals und seinem Comeback beim ESC 2019 und “Let’s Dance” lag auch eine Dürreperiode, wie er im Interview mit t-online erklärt.

Mit seinem neuen Album “110 Karat” konnte der Schweizer Luca Hänni wieder in die deutschen Charts schlittern. An die Nummer-1-Erfolge nach seinem Sieg bei “Deutschland sucht den Superstar” konnte er kommerziell nicht mehr anknüpfen. Es ist auch gar nicht so einfach, den DSDS-Stempel loszuwerden, wie der Sänger erklärt.

t-online: 2012 haben Sie DSDS gewonnen und Ihre ersten großen Erfolge gefeiert. Heute ist das ja eine ganz andere Musikbranche als damals. Wie fiebern Sie heute einem Release und einer Chartposition entgegen? 

Luca Hänni stand mit Daniele Negroni im DSDS-Finale 2012. (Quelle: imago images / APress)

Wie blicken Sie auf die acht Jahre Karriere seit Ihrem DSDS-Sieg zurück? Da waren ja nicht nur Höhen bei, sondern auch ein paar Täler…

Ich finde es so krass, dass ich das alles seit acht, neun Jahren machen kann. Das ist schon eine lange Zeit. Es war eine wilde Fahrt. Ich habe mit null Ahnung über diese Show-Welt angefangen und musste viel lernen. Ich musste mich erst einmal selbst finden und habe mich deswegen auch von einigen Geschäftspartnern trennen müssen. Mir war es wichtig, dass ich mir selbst etwas aufbaue. 2014 war so ein Down-Moment, wo es echt nicht gut lief. Ich habe schon übers Aufhören nachgedacht.

Das haben Sie aber nicht.

Der Gedanke war immer, dass ich ernstgenommen werden will und mich als Künstler etablieren will. Ich will nicht immer nur der DSDS-Sieger sein.

Was hat denn das Jahr 2014 als Tiefpunkt ausgemacht?

Ich hatte keine finanziellen Sorgen, das war okay. Ich hatte auch Auftritte, aber ich habe damals immer dasselbe gemacht. Viele Leute haben gesagt: “Ach, der kleine Junge von DSDS. Kann der denn überhaupt was?” Ich kam nicht an die geilen Auftritte ran. Die guten Festivals haben mich nicht gebucht. Da bewegt man sich jahrelang in den gleichen Kreisen und man kommt nicht da raus. Ich habe mich gefragt, ob ich das so weiter machen will. Ich wollte nicht stehenbleiben, weil es dann auch irgendwann keinen mehr interessiert. Der ESC war ein großes Risiko für mich. Viele haben gesagt, dass das mein Karriereende sein wird. Ich dachte mir aber, wenn der Auftritt funktioniert, dann zeige ich es allen.

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Hatten Sie das Gefühl, dass man Ihnen einen Casting-Stempel aufgedrückt hat?

DSDS war mein Sprungbrett, aber das muss man irgendwann übertrumpfen. Das ist sehr schwierig, weil man nie wieder so eine große Plattform kriegt. Es ist viel harte Arbeit, um sich als Sänger einer Castingshow zu etablieren. Das funktioniert nicht immer. Meine Teilnahme beim ESC letztes Jahr war deshalb auch so wichtig für mich. Ich war nicht mehr der kleine Junge, sondern wurde ernstgenommen. Darauf kann ich jetzt aufbauen. Ich hatte immer das gleiche Ziel, aber von damals bis heute war es ein ständiges Auf und Ab.

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Bei DSDS waren Sie gerade einmal 18 Jahre alt. Sie sind im Trubel dieser großen TV-Show erwachsen geworden. Wie hat Sie das als Teenager geprägt?

Während der ersten Castings war ich sogar noch 17. Eigentlich habe ich damals eine Ausbildung als Maurer begonnen. DSDS war eine ganz andere Welt. Ich wollte mich davon aber nie verändern lassen. Ich habe mich nie als der Geilste und Beste gefühlt, sondern bin immer bodenständig geblieben. Ich habe die ganze Show mit Vorsicht genossen. Als Teenie musste ich schnell lernen erwachsenen zu werden und musste Entscheidungen über Partner, Finanzen oder Musik treffen. Ich war auch früher niemand, der ständig Partys gefeiert hat. Das ist noch heute so. Ich gehe gerne unter Menschen, aber mir ist ein Abend mit Freunden und einem guten Essen lieber, als der ganze Rummel von damals.

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