Eine Gästeliste, die Bruce Springsteen, Paul Simon, Van Morrison und Jeff Beck umfasst, findet man auch nicht alle Tage. Für sein tolles neues Blues-Album hat R&B-Legende Dion diese und noch weitere Stars zusammengebracht. Ein verdienter Triumph.

Dion: Der Blues ist das Herzstück seiner Musik. Foto: David Godlis/dpa

81 Jahre alt wird Dion DiMucci Mitte Juli. Und ist damit sogar noch ein bisschen älter als der legendäre Kollege, der ihn in den höchsten Tönen preist: der König, ach was, Gott der US-Songpoeten, Bob Dylan (79).

«Dion weiß, wie man singt, und er weiß genau, wie man diese Blues-Songs richtig erschafft. Er hat ein paar Freunde zur Hand, die ihm helfen, einige echte Koryphäen. Aber am Ende sind es Dion allein und seine meisterhafte Stimme, die einen immer wieder zurückkehren lassen, um diese Blues-Songs mit ihm zu teilen», lobt Dylan in seinen Liner Notes für «Blues With Friends», das neue Album des R&B- und Pop-Sängers aus der Bronx in New York.

Gerade erst landete Dion damit in den USA auf Platz 1 der Blues-Charts und – falls das noch nicht genug zählt – auf Platz 5 der Album-Verkaufscharts. Ein veritabler später Triumph. «Blues With Friends» ist aber auch nur so gespickt mit großen Namen und tollen Songs.

Die musikalischen Beiträge zum immer noch erstklassigen Gesang des Veteranen stammen – festhalten! – unter anderem von: Paul Simon, Bruce Springsteen und Ehefrau Patti Scialfa, Van Morrison, Brian Setzer (Stray Cats), Jeff Beck, Joe Bonamassa, Billy Gibbons (ZZ Top), Sonny Landreth und seinem vielleicht größten Verehrer, Stevie «Little Steven» Van Zandt aus der E Street Band.

Fehlt eigentlich nur noch Bob Dylan selbst, der aber für die Dion-Promi-Sessions wohl «entschuldigt» war. Nämlich wegen der Aufnahmen zu einem eigenen grandiosen Alterswerk: «Rough And Rowdy Ways», ein Album, das seinerseits mit diversen neuen Dylan-Songs eine einzige Feier des rauen Gitarren-Blues ist.

«Blues With Friends», das sei «die Erfüllung einer lebenslangen Vision», heißt es zum neuen Dion-Album, das Anfang Juni über Keeping The Blues Alive Records (KTBA) erschien. Der Sänger von «The Wanderer» – laut «Rolling Stone» (2008) auf Platz 63 der ewigen Bestenliste – beschreibt seine langjährige Beziehung zu dem traditionsreichen Genre: «Der Blues ist seit den frühen 1960er Jahren das Herzstück meiner Musik.»

Dions selbstgeschriebene Songs vom neuen Album zeigen ihn nun nicht nur als tollen Vokalisten und Duett-Partner, sondern eben auch als versierten Blues-Komponisten. «Ich wollte kein Album mit nur zwölf Takten und Triplets. Ich wollte ein Album mit Songs, die stark und unvergesslich sind und Geschichten erzählen, die es wert sind, erzählt zu werden.» Dazu wollte er «die besten lebenden Gitarristen und Musiker zusammenbringen und sie aus jeder Generation, jeder Variation des Blues auswählen».

Das Ergebnis ist begeisternd. Jeder Begleiter auf den insgesamt 14 Stücken zeigt etwas von seiner Persönlichkeit und ist doch nur wichtiger Teil eines Projekts, das die Ikone Dion DiMucci in den Mittelpunkt stellt. Den Opener «Blues Comin ‘On» gab der Sänger an ein echtes Gitarren-As: «Joe Bonamassa ist ein Monster und hat das Lied auf eine ganz neue Ebene gebracht.»

Der letzte Titel «Hymn To Him» vereint Dion mit dem «Boss» und seiner Liebsten. Der 80-Jährige erinnert sich: «Ich nahm diesen Song für mein 1987er Gospel-Album ‘Velvet & Steel’ auf. Aber Lieder sind nie wirklich fertig. Ich hörte darin Pattis Stimme, also fragte ich sie nach einem Remake. Als sie zu singen begann und ihre Vocals schichtete, kam es zu einer großen Überraschung: Bruce marschierte mit seiner Gitarre ins Studio und fragte, ob er ein Solo spielen dürfe. Zusammen machten sie das Stück grandios.» 

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