Mit einem umjubelten Konzert in der Wiener Stadthalle schloss die Band Silbermond gestern ihre Tour ab. Es sollte – trotz Grippevirus – die “bisher schönste Tour” der Bandgeschichte sein.

Silbermond haben ihre jüngste Konzertreise am Dienstagabend in der Wiener Stadthalle beendet. “Das war unsere bisher schönste Tour, die wir je gespielt haben”, sagte Sängerin Stefanie Kloß im APA-Gespräch. Nicht einmal ein im Team um sich greifendes Grippevirus konnte die Gruppe stoppen: “Darauf hätten wir gerne verzichtet. Das hat viel Kraft gekostet.” Gemerkt hat man davon beim Auftritt nichts.

Die Formation gab ein buntes, mal lautes, dann wieder leiseres Gastspiel mit Rocksongs, Pop, Balladen und Momenten, die Fans ergriffen machten. Das aktuelle Album “Schritte” wurde fast komplett dargeboten. “So was ist ja auch ein bisschen mutig”, meinte Schlagzeuger Andreas Nowak im Interview. “Aber die Leute nehmen das sehr warmherzig und sehr offen auf. Wir fangen gleich mit einem neuen Lied an – und da ist sofort eine super tolle Stimmung.” Tatsächlich feierte das Publikum nicht nur die bekanntesten Hits wie “Krieger des Lichts”, “Das Beste” und “Symphonie” ab. “Man braucht auch das Neue zwischen dem, auf das man zurückschaut. Das hält dich am Leben”, betonte Kloß.

Silbermond: “Wir sind halt eine klassische Live-Band”

In üppig-kitschiger Kulisse mit Gartenzwergen, Discokugel, schmusenden Schwänen, überdimensionalem Hummer, Blumen, einem Pinguin und zahlreichem sonstigen Krimskrams (Kloß über die Gestaltung: “Das hat sich angefühlt wie Kinder im Bällebad”), untermalt von gut inszenierten Visuals auf einer Videowall im Hintergrund, gab sich die Band kantiger als auf Tonträger und verpasste ihrem Pop ein paar ausufernde Gitarrensoli oder einen kickenden Drumsound. “Wir sind halt eine klassische Live-Band”, sagte dazu Nowak. “Wir wollen uns nicht in Formalitäten zwängen. Wenn wir Bock haben, etwas so oder so zu spielen, dann machen wir das halt. Wir versuchen natürlich, die Singles so zu bringen, dass die Leute das Lied erkennen. Das ist auch wichtig. Aber wir nehmen uns zugleich die Freiheit, die Sachen so zu spielen, dass wir Spaß haben.”

4.000 Fans in Wien

Die 4.000 Fans freuten sich über Ausflüge von Silbermond auf eine kleine Bühne (mit reduzierter Instrumentierung) und später auch mitten ins Publikum, quer durch die Halle. Begeistert wurden Kloß’ Appelle für Akzeptanz, Empathie und eine positive Lebenseinstellung aufgenommen. “Uns ist es wichtig, dass es nicht zwanghaft rüber kommt”, sagte der Drummer über das Engagement seiner Band, “dass wir nur, weil es gerade en vogue ist, was sagen wollen. Uns ist wichtig, dass wir dahinter stehen und es authentisch ist. Wenn wir was zu sagen haben, tun wir das gerne und verpacken das in Lieder. Wir wollen nicht den Zeigefinger ausstrecken, aber wir wollen anregen. Wenn das die Kunst kann, ist das wunderschön.”

Im Zugabenteil gedachte Kloß mit dem Lied “In meiner Erinnerung” an ihren Vater, den sie mit 18 verloren hat. “Es geht ja eigentlich um Verlust, um etwas Trauriges, trotzdem ist dabei die Stimmung im Saal sehr warm. Ich kann das gar nicht beschreiben, es ist schwer in Worte zu fassen”, so die Sängerin zur APA, die am Ende genauso gerührt war wie ihre Zuhörer.

“Ein schöner Schluss” am Ende

Nach dem finalen Takt von “Ein schöner Schluss” fiel wohl bei Silbermond die letzte Anspannung. Das sei immer so am Ende einer Tour, lächelte Kloß. Nachsatz: “Ich finde es cool, dass wir den Abschluss hier in Wien und den Anfang unserer Sommertour auch in Österreich haben – das hat einen schönen, umarmenden Bogen.” Besagte Sommertour beginnt am 28. Mai in Graz und führt über Krems (29. Mai) nach Gmunden (30. Mai), ehe es in Deutschland weitergeht.

(APA/red)

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