Chrissy Teigen tritt mit Brief an die Öffentlichkeit: „Eines Nachts wurde mir gesagt, am Morgen müsse ich loslassen"

Chrissy Teigen schreibt emotionalen Brief

„Es war Zeit, sich zu verabschieden”, schreibt Model Chrissy Teigen (34) in einem offenen Brief. Es sind Zeilen, die einen vor Trauer erschaudern lassen. Zeilen, die versuchen, den Schmerz zu beschreiben, den sie in den letzten Wochen durchstehen musste. Anfang Oktober verlor sie ihren Sohn. Er kam als Totgeburt zur Welt. Ein Albtraum für Ehemann John Legend (41) und Chrissy Teigen. Wochen nach diesem unsäglich furchtbaren Verlust, bringt sie ihre Gedanken und Gefühle auf ihrem Blog zu digitalem Papier… 

Hi.

Ich wusste nicht, wann ich soweit sein würde, dies zu schreiben. Ein Teil von mir dachte, es würde passieren, als ich noch den Schmerz dessen, was passiert ist, richtig gefühlt habe. Ich dachte, ich würde in einer Ecke meines Schlafzimmers sitzen, die Lichter gedimmt, nur meine Gedanken kreisend. Ich würde ein Glas Rotwein haben, in einer Decke eingekuschelt sein und dann die Chance ergreifen, zu erklären „was passiert ist“.

Stattdessen schreibe ich von der Couch im Erdgeschoss, trotzdem in einer Decke eingekuschelt, aber nach einem Morgen voller Freunde und gebratenem Hühnchen. Ich lese die unzähligen Notizen von meinem Handy – Gedanken, die mir seit Wochen zufällig in den Sinn kamen. Ich weiß wirklich nicht, wie ich anfangen soll. Keine Ahnung, in welchem Raum oder Status ich bin, es fühlt sich richtig an, mit einem ‘Danke’ zu beginnen.

„Nachrichten haben uns überflutet"

Seit Wochen sind unsere Böden mit Blumen der Güte bedeckt. Nachrichten haben uns überflutet und wurden von uns mit Tränen in den Augen gelesen. Social-Media-Nachrichten von Fremden haben Tage in Anspruch genommen. Die meisten beginnen mit „Sie werden das wahrscheinlich nicht lesen, aber …”. Ich kann euch versichern, ich habe sie gelesen.

Aber ich will euch von einem der besten Briefe erzählen, der startete: „Du musst nicht darauf antworten, aber…“. Als wir Jack verloren haben, habe ich unglaublich Sorge gehabt, nicht jedem für die extreme Freundlichkeit danken zu können. Viele haben unglaubliche persönliche Erfahrungen geteilt, manche Bücher oder Gedichte.

Ich wollte jedem danken, unsere Geschichte mit jedem individuell teilen. Aber ich wusste, ich konnte es nicht. Für mich war das „nicht antworten müssen“ eine echte Erleichterung. Ich danke jedem Einzelnen. (…)

„Es war Zeit, sich zu verabschieden"

Ich wusste, dass ich das, was das fünfte Mitglied unserer schönen Familie sein sollte, einen Sohn, vollständig gebären würde, um mich kurz darauf zu verabschieden. Die Leute jubelten und lachten direkt vor unserer Tür. Verständlich für ein neues Leben, das geboren und gefeiert wurde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich bereits damit abgefunden, was passieren würde: Ich würde eine PDA bekommen und würde unser 20 Wochen altes Kind zur Welt zu bringen müssen, einen Jungen, der niemals in meinem Bauch überlebt hätte.

Ich war zuvor über einen Monat lang in Bettruhe und habe versucht, den kleinen Kerl nach 28 Wochen zu bringen, eine „sicherere“ Zone für den Fötus. Meine Ärzte diagnostizierten bei mir einen partielle Plazenta-Abbruch. Ich hatte immer Plazentaprobleme gehabt. (…)

Schließlich hatte ich nach einem nicht so guten Ultraschall eine ziemlich schlimme Nacht, in der ich ein bisschen mehr blutete als meine ohnehin schon abnormale Menge. Meine Blutung wurde immer stärker. (…)

Nach ein paar Tagen im Krankenhaus erklärte mir der Arzt, was ich längst ahnte – es war Zeit, sich zu verabschieden. Er würde es einfach nicht überleben und wenn es so weiter liefe, würde ich es auch nicht.

Eines Nachts wurde mir gesagt, am Morgen müsse ich loslassen. Erst weinte ich ein bisschen und dann wurden daraus ausgewachsene Rotz- und Tränenkrämpfe. Mein Atem konnte meine unglaublich tiefe Traurigkeit nicht einholen. Auch, wenn ich dies jetzt schreibe, fühle ich wieder überall diesen Schmerz. Sauerstoff wurde mir über meine Nase und meinem Mund verabreicht. Das war das erste Bild, was ihr saht. Völlige und vollkommene Traurigkeit.

„Ich vergesse immer, dass ich nicht mehr schwanger bin"

Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Erfahrung jemals vergessen werde. Ich hatte immer darüber gelacht, wie sehr ich die PDA liebte … nicht so sehr diese. Ich lag stundenlang da und wartete darauf, dass mir gesagt wurde, es sei Zeit zu pressen. Ich musste offensichtlich nie viel pressen, er war immer noch ein winziger kleiner Kerl. (…) Ich öffnete meine Beine und drehte mich zu John um und plötzlich war er auf dem Weg nach draußen. (…) Meine Mutter, John und ich hielten ihn fest und verabschiedeten uns. (…) Ich bat die Krankenschwestern, mir seine Hände und Füße zu zeigen und küsste sie immer und immer wieder. Ich habe keine Ahnung, wann ich aufgehört habe. Es könnte zehn Minuten oder eine Stunde gewesen sein. (…) Alleine das zu schreiben, treibt mir schon Tränen in die Augen. (….)

Leute sagen, Erfahrungen wie diese verursachen ein Loch im Herzen. Ein Loch ist sicherlich entstanden, aber es ist gefüllt mit Liebe. (…) Es fühlt sich nicht leer an, dieser Raum. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich darüber nachdenke, wie wahnsinnig glücklich ich über meine Kinder sein kann, die das Haus mit Liebe füllen. (…) Ich weine auch, wenn ich wütend auf mich bin, weil ich zu glücklich bin. (…) Ich vergesse immer, dass ich nicht mehr schwanger bin. Ich halte meinen Bauch, wenn ich herumlaufe. Ich flippe fast aus, wenn die Kinder auf meinen nicht existierenden Babybauch springen. Die Klarheit nach diesen Momenten macht mich immer traurig. (…)

„Kassiererin legte leise Blumen in meinen Einkaufswagen"

Aber die Momente der Güte waren geradezu schön. Ich ging in ein Geschäft, in dem die Kassiererin leise Blumen in meinen Einkaufswagen legte. Manchmal kommen Leute mit einer Nachricht auf mich zu. Das Schlimmste ist, zu wissen, dass es so viele Frauen gibt, die diese stillen Momente der Anteilnahme nicht von Fremden bekommen. Ich bitte euch, eure Geschichten zu teilen und freundlich zu denen zu sein, die ihre Herzen ausschütten. (…)

Ich habe das geschrieben, weil ich wusste, dass ich etwas sagen musste, bevor ich weitermachen und wieder zum Leben zurückkehren konnte. Ich danke euch aufrichtig, dass ihr mir dies erlaubt habt.

(…) Vielen Dank an jede einzelne Person, die an gedacht haben oder so weit gegangen sind, uns Liebe und Geschichten zuzusenden. Wir sind so unglaublich glücklich.

Mit so, so, so viel Liebe,

Chrissy

Im Video: Chrissy Teigen hat ihr Baby verloren

Chrissy Teigen hat ihr ungeborenes Baby verloren


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