Schauspieler gehören zu den von der Corona-Ausnahmesituation besonders betroffenen Berufsgruppen. So geht Sönke Möhring damit um.

Schauspieler Sönke Möhring (47) überzeugte als Vater Heinz in der erfolgreichen Biografieverfilmung “Der Junge muss an die frische Luft” (2018). Am heutigen Freitag (22.5.) ist er in der neuen Folge der Krimiserie “Letzte Spur Berlin: Schuld” (21:15 Uhr, ZDF) zu sehen. Darüber hinaus sieht es für ihn wie für unzählige seiner Kollegen Corona-bedingt beruflich gerade mau aus. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt er, wie es ihm mit den Einschränkungen geht, was er vom Bundesligastart hält und ob er schon im Baumarkt war.

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Wie geht es Ihnen mit den Einschränkungen?

Sönke Möhring: Mir geht es im Prinzip (noch) gut. Das ist ja eine Frage des Maßstabes, der Verhältnisse und auch der Fähigkeit mit solchen Situationen umzugehen. Aber das finanzielle Polster wird immer schmaler.

Was stört Sie und was hat sich aber vielleicht auch als neue Qualität entwickelt?

Möhring: Mich stören vor allem die föderalen Strukturen in diesem Land, die gefühlt mehr für Unruhe und Verwirrung sorgen, als es sinnvoll wäre. Es gibt keine einheitlichen und verbindlichen Leitlinien und gemeinsame Zielsetzungen und Lösungen. Mich stören aber auch all die, die das nur als lästig abtun und sich nicht dranhalten. Es wäre schön, wenn uns weiterhin bewusst bleiben würde, wie wichtig das Gesundheits- und Pflegesystem ist. Daran und an dem Personal darf niemals gespart werden. Und dass die Art und Weise, wie wir leben, unabhängig vom Virus, in all seiner Maßlosigkeit und Gier deutlich überdacht werden sollte.

Wie halten Sie Kontakt zu Familie/Freunden/Kollegen?

Möhring: Dank Telefon und Internet ist man schon gut miteinander verbunden und es hat fast schon was Therapeutisches, wenn man sich mal eben gegenseitig ausheulen kann. Aber es ersetzt halt nicht den realen sozialen Umgang.

Was ist Ihr liebster Zeitvertreib zuhause?

Möhring: Mit klassischen Brettspielen wie Fang den Hut oder Monopoly, Karten, Quartett, Puzzle und leichten sportlichen Aktivitäten im Park sowie zuhause.

Waren Sie schon im Baumarkt?

Möhring: Ich war noch nicht im Baumarkt. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich auch lieber mit meinem Sohn in den Zoo, die Bücherei oder ins Museum. Lieber den Geist renovieren als den Keller.

Was halten Sie von den Schutzmasken?

Möhring: Ungeachtet dessen, was ich davon halte oder wie ich das empfinde: Ich passe mich den Empfehlungen uneingeschränkt an und hoffe damit meinen Anteil an einer Besserung zu haben.

Was bedeutet die aktuelle Situation für Ihr Berufsleben?

Möhring: Derzeit ruht nahezu alles und jeder. Wir hatten einen Drehabbruch und hoffen, gegen Ende Mai damit weiter zu machen. Andere Projekte werden vermutlich nicht realisiert oder deutlich später. All die Logistik und vermeintliche wirtschaftliche Sicherheit sind über den Haufen geworfen worden. Die staatlichen Hilfen kommen, wenn überhaupt, nur für einen kleinen Teil infrage. Es fordert von uns wirklich enorm viel ab.

Was halten Sie von der Diskussion um Fußballspiele/Bundesligastart etc.?

Möhring: In Krisenzeiten ist Entertainment sicherlich hilfreich und sorgt für eine kurze Ablenkung von den Sorgen und Nöten. Und Fußball gehört nun einmal uneingeschränkt dazu. Die Größe und Wichtigkeit allerdings, die das Thema in der gesellschaftlichen Diskussion hatte, hat mich dann doch schon fast irritiert. Nichtsdestotrotz: Als Fußballfan freue ich mich natürlich, dass der Ball wieder rollt. Wenn auch bei Geisterspielen, ich bin dabei.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Ausnahmesituation wieder vorbei ist?

Möhring: Auf Freunde, soziale Kontakte, Umarmungen und die ganze Leichtigkeit des Seins. Auf Normalität. Und verdammt noch mal: auf die Arbeit.

Was werden Sie vielleicht dennoch beibehalten?

Möhring: Hände waschen kann Leben retten! Und wenn es beibehalten werden könnte, dass mir in Zukunft niemand mehr mit dem Einkaufswagen in die Hacken fährt, so hätte ich auch nichts dagegen.

spot on news

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