Seine Rolle als James Bond machte ihn zum Weltstar. Sich von dem Image zu lösen, schaffte Sean Connery nie ganz. Aus der Öffentlichkeit hat sich der Schauspieler schon lange zurückgezogen. Heute wird er 90 Jahre alt.

Der ehemalige Bodybuilder Thomas Sean Connery wurde in Edinburgh als Sohn einer Putzfrau und eines Arbeiters geboren. Bevor er zur Schauspielerei kam, hatte er als Milchmann und Lkw-Fahrer gearbeitet. Er posierte am Edinburgh College of Art als Aktmodell für Kunststudenten und er wurde 1953 Dritter bei der Wahl zum Mr. Universum. Eine mögliche Karriere als Fußballer lehnte der junge Connery ab, weil er langfristig mehr Potenzial in der Schauspielerei sah.

“Das hat niemand gedacht”

Nach Engagements im Theater und Fernsehen kamen zunehmend Filmrollen dazu. Aber erst Bond brachte Connerys Karriere richtig in Schwung. “Es war enorm. Damals hätte ich das nie gedacht”, sagte er 2003 in einer BBC-Talkshow. “Niemand hat geahnt, was das für ein Erfolg werden würde.” Spätestens der dritte Film “Goldfinger” löste Mitte der Sechziger eine globale Bond-Manie aus, die Connery jedoch nervte. Nach seinem fünften Agenteneinsatz “Man lebt nur zweimal” (1967) hatte er genug.

Als sein Nachfolger George Lazenby schon nach einem Film die Lust auf Bond verlor, ließ sich Connery überraschend zu einem Comeback in “Diamantenfieber” (1971) überreden. “Ich hab gedacht: Mensch, für nur 14 Wochen Arbeit wäre das doch eine gute Idee”, erklärte Connery später. Mit dem Geld gründete er eine Stiftung, um schottische Jugendliche während der Ausbildung finanziell zu unterstützen.

Schluss mit Bond – oder doch nicht?

“Nie wieder Bond”, soll er danach gesagt haben – und spielte ihn doch wieder. “Sag niemals nie” lautete der augenzwinkernde Titel. Das Remake des 1965er Bond-Streifens “Feuerball” zählt nicht zur offiziellen Bond-Reihe und lief 1983 in Konkurrenz zu “Octopussy” mit Roger Moore. Connery, der sich stets schlecht bezahlt fühlte, sah darin eine Gelegenheit, den Bond-Machern eins auszuwischen. Dem “Guardian” sagte Connery einmal: “Ich habe diesen verdammten James Bond immer gehasst. Ich würde ihn gerne töten.”

Jenseits von 007 überzeugte der Schauspieler als aufmüpfiger Soldat im Antikriegsdrama “Ein Haufen toller Hunde”, neben seinem Freund Michael Caine als Abenteurer in “Der Mann, der König sein wollte” oder als verzweifelter Polizist, der im Psychothriller “Sein Leben in meiner Gewalt” an einem Fall von Kindesmissbrauch zerbricht. Kritiker lobten diese Filme, Kassenschlager wurden sie aber nicht.

1965: Sean Connery in “Ein Haufen toller Hunde”. (Quelle: imago images / United Archives)

Connerys Versuch, sich vom Bond-Image zu lösen, führte mitunter auch zu kuriosen Rollen. In dem trashigen Science-Fiction-Flop “Zardoz” von 1974 trug er nur ein Suspensorium und schwarze Stiefel, dazu Biker-Bart und Pferdeschwanz. Weniger Bond-Flair geht kaum. In diesen und anderen Rollen sehen Sie Connery in unserer Fotoshow.

Erst Mitte der Achtziger etablierte sich Connery wirklich in Hollywood. Er war der coole Schwertkämpfer Ramirez im Fantasyhit “Highlander”, begeisterte als Mönch im Mittelalter-Krimi “Der Name der Rose” und amüsierte das Publikum als kauziger Vater von Indiana Jones. Sein Image als Sexsymbol behielt er dabei. 1989 erklärte das “People”-Magazin den damals 59-Jährigen zum “Sexiest Man Alive” – und kürte ihn 1999 sogar zum “Sexiest Man Of The Century”.

“Ich mag Fairness, es geht auch ums Prinzip”

Seine schauspielerische Leistung als hartnäckiger Polizist in “Die Unbestechlichen” brachte ihm einen Oscar als Bester Nebendarsteller ein. Seine Dankesrede leitete der Schotte 1988 mit den Worten ein: “Guten Abend meine Damen und Herren, Freunde und ein paar Feinde.” Der unbequeme Connery war berüchtigt dafür, Studios zu verklagen. “Ich mag Fairness, es geht nicht nur ums Geld”, erklärte er 1990 in der Talkshow von Moderator Terry Wogan, “es geht auch ums Prinzip”.

(Quelle: David Cheskin/PA/epa)

Im Jahr 2000 schlug ihn Queen Elizabeth II. in seiner Heimatstadt Edinburgh zum Ritter. Und das, obwohl sich Sir Sean immer wieder für die schottische Unabhängigkeit ausgesprochen hatte.

Zurückgezogenes Leben in der Karibik

Privat ist der begeisterte Golfer Connery seit 1975 in zweiter Ehe mit der Malerin Micheline Roquebrune verheiratet, die gerade ihren 91. Geburtstag feierte. Die beiden leben auf den Bahamas. Sein einziger Sohn Jason Connery stammt aus der ersten Ehe mit der Schauspielerin Diane Cilento.

Sean Connery: Hier schaut sich der Schauspieler im Jahr 2015 ein Tennismatch an. (Quelle: Matthew Stockman/Getty Images)

Seinen letzten Filmauftritt hatte der Schauspieler 2003 in dem Film “Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen”. Danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Interviews gibt Sean Connery nicht mehr, auch politisch mischt er sich schon lange nicht mehr ein. In den vergangenen Jahren wurde der Mime immer mal wieder auf der Zuschauertribüne von Tennisspielen in New York gesehen. Zuletzt im Jahr 2017.

“Du warst meine Bond-Inspiration”

Zu prominenten Gratulanten zum 90. Geburtstag zählt übrigens Pierce Brosnan. Auf Instagram teilt er ein gemeinsames Foto mit Connery. Daneben gratuliert er und schreibt: “1964 war ich elf Jahre alt und gerade aus dem Flugzeug aus Irland ausgestiegen, als ich ‘Goldfinger’ im ABC-Kino in der Putney High Street sah. Du warst meine Bond-Inspiration.”

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Gratulationen gab es auch von Ursula Andress. “Für mich bist und bleibst du der Beste für alle Zeiten”, schreibt die Schweizer Schauspielerin in einem Glückwunsch, den die Boulevardzeitung “Blick” veröffentlichte. Sie verdrehte Connery 1962 im ersten Bond-Film “007 jagt Dr. No” den Kopf. “Wenn heute noch so viele Menschen Bond lieben und die Filme anschauen, dann weil DU so gut warst”, findet Andress.

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