New York (dpa) – In einer Zeit, in der das Reisen wegen der Pandemie kaum möglich war, komponierte Steve Reich scheinbar schon für die Zeit danach. „Traveler’s Prayer“ ist angelehnt an die jüdischen Reisegebete und ist das neueste Werk des womöglich größten zeitgenössischen US-Komponisten.

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Die Reise, von der die jüngste Musik des genialen Minimalisten handelt, sei aber nicht jene zum Londoner Flughafen, erzählte Reich kürzlich der „London Times“.

„Der Reisende, das sind wir alle; es ist die Reise von der Geburt bis zum Tod“, erklärt er. „Ich habe es als 83-, 84-jähriger Mann geschrieben, der sich den Realitäten stellt, in seinen Achtzigern zu sein“, sagte er weiter. Im Alter habe er neue Inspiration gefunden, „Neuland“, wie der New Yorker es nennt. Aufs Zurückblicken hat Reich vor seinem 85. Geburtstag am 3. Oktober weder Zeit noch Lust.

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Gewöhnungsbedürftig war Reich für viele althergebrachte Klassik-Hörer schon immer: Unharmonische Tonschleifen, schräge Klangchöre, keine klare Hierarchie – die Musik des amerikanischen Komponisten gleicht beim ersten Zuhören eher einem Labyrinth als einem runden, abgeschlossenen Werk.

Doch wer sich in den Bann seiner Minimal Music ziehen lässt, wird Zeuge fabelhafter, außergewöhnlicher Experimente wie bei seinem vielleicht bekanntesten Werk: „Three Tales“, in dem er gemeinsam mit seiner Frau, der Video-Künstlerin Beryl Korot, den Absturz des Zeppelins „Hindenburg“, die Atomversuche auf dem Bikini-Atoll und die Geschichte des Klon-Schafs Dolly als Videooper inszenierte.

Das junge Klassik-Genre des Minimalismus prägte Reich mit seinen Avantgarde-Kompositionen nachhaltig. Dafür erhielt er zwei Grammys (1988 für „Different Trains“, 1998 für „Music for 18 Musicians“), einen Pulitzer-Preis für Musik (2009 für „Double Sextet“) sowie Ehren-Doktortitel mehrerer Musikschulen. In seinem Werk hat er – wie bei „Traveler’s Prayer“ – stets jüdische Akzente gesetzt, nachdem er bereits in den 1970er Jahren in New York und Jerusalem Hebräisch lernte und die Thora studierte.

Dabei brachten Johann Sebastian Bach und Igor Strawinsky den 14-jährigen Reich zur Klassik. Nach Jazz-Sessions als Schlagzeuger und einem Philosophie-Abschluss der Cornell-Universität widmete er sich schließlich an der Juilliard School sowie im Sommerstudium an der Universität von Ghana in Accra seiner eigenen Klangkunst. Nicht nur seine Stunden mit einem Meistertrommler des Ewe-Stammes in Ghana zeigen, wie offen er für neue, ganz andersartige Einflüsse abseits des in der westlichen Welt bekannten Klassik-Spektrums bleibt.

Viele große Orchester im angelsächsischen Raum – in New York, Los Angeles, Sydney oder Boston – haben sich das Werk des Minimalisten schon vorgenommen. Auch in Deutschland, etwa in Wuppertal, Hannover, oder bei den Berliner Festspielen, wurde Reich für seine Kunst gefeiert. In einer Welt nach Covid kann Reich sich nun auf die Aufführungen seiner neuesten Musik freuen. Denn obwohl der Arbeitsprozess in seinem Haus nördlich von New York sich trotz Corona nicht veränderte, fehlte ein entscheidender Teil: „Der Unterschied besteht darin, dass es nach dem Komponieren keine Vorstellung mehr gibt“, meint Reich.

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