Die argentinische Fußballlegende Diego Maradona (1960-2020) starb am vergangenen Mittwoch (25. November) im Alter von 60 Jahren. Laut einem vorläufigen Autopsiebericht sei er in seinem Zuhause in Tigre nördlich von Buenos Aires an einem “akuten Lungenödem und verschärfter chronischer Herzinsuffizienz” gestorben. Die argentinische Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zum Tod der verstorbenen Fußball-Ikone eingeleitet, um herauszufinden, ob Nachlässigkeit bei seinem Tod eine Rolle gespielt hat, und um die Umstände seiner letzten Lebensstunden zu klären. Erste Ermittlungsergebnisse wurden bereits bekannt gegeben.

Diego Maradona wurde seit seiner Gehirn-OP rund um die Uhr überwacht. Die Krankenschwester der Nachtschicht erklärte, dass sie am Mittwoch um 6:30 Uhr den Raum betrat und Maradona sah, wie er sich ausruhte und “atmete”, wie die heimische Nachrichtenagentur Télam berichtet. Die zum Todeszeitpunkt zuständige Pflegerin hörte nach Angaben der Staatsanwaltschaft zuletzt um 7:30 Uhr, wie Maradona “sich im Zimmer bewegte”. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass sein Neffe Johnny Herrera, der ihn am Dienstagabend um 23.30 Uhr besuchte, das letzte Mal lebend gesehen hat.

Um 11:30 Uhr sollen eine Psychiaterin und ein Psychologe, die Maradona regelmäßig einen Besuch abstatteten, das Haus betreten und festgestellt haben, dass er nicht mehr reagierte. Die Anwesenden leiteten Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Um 12:16 Uhr soll sein Arzt, wenige Minuten später sein persönlicher Assistent einen Notruf abgesetzt haben. Rund zehn Minuten später sei eine Ambulanz vor dem Haus eingetroffen. Die Rettungskräfte sollen Maradonas Tod gegen 13 Uhr bestätigt haben.

Hätte man seinen Tod verhindern können?

Laut Télam fanden in der Wohnung und der Praxis von Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque am Sonntag (29. November) Razzien statt. Zudem seien Ermittlungen wegen “fahrlässiger Tötung” gegen den Arzt aufgenommen worden. Maßgeblich für diese Nachforschungen seien die Zeugenaussagen von Maradonas drei Töchtern Jana, Giannina und Dalma gewesen. Sie hätten demnach ihre Zweifel daran geäußert, ob der 60-jährige Ex-Fußballer in den vergangenen Monaten und nach seiner OP korrekt von Luque behandelt worden sei.

Luque bestätigte die Durchsuchungen noch am Sonntag in einer Pressekonferenz. Er kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, die medizinische Unterlagen zu Maradona sowie elektronische Geräte beschlagnahmt habe, so der Arzt. Mit Tränen in den Augen betonte er, er habe sich nichts vorzuwerfen. “Ich bin stolz auf alles, was ich für Diego gemacht habe.” Dieser sei wie ein Vater für ihn gewesen.

Zuvor hatte Maradonas Anwalt Matias Morla auch schon schwere Vorwürfe gegen die zu Hilfe gerufenen Sanitäter erhoben. Der Krankenwagen habe mehr als eine halbe Stunde auf sich warten lassen. Maradonas ehemaliger Arzt Alfredo Cahe machte im argentinischen TV hingegen Maradonas Familie Vorwürfe. Er hätte nach der Gehirn-Operation im Krankenhaus bleiben sollen. Er sei – entgegen des Rates der Klinik – nach Hause geholt worden, obwohl man von den Risiken wusste.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel