Ein Fake-Orgasmus machte Meg Ryan weltberühmt

Sie feiert den 60. Geburtstag

Die Orgasmus-Szene aus „Harry und Sally“ (1989) gehört zu den bekanntesten der Filmgeschichte und machte US-Schauspielerin Meg Ryan zum großen Star der romantischen Komödien der 1990er Jahre.

Ryan spielte in dem Film Sally Albright und Schauspieler Billy Crystal (73) Harry Burns – zwei Freunde, die sich schließlich ineinander verlieben. An einer Stelle im Film erklärt Crystals Figur, dass er nicht glaube, dass eine der Frauen, mit denen er geschlafen hat, jemals einen Orgasmus vorgetäuscht habe, und Sally beweist ihm das Gegenteil, indem sie einen überzeugenden Höhepunkt mitten in einem Restaurant inszeniert…

Die Beziehungskomödie des Regisseurs Rob Reiner (74) erhielt fünf Nominierungen für den Golden Globe und das Drehbuch von Nora Ephron (71) außerdem eine Oscar-Nominierung. Dabei stand die berühmte Szene so gar nicht im Drehbuch, wie Meg Ryan erst vor ein paar Jahren beim Locarno Film Festival, bei dem sie mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde, verraten hat.

„Wir hatten Raum zum Improvisieren, und es sollte witzig rüberkommen. Da kam ich auf die Idee, dass ich es, statt darüber zu reden, einfach vorführen könnte“, erzählte der Hollywood-Star 2018 über die Entstehungsgeschichte der Szene, die ihr selbst nie peinlich war.

Nach „Harry und Sally“ avancierte Meg Ryan mit Filmen wie „Schlaflos in Seattle“ (1993), „When a Man Loves a Woman – Eine fast perfekte Liebe“ (1994), „I.Q. – Liebe ist relativ“ (1994), „French Kiss“ (1995), oder „E-Mail für Dich“ (1998) zu „America’s Sweetheart“.

„Es war Regisseurin Nora Ephron, die diesen alten Begriff wieder einführte und auf mich anwendete“, erzählte Ryan 2018 im Interview mit dem „Tagblatt“. „America’s Sweetheart! Ich weiß noch, wie ich dachte: Mist, jetzt habe ich ein Label. Ein süßes zwar, aber Labels schränken dich extrem ein.“

Spätestens ihre mehrmonatige Affäre im Jahr 2000 mit dem australischen Filmstar Russell Crowe (57), den sie bei den Dreharbeiten zu „Lebenszeichen – Proof of Life“ (2000) kennengelernt hatte, setzte dem ungeliebten Image ein Ende. Denn zu diesem Zeitpunkt war Meg Ryan seit 1991 mit Hollywood-Star Dennis Quaid (67) verheiratet.

Im Jahr 2003 sagte sie dem „Guardian“: „Diese Sache [ihre Affäre mit Crowe, Red.] ist passiert und ich war überall in den Boulevardzeitungen und ich ging durch die Lobby und alles blieb stehen. Die Leute hörten auf zu reden und starrten mich an. Und dann kam ich zum Aufzug und anstatt zusammenzubrechen und ‚Oh‘ zu sagen, fing ich einfach an zu lachen“, erinnerte sie sich an diese vielleicht auch etwas befreiende Zeit.

2001 ließen sich Ryan und Quaid scheiden. Viel später räumte sie mit den damaligen Schuldzuweisungen auf: 2008 erklärte Ryan „InStyle“, dass Crowe zu Unrecht in ihre Eheprobleme verwickelt worden sei: „Ich denke, er hat einen großen Schaden angerichtet. Aber Russell hat die Ehe nicht kaputt gemacht. Er war am Ende definitiv da, aber es war nicht seine Schuld.“ Vielmehr sei sie ein „Wrack“ gewesen. „Ich habe ihn am Ende auch verletzt. Ich konnte nicht noch eine lange Beziehung führen, es war nicht die richtige Zeit dafür. Also bin ich ausgestiegen“, so Ryan über das Affärenende.

Im selben Interview behauptete sie zudem, dass Ehemann Dennis Quaid ihr auch untreu gewesen sei: „Es [ihre Affäre mit Crowe] war eine großartige Geschichte, aber was nicht in der Geschichte vorkam, war die Realität in meiner Ehe. Dennis war mir lange Zeit nicht treu, und das war sehr schmerzhaft. Nach meiner Scheidung habe ich mehr darüber erfahren“, sagte Meg Ryan.

Und frei nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“ wagte sich Meg Ryan Anfang der Nullerjahre beruflich ebenfalls an neue Genres. Doch Filme wie der Erotikthriller „In the Cut – Wenn Liebe tötet“ (2003) floppten. Die vielen negativen Reaktionen auf den Film, in dem sie eine Lehrerin in den Armen eines Frauenmörders spielte, hätten sie überrascht, wie Meg Ryan dem Schweizer „Tagblatt“ sagte. „Mir wurde erst dann klar, dass ich mich auf eine ganz bestimmte Art in den Köpfen der Zuschauer festgesetzt hatte und dass dieser Film diesem Bild überhaupt nicht entsprach. Wir hätten das Publikum wohl warnen müssen: Wenn ihr eine romantische Komödie erwartet, seid ihr hier falsch.“

Es waren aber wohl nicht nur ihr festgelegtes Image und das turbulente Liebesleben, das Meg Ryans Karriere knicken ließen. Immer häufiger wurde über Beauty-Eingriffe spekuliert. Ungewohnt offen äußerte sie sich 2008 im Interview mit dem Magazin „Gala“ zum Schönheitswahn in Hollywood. „Jeder soll machen oder lassen, was er oder sie für richtig hält. Aber dieses ständige Fragen und Mutmaßen, warum eine Frau so aussieht, wie sie aussieht, finde ich geradezu unanständig“, sagte die damals 47-Jährige.

Erst am vergangenen Wochenende erklärte die Schauspielerin wieder ihr Schönheitsgeheimnis: „Ich ernähre mich gesund, schlafe viel und trinke jeden Tag zwei Liter Wasser. Außerdem trainiere ich regelmäßig und versuche, dem Alter durch viel Schwitzen zu entkommen“, sagte sie der „Bild am Sonntag“ anlässlich ihres 60. Geburtstags.

Meg Ryan kam am 19. November 1961 als Margaret Mary Emily Anne Hyra in Fairfield, Connecticut im Nordosten der USA zur Welt. Am Freitag feiert sie ihren 60. Geburtstag. „Es wird kein großes Tamtam geben. Diese Zeiten liegen hinter mir“, verriet sie der Sonntagszeitung. Ihre beiden Kinder Jack (29) – aus der Ehe mit Dennis Quaid – und Adoptivtochter Daisy werden dabei sein und ein paar Freunde.

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