Fans gehen auf die Barrikaden

Frauenfeindliche Äußerungen: Wolfgang Joop scharf im Netz kritisiert

"Schön ist die Modewelt nur, wenn es auch Sünde gibt"

Diesen Satz hätte sich Wolfgang Joop wohl lieber verkniffen. Ausgerechnet der Modeschöpfer, der in der Vergangenheit im Rahmen von „Germany’s Next Topmodel“ dabei geholfen hat, Nachwuchsmodels zu casten, polarisiert derzeit mit frauenfeindlichen Äußerungen. In einem „Spiegel“-Interview äußerte er kürzlich seine persönliche Meinung zum früheren sexistischen Umgang mit Models und sehnte sich diese Zeit zurück. Die Internet-User gehen deshalb jetzt auf die Barrikaden.

Seine Äußerungen im "Spiegel"-Interview

In einem Interview des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ hatte Joop angegeben, er habe bei Karl Lagerfelds Tod geweint, weil die Welt unter ihm „so wunderbar frivol und frigide war.“ Sein weiterer Wortlaut: „Alles war käuflich. Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer. Und wenn sich ein Mädchen beschwerte, hieß es: Wir können auch auf dich verzichten.“ Joop stimmte auf Nachfrage des „Spiegel“-Journalisten zwar zu, dass diese Art und Weise fürchterlich gewesen sei, gab aber gleichzeitig an: „Wirklich schön ist die Modewelt nur, wenn es auch die Sünde gibt.“ Aussagen die jetzt für Fassungslosigkeit sorgen.

Netz-User sind fassungslos

Als „Verherrlichung von Gewalt und Demütigung von Frauen“ bezeichnete etwa die Grünen-Europaabgeordnete Katrin Langensiepen auf Twitter die Äußerungen, eine Twitter-Userin kommentierte außerdem: „Ich bin gerade sprachlos. Diese Frauen wurden sexuell missbraucht und ausgebeutet und dieser Mensch spricht von ‘Sünde’, als ob das sexy wäre?“

Noch weiter ging ein anderer Nutzer: „Spätestens jetzt wäre Zeit für einen Staatsanwalt, mit Ermittlungen zu beginnen.“ Und eine weitere Nutzerin fragte mit Blick auf Joop: „Macht der sich nicht mindestens als Mitwisser auch strafbar mit solchen Aussagen? Unerträglich!“

Heftiger Diss gegen Robert Habeck

Einige wenige Nutzer kritisierten zudem Joops Aussage in dem Interview, vom Kleidungsstil eines Menschen lasse sich auf dessen Denkweise schließen. Der 76-Jährige hatte dem Grünen-Chef Robert Habeck eine Krawatte gewünscht. „Es gibt Berufe, da erwarte ich eine gewisse Perfektion. Chefarzt etwa. Oder kommender Vizekanzler. Wenn einer sich schlampig anzieht, denkt er auch schlampig, so sehe ich das.“

Ein Internet-User reagierte darauf, er kenne viele hoch intelligente Professoren, die sich „schlampig“ anzögen, „aber nur wenige dumme Modemacher, die glauben, andere über deren Kleidungsstil beurteilen zu können.“ Bei dem Thema hatte Joop einen Ausweg offengelassen: „Es könnte allerdings auch von Souveränität zeugen, den Erwartungen nicht zu entsprechen.“ Zumindest in diesem Fall hat er sich so also gerade nochmal retten können. (dpa / cch)

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