Homosexualität im Fußball ist noch immer ein Tabuthema. Nur wenige internationale Spieler haben sich in den vergangenen Jahren geoutet, ein einziger Profi-Fußballer war es in Deutschland. Bis heute gilt Thomas Hitzlsperger, 39, als Vorreiter auf dem Gebiet. Einer, der ihm bei seinem Coming-out zur Seite stand, war Joachim Löw, 61. Das erzählt der amtierende Bundestrainer jetzt im Interview mit der "Zeit". 

Joachim Löw plädiert für “Offenheit, Vielfalt und Teilhabe”

Seit 15 Jahren ist Joachim Löw Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, hat in seiner Karriere für mehr Diversität im deutschen Fußball gesorgt. Beim Thema Homosexualität im Profifußball stößt aber auch ein Jogi Löw an seine Grenzen. "Trotz des Coming-outs von Thomas Hitzlsperger in der "Zeit" gibt es keinen einzigen Profispieler in Deutschland, der sich als schwul geoutet hat. Warum tut sich der Fußball so schwer mit dem Thema? Die Gesellschaft hat sich doch ziemlich normalisiert", so die Frage der "Zeit"-Journalisten an den amtierenden Bundestrainer. Löw darauf: "Thomas hat diesen Schritt gewagt, als seine Karriere eigentlich beendet war. Er hat mich dabei ein Stück weit auf dem Laufenden gehalten."

Die Offenheit, die mittlerweile in der Gesellschaft angekommen sei, würde er im Fußball noch immer vermissen, so Löw: "In der Gesellschaft ist die Offenheit grundsätzlich vorhanden. Und das ist wichtig. Obwohl sich schon wahnsinnig viel getan hat, fehlt sie aber vielleicht noch ein bisschen im Stadion." 




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“Ich würde dazu stehen”

Dass Homosexualität im Profifußball noch immer ein Tabuthema zu sein scheint, bedauert der 61-Jährige, wie er selbst sagt. "Unsere Gesellschaft, und damit auch der Fußball, steht doch für Offenheit, Vielfalt und Teilhabe." Er persönlich sei dem Thema gegenüber mehr als offen, so Löw. Auf die Frage der "Zeit"-Journalisten "Wie würden Sie handeln, wenn es Sie beträfe?" findet Joachim Löw eine mehr als klare Antwort, die richtungsweisend sein sollte: "Dann würde ich dazu auch stehen."

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