Unterlassungsklage wegen eines umstrittenen Interviews

Jérôme Boateng vor Gericht: Streit mit Kasia Lenhardts Familie ist das Letzte, was er wollte

Mutter seiner Ex Kasia (†) zieht vor Gericht

Jérôme Boateng (33) hat im vergangenen Jahr ein brisantes Interview über seine Ex-Freundin Kasia Lenhardt gegeben. Wenige Tage später nahm sich die ehemalige GNTM-Kandidatin das Leben – mutmaßlich infolge der zahlreichen Hass-Nachrichten, die danach auf sie eingeprasselt sein sollen. Ihre Mutter, Adrianna Lenhardt, hat daraufhin eine Unterlassungsklage veranlasst, um die damals getätigten Äußerungen des Fußballers zu unterbinden. Ein Streit vor Gericht sei jedoch das Letzte, was Boateng gewollt habe.

Außergerichtliche Einigung im Fall Boateng?

Boatengs Anwältin Stephanie Vendt erklärte in der Verhandlung vom 3. Mai, dass man schon länger an einer außergerichtlichen Lösung interessiert sei. „Was jetzt hier abläuft – mit der ganzen Presse und so – ist das Gegenteil von dem, was Ihre Mandantin möchte.“ Wiederholt habe ihr Mandant sein Bedauern ausgedrückt. „Herr Boateng möchte mit der Familie von Kasia nicht streiten.“ Klägeranwalt Markus Hennig erwiderte darauf nur: „Wenn er sich öffentlich entschuldigen würde, wäre das der Familie sehr, sehr wichtig.“

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Eine finale Entscheidung gibt es bislang noch nicht. Der Anwalt von Kasias Mutter habe sich eine Fristverlängerung erbeten und vier Wochen „Schriftsatznachlass“ erhalten. Ein Urteil wird nicht vor Ende Juni erwartet.

Vorsitzende Richterin Thiel: „Etwas, das das Lebensbild verzerrt, verletzt das Postmortale Persönlichkeitsrecht.“

„Die Äußerungen sollen verschwinden. Man soll sie nicht mehr im Internet lesen können, zumindest nicht unwidersprochen! In damaligen Zeiten sind solche Artikel im Archiv verschwunden. Heute googelt man einfach“, hält Rechtsanwalt Hennig fest.

Ganz grundsätzlich liegt die Schwierigkeit im sogenannten Postmortalen Persönlichkeitsrecht. Anders als Kasia zu Lebzeiten, kann ihre Mutter nicht die gleichen Rechte geltend machen. Sie kann jedoch versuchen, zu beweisen, dass Kasia durch die Äußerungen in ihrer Menschenwürde verletzt beziehungsweise ihr Lebensbild durch die Äußerungen verzerrt wurden. (dga)

Hilfe bei Suizid- Gedanken

Wenn Sie Suizid-Gedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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