Man schaut ihnen gerne zu: wie sie miteinander lachen, miteinander erzählen und sich in den Arm nehmen…Am Set spürt jeder diese innige Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Für RTL­-"Punkt 12"-­Moderatorin Katja Burkard, 56, und Marie­-Therese, 20, ist das GALA­-Shooting etwas ganz Besonderes.

Nie zuvor hat man die Moderatorin mit ihrer ältesten Tochter in der Öffentlichkeit zusammen gesehen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Für Katja Burkards Mann, Medien­berater Hans Mahr, 72, dürfte unser Shooting wohl gern ein bisschen schneller vonstattengehen. Nicht nur, weil er am Abend die beiden mit einem Wiener Schnitzel überraschen will, sondern auch, weil seine Tochter bereits am nächsten Morgen zurück nach Madrid fliegt.

Katja Burkard + Marie-Therese Mahr im GALA-Interview

GALA: Marie-Therese, was machen Sie in Madrid?
Marie-Therese: Ich studiere Politik, Jura und Wirtschaft.

Sind Sie gerade erst von zu Hause ausgezogen?
Marie-Therese: Nein, schon mit 16, um in Oxford meinen Abschluss auf dem Internat zu machen.

Katja: Mein Mann und ich haben unsere Kinder auf die Welt neugierig gemacht. Also konnte ich auch nicht nein sagen, als sie nach England wollte. Ich weiß noch, wie wir sie dort abgeliefert haben. Hans musste anschließend nach Wien fliegen, ich nach Köln. Ich hab da ganz alleine am Gate gesessen und so schlimm geheult. Natürlich war ich schon da wahnsinnig stolz auf Marie­-Therese. Aber ich hätte sie natürlich lieber bei mir gehabt. Ich bin schon eine Glucke. Ich wusste, wir müssen uns abnabeln, aber das war nicht leicht. Zum Glück hab ich noch meine "kleine" Katharina bei mir zu Hause.

Telefonieren Sie oft miteinander?
Katja: Angeblich so viel wie keine an­dere Mutter mit ihrer Tochter. Wenn Marie­-Therese nicht rangeht und auch nicht zurückruft, schreibe ich Whats­App und stalke sie so. (lacht).

Marie-Therese, wie war das für Sie, mit einer berühmten Mutter aufzuwachsen?
Marie-Therese: Ich kannte es ja nicht anders. Wenn Leute aus meiner Klasse krank waren, bekam ich ein Handyfoto von Mamas Sendung geschickt, weil sie im Bett "Punkt 12" geguckt haben. Ich habe aber nie Neid zu spüren bekommen, und ich musste mir auch keine doofen Kommentare anhören.

Katja: Ich bin eine Wirtstochter und sehr bodenständig aufgewachsen. Mir war wichtig, dass die Kinder verstehen, wie die Medienwelt tickt. Ich weiß noch, dass ich Marie­-Therese mal mit zu einer Modenschau geschleppt habe. Sie war überhaupt nicht beeindruckt, sondern sagte: 'Mama, hier sind ja so viele total Fake.' Da war ich beruhigt. Wir haben unsere Kinder immer angehalten, kritisch zu sein und sich nicht blenden zu lassen.

Sie haben mal erwähnt, dass Sie gegenüber Ihren Kindern manchmal ein schlechtes Gewissen hatten, weil Sie beruflich so viel weg waren.
Marie-Therese: (antwortet lächelnd für ihre Mutter) Das habe ich aber nie als schlimm empfunden. Und in ge­wisser Weise konnte sie so auch besser für mich und meine Schwester da sein, weil sie glücklich war. Ich möchte auch irgendwann mal so erfolgreich wie meine Mutter sein.

Katja: Ich höre und staune.

Marie-Therese: In vielerlei Hinsicht wäre ich gerne wie du.

Katja: Das höre ich zum ersten Mal.

Marie-Therese: Ja. Du schaffst es zum Beispiel, dass Menschen sich in deiner Umgebung immer gut fühlen (Katja schaut gerührt).

„Die junge Generation feiert Individualität“

Marie-Therese, welchen Themen beschäftigen Sie?
Marie-Therese: Natürlich der Klima­schutz. Ich frage mich, ob wir nicht viel zu lange viel zu wenig gemacht haben. Außerdem spielt in meiner Generation die Beziehung zum eigenen Aussehen eine große Rolle. Als ich jünger war, habe ich mir nie auf Fotos gefallen. Heute ist es mir am wichtigsten, dass ich auf Fotos glücklich ausschaue.

Katja: Genau das finde ich so toll an der jungen Generation: Die beschäf­tigen sich schon in ganz jungen Jahren mit dem Thema Selbstakzeptanz und feiern Individualität. Bei mir war das Frauenbild noch anders. Da hat man sich noch mehr bemüht zu gefallen, statt zu sich selbst zu stehen.

Wie waren Sie mit 20?
Ich war in erster Linie froh, dem Landleben entkommen zu sein und habe neben meinem Studium schon hart gearbeitet. Ich wollte Journalistin werden, das stand für mich fest. Zu meinen Eltern hatte ich ein gutes Ver­hältnis, aber die wussten nicht ansatz­weise so viel über mein Leben wie ich über das von Marie­-Therese. Ich habe im Prinzip Verständnis für alles, was sie tut. Und durch unsere intensiven Gespräche gibt sie mir auch viele Denkanstöße – politisch, in Sachen Gender-Diskussion und auch in anderen Bereichen. Ich konnte gegen meine Eltern noch mit Musik und Hippie-Klamotten rebellieren. Ich als Mutter und dann noch mit dem Beruf frage mich: Womit können meine Kinder mich noch schockieren? Natürlich gibt es eine No-Drug-Policy bei uns zu Hause. Also, ich wüsste jetzt nichts … Tattoos waren mal ein Thema – die finde ich nicht so toll. (Marie-Therese grinst) Hast du etwa eins?

Marie-Therese: Noch nicht. (lacht)

Gibt es also noch Dinge, die Mama vorher absegnet?
Marie-Therese: Piercings und Tattoos. Ansonsten müsste ich die über einen längeren Zeitraum verstecken.

„Ich habe ein unerschütterliches Vertrauen in meine Tochter“

Und feste Freunde – müssen die durchs Mutti-Casting?
Marie-Therese: Ich habe mich nie in jemanden verliebt, den ich nicht als gute Person angesehen habe. Von daher gab es kein Problem. Aber natürlich ist es mir wichtig, dass Mama die Person mag.

Katja: Ich hab Marie-Therese immer gesagt: 'Ich möchte dir vertrauen. Bitte enttäusch mich nicht. Du kannst mir alles sagen, auch wenn ich tobe.' Ich hab wirklich ein unerschütterliches Vertrauen in meine Tochter und habe ihr auch nie nachspioniert.

Sie klingen sehr harmonisch. Kracht es auch mal?
Katja: Wir sind nicht Familie super-duper. Bei uns ist oft Feuer unterm Dach – und zwar richtig! Bei uns kommen alle Klamotten auf den Tisch. Da ist keiner zurückhaltend!

Marie-Therese: Wir beide sind sehr emotional und können einander auch gut nerven.

Womit?
Marie-Therese: Ganz blödes Beispiel: das Aufräumen. Sie nervt es so sehr, wenn es bei mir unordentlich ist, dass ich dann sage: 'Dann komm doch nicht in mein Zimmer!'

Katja: Ich habe halt gern Ordnung. Und am Ende ist es doch so: Wer macht es weg? Ich!

Marie-Therese: Du machst das aber auch gerne mal direkt nach dem Essen. Während man noch entspannt mit der Familie am Tisch sitzt und sich unterhält, ziehst du uns die Teller unter der Nase weg.

Katja: Das ist so klischeehaft. (lacht)

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Sie sind beide sehr empathisch

Und wo sind Sie sich sehr ähnlich?
Marie-Therese: Wir sind beide gut darin zu spüren, was andere fühlen.

Katja: Wir haben so ein Kummerkasten-Gen. Freundinnen sagen immer: 'Katja, du bist wie Mutter Teresa. Bei dir kann sich jeder ausheulen.' Marie-Therese, Ihr Vater stammt aus Wien und hat einen feinen Gaumen.

Haben Sie den geerbt?
Katja: Da schalte ich mich gleich mal ein: Mein Mann geht lieber mit meiner Tochter essen als mit mir.

Marie-Therese: Ich habe vom Hans – so sprechen wir unseren Vater an – gelernt, alles zu probieren. Daher bin ich offen und liebe wie er gute Käse- und Wurstplatten mit einem Glaserl Wein.

Und Chips-Abende mit Mama?
Marie-Therese: Immer, wenn ich nach Hause komme und Hans nicht da ist.

Ihre Eltern haben beide Karriere in der Medienbranche gemacht. Möchten Sie da auch hin?
Marie-Therese: Ich weiß es noch nicht. Ich studiere jetzt etwas Politisches, aber ich interessiere mich auch irrsinnig für Theater und Film.

„Kinder zu kriegen war die beste Entscheidung meines Lebens“

Wie hat sich nun Ihr erstes gemeinsames Interview angefühlt?
Katja: So schön! Wenn ich höre, was für kluge Sachen Marie-Therese sagt, dann … Ha, ich bin so nah am Wasser gebaut.

Marie-Therese: Auch da sind wir uns ähnlich. Es war schön, dass wir das zusammen gemacht haben.

Katja: Kinder zu kriegen, war die beste Entscheidung meines Lebens. Meine Mädels sorgen jeden Tag dafür, dass mein Herz aufgeht.

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