Gerade erst hatte er sich positiv über den Schauspieler geäußert, da muss sich Karl Lauterbach auch schon wieder korrigieren. Jan Josef Liefers hat mit Aussagen im TV für Unmut des Gesundheitspolitikers gesorgt.

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Am Freitag veröffentlichte „Bild“ einen Gastbeitrag von Liefers, der von seinem eintägigen „Praktikum“ auf einer Intensivstation berichtete. Er schrieb: „Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft.“ Direkt zum Impfen aufrufen wollte Liefers dennoch nicht: „Ich befürworte die Impfung Erwachsener, absolut klarer Fall. Aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge, ich erzähle hier nur meine Geschichte. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.“ Er selbst ist geimpft. 

Liefers hatte sich im Frühjahr an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt, bei der über 50 Film- und Fernsehschauspieler die Corona-Politik in Deutschland kommentiert hatten. Die Prominenten waren dafür hart kritisiert worden. Liefers kündigte daraufhin an, sich bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen angemeldet zu haben. Dazu hatte die Medizin-Bloggerin „Doc Caro“ aufgerufen. Nun hat Liefers sein Versprechen eingelöst, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten.

„Diese Ehrlichkeit ist sehr hilfreich und nobel. Chapeau“

Dafür bekam er Anerkennung. Nach Veröffentlichung von Liefers‘ Gastbeitrag reagierte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach auf Twitter. Er schrieb: „Diese Ehrlichkeit ist sehr hilfreich und nobel. Chapeau. Ich glaube, viele Impfskeptiker würden ihre Meinung ändern nach einem Besuch auf der Intensivstation. In dieser Hinsicht hätten auch die Fernsehmedien mehr helfen können.“ 

Inzwischen hat Lauterbach seine Meinung zu Liefers aber geändert. Der Schauspieler trat später am Freitag bei „Bild TV“ auf. Der zugeschaltete Promi erklärte dort: „Wenn man auf einer Intensivstation ist, dann sieht man natürlich auch ein verzerrtes Bild, weil dort liegen einfach nur die schwersten der schwersten Fälle.“ Dabei spielten Vorerkrankungen eine Rolle, so Liefers, jedoch seien auch jüngere Menschen inzwischen betroffen. „Was das alles zu bedeuten hat, kann ich nicht einordnen, ich bin kein Arzt.“

„Das ist für mich unverständlich“

Schließlich bringt er erneut seine Meinung zum Impfen zum Ausdruck und betont noch einmal, dass er sich nach reiflicher Überlegung impfen lassen habe, sobald er die Möglichkeit dazu hatte. „Aber ich weiß natürlich auch, dass wir heute Leute, die sich gegen eine Impfung entscheiden, massiv unter Druck setzen.“ Obwohl es keine Impfpflicht gibt, erpresse man die Leute nun regelrecht und setze sie unter Druck, sich impfen zu lassen. „Das ist für mich unverständlich.“ Er fordere einen neuen Plan der Regierung zu diesem Thema, so Liefers.

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Auf Liefers‘ TV-Auftritt reagierte nun Karl Lauterbach auf Twitter wie folgt: „Unglaublich“, schrieb er. Der Politiker betonte, Liefers noch für seinen Besuch der Intensivstation gelobt zu haben. „Das nehme ich zurück. Jetzt nutzt er den Besuch, um dem Staat Erpressung von Ungeimpften zu unterstellen. Er hat gar nichts dazugelernt.“ 

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