Monica Lewinsky, 48, ist nicht nur die Frau, mit der Bill Clinton, 75, Ende der 1990er-Jahre eine Affäre hatte. Das Unrecht, das sie als Person des öffentlichen Lebens seither erfuhr, hat Spuren hinterlassen. Doch aufgeben kam für die Psychologin nie infrage, wie sie im Interview mit dem US-Magazin "People" nun erzählt.

Monica Lewinsky: Bill Clinton hatte “einen gefährlichen Charme”

Als der verheiratete Bill Clinton mit der damals 22-jährigen Praktikantin eine sexuelle Beziehung einging und anschließend darüber log, riss der Skandal ein tiefes Loch in das Leben von Monika Lewinsky. Zwar kam es 1999 zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen das damalige Staatsoberhaupt, kurz darauf sprach man Bill Clinton jedoch von den Vorwürfen frei. Heute nutzt die 48-Jährige ihre Stimme, um über ihre traumatischen Erfahrungen aufzuklären und zu erzählen, wie sie dem spöttischen Ruf der "ewigen Affäre" entkam.

In dieser Serie geht es um ihr eigenes Narrativ – nicht das von Bill Clinton und auch nicht das der Medien. Die dritte Staffel der TV-Serie "Impeachment: American Crime Story" lief am 7. September 2021 in den USA an und soll ab 2022 auch in Deutschland gezeigt werden dürfen.

Darin reflektiert Lewinsky offen über ihre Zeit als Angestellte von Bill Clinton: "Für mich war es die Kombination von der Begeisterung, im Weißen Haus zu sein, der Begeisterung der Präsidentschaft und der Begeisterung, dass dieser Mann mir Aufmerksamkeit schenkte". Heute blickt sie mit drastischer Klarheit zurück: "Ich war gefesselt von ihm, wie es auch viele andere waren.




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Er hatte Charisma, einen gefährlichen Charme, und es war berauschend." Mittlerweile verstehe sie, dass sie Verantwortung für Dinge übernahm, die eigentlich anderen Personen oblagen – "aufgrund des Machtgefälles, des Altersgefälles". Obwohl sie einräumt, "falsche Entscheidungen" getroffen zu haben, sieht sie die Schuld klar bei Clinton. "[Andere Präsidenten] hätten eine 22-Jährige nicht ermutigt. Und dann vor allem nicht so lange damit weitergemacht".

Monica Lewinskys heutiges Leben: “Ich treffe mich wieder mit Männern”

Dem US-Magazin "People" gab Monica Lewinsky zum Serienstart ein Interview. Therapiestunden und ihre engen Freund:innen haben ihr durch die schwere Zeit geholfen, berichtet sie im Gespräch über ihr Leben nach dem Skandal. Für zehn Jahre zog sich Lewinsky völlig aus der Öffentlichkeit zurück – langsam nehmen die Anfeindungen gegen sie endlich ein wenig ab, findet sie. Aktuell gibt die Aktivistin Unterrichtsstunden über die Konsequenzen "öffentlicher Herabwürdigung" und engagiert sich als Anti-Mobbing-Expertin. Auch über ihre Liebesleben wird geplaudert: "Ich treffe mich mit Männern, aber ich bin noch nicht verheiratet", verrät die Produzentin.

Durch die Serie bekam Lewinsky schließlich die Chance, ihre Perspektive der Ereignisse zu schildern: "Wir haben alle gesehen, dass es nicht nur darum ging, einen Job zu verlieren. Es ging um die Macht, dass man dir glaubt […]", stellt sie klar. Die Geschichte um sie und Bill Clinton bestimmt das Leben der Frau bis heute – doch sie fand einen neuen Weg, mit ihr umzugehen. Für die Zukunft wünscht sich Monica Lewinsky, dass dieses Kapitel nur noch "eine kleine Fußnote" sein wird und der Fokus bald nur noch auf ihren "persönlichen Errungenschaften" liegt.

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