Am Samstag fand in Karlsruhe eine “Querdenken”-Demo statt. Der dortige Auftritt einer Elfjährigen sorgt weiter für Empörung. Auch Oliver Pocher schaltet sich in die Kritik ein – und geht vor allem mit den Eltern hart ins Gericht.

Darin war zu sehen, wie zuerst die Mutter des Kindes die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus als “bescheuert” bezeichnet und wütet, der Lockdown würde “keinen Sinn machen”. Dann betritt ihre Tochter die Bühne und berichtet von Beschwerlichkeiten wegen ihrer Geburtstagsfeier: “Wir mussten die ganze Zeit leise sein, weil wir sonst vielleicht von unseren Nachbarn verpetzt worden wären.” Diese Beschreibung ufert dann in einen Vergleich mit der von den Nazis ermordeten Jüdin Anne Frank: “Ich fühlte mich wie bei Anne Frank im Hinterhaus, wo sie muxmäuschenstill sein mussten, um nicht erwischt zu werden”. 

“Das ist das Dümmste, was ich seit Langem gehört habe”

Inzwischen ermittelt die Polizei wegen des Vorfalls. Raphael Fiedler von der Polizei Karlsruhe erklärte t-online: “Wir müssen schauen, ob es sich hier um eine Verharmlosung des Holocausts handelt”. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der Kritik in den sozialen Netzwerken schließt sich auch Comedian Oliver Pocher an. In einem Video auf Instagram zeigt er den Auftritt der Elfjährigen und legt los: “Ich mache nicht mal dir den Vorwurf, liebe Elfjährige, sondern deinen Eltern. Das ist so ziemlich das Dümmste, was ich seit Langem gehört habe.”

“Tagebuch der Anne Frank”: Die detaillierten Einblicke dokumentieren die Verbrechen der Nazi-Diktatur. Das Buch wurde weltweit millionenfach übersetzt und verkauft. (Quelle: imago images / Ulli Winkler)

Dann erklärt Pocher dem Mädchen den historischen Hintergrund. Dass Anne Frank sich in Amsterdam mit ihrer Familie und vier weiteren Juden mehr als zwei Jahre lang in einem Hinterhaus versteckt hielt und 1945 im Konzentrationslager Bergen Belsen ermordet wurde. Der 42-Jährige schlussfolgert: “Niemand wird dich in ein KZ stecken, wenn du dein Geburtstag nicht feiern kannst.” 

“Anne Frank hatte nicht einmal etwas zu Essen”

Pocher spricht von dem “Unangenehmsten” und “Lächerlichsten”, dass ausgerechnet die Bedrohungslage von Anne Frank als Vergleich zu der Corona-Situation des elfjährigen Mädchens herangezogen wurde. Er empfiehlt, “intensiver in die Schule zu gehen anstatt so einen Bullshit (…) anzuführen”.

Der Comedian redet sich in Rage und wirft dem Mädchen vor, noch viele Geburtstagsfeiern erleben zu können, aber “Anne Frank hatte nicht einmal etwas zu Essen zu ihrem Geburtstag und noch ganz andere Probleme”.

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Pocher endet mit den Worten: “Schaue dir vorher lieber den Film an, bevor du das nächste Mal so einen dümmlichen Vergleich auf so einer beschissenen Demo zum Besten gibst.” Im Jahr 2016 wurde “Das Tagebuch der Anne Frank” verfilmt. Die Produktion mit Lea van Acken als Anne Frank in der Hauptrolle bekam damals von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat “besonders wertvoll”.

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