Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat Dieter Nuhr für eine Kampagne um ein Statement gebeten. Nach großer Kritik dafür löschte die Organisation den Beitrag von Nuhr. Der Kabarettist ist deswegen jetzt sauer. 

Das sagte Nuhr in seinem Statement 

In seinem Statement sagte Nuhr unter anderem: “Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100 Prozent sicher ist, sondern dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben. Weil viele Menschen beleidigt sind, wenn Wissenschaftler ihre Meinung ändern: Nein, nein! Das ist normal! Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert.” Wissenschaft sei keine Heilslehre und auch keine Religion, sie sei aber die einzig vernünftige Wissensbasis, die wir haben und deshalb so wichtig. 

Warum Nuhrs Beitrag für Kritik sorgte 

Nicht das Statement an sich war für viele Menschen Grund zur Kritik, sondern Nuhr als Person und die damit verbundene Einstellung. Er sei nicht der Richtige, für ein Kampagnengesicht der DFG. Grund dafür seien zum einen seine Aussagen zu Greta Thunberg. Er stellte sie und die Klimabewegung Fridays for Future als Bedrohung der Freiheit dar. Eine ausführlichere Besprechung der Aussagen von Nuhr, können Sie sich hier im Detail noch einmal anschauen und durchlesen. 

Auch seine Einstellung zu den Maßnahmen in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie klassifiziere ihn nach Meinung vieler Menschen nicht als Kampagnengesicht. Näheres zu seinem Tweet aus dem März erfahren Sie hier. 

So wütet Nuhr auf Facebook

Für Dieter Nuhr ist das alles aber offenbar wenig nachvollziehbar. Das zeigen seine Äußerungen auf Facebook. Da gibt sich der Komiker und Autor empört über das Verhalten der DFG. Er halte es für “alarmierend”, dass sein Statement gelöscht wurde. Die Löschung resultiere nur aus dem Shitstorm. “Egal, was ich sage, sobald es im Netz öffentlich wird, gibt es organisierten Hass”, meint Nuhr. “Das ist offensichtlich eine im Netzwerk organisierte Kampagne, die mich als an der Meinungsbildung Beteiligten diskreditieren soll. Es ist offensichtlich, dass dies ideologisch begründet ist, da ich mich politisch kritisch gegenüber Linken und Rechten äußere und mich immer wieder gegen jeden politischen Extremismus wende.”

Das würde seiner Meinung nach sowohl “linke wie rechte Fanatiker” empören. Als Religionskritiker habe er außerdem noch von religiöser Seite Gegenwind zu erwarten. “Damit muss man leben als Satiriker”, so Nuhr. Seiner Meinung nach würde die DFG nun aber den Ideologien des Netzes nachgeben. “Das ängstigt mich”, schreibt er. 

“Mich gruselts”

Die Forschungsgemeinschaft solle doch wie keine andere für freies Denken stehen. Er störe sich vor allem daran, dass er als wissenschaftsfeindlich dargestellt werde, dabei sei er “gegen den Missbrauch der Wissenschaft eingetreten.” Er habe immer betont, dass er die Fridays-for-Future-Bewegung “für sympathisch” halte. Nur empfinde er den Satz: “Folgt der Wissenschaft” für bedenklich, “weil er suggeriert, es gäbe die eine, unantastbare Meinung und Lösungsstrategie für den Klimawandel, weil so die Wissenschaft zum Erlösungsnarrativ erklärt wird”. Das sei in seinen Augen allerdings das Gegenteil von Wissenschaft. Nuhr schließt seinen langen Beitrag mit den Worten: “Mich gruselts” ab. 

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Die DFG begründet ihre Entscheidung der Löschung des Beitrags von Dieter Nuhr im Gespräch mit der “Welt” damit, dass man “offensichtlich zu einer falschen Gesamteinschätzung seiner Haltung gegenüber Wissenschaft und der Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse gekommen” sei. 

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