Für seine Komödie “Liebe nach Fahrplan” hatte er einst den Oscar für den besten ausländischen Film entgegengenommen. Nun ist der tschechische Filmregisseur Jiri Menzel nach langer Krankheit gestorben. 

Menzel, der auch als Schauspieler, Drehbuchautor und Theater-Regisseur arbeitete, war einer der wichtigsten Vertreter der “tschechoslowakischen Nouvelle Vague” der 1960er Jahre, die von einer großen Experimentierfreudigkeit gekennzeichnet war. Mit dem Einmarsch der Sowjettruppen in die CSSR im August 1968 nahm diese Zeit der künstlerischen Freiheit für Filmemacher ein jähes Ende. 1967 erhielt er für seinen ersten Film, die Tragikomödie “Liebe nach Fahrplan”, den Oscar für den besten ausländischen Film.

Seit 2017 nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen

Menzel, bekannt für seinen hintersinnigen Humor, verfilmte zahlreiche literarische Stoffe des Schriftstellers Bohumil Hrabal (1914-1997), darunter “Ich habe den englischen König bedient” aus dem Jahr 2006 mit der Deutschen Julia Jentsch und Oldrich Kaiser in den Hauptrollen. Geboren worden war er am 23. Februar 1938 in Prag als Sohn eines Kinderbuchautors.

Seit einer schweren Erkrankung im Jahr 2017 war Menzel praktisch nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Er hinterlässt seine Frau Olga und zwei junge Töchter. Zu seinen Schülern an der Prager Filmhochschule FAMU zählte unter anderen der Bosnier Emir Kusturica.  

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