Prinz Andrew musste seine royalen Schirmherrschaften und militärischen Titel an die Queen zurückgeben. Das teilte der Palast am Donnerstagabend mit. Einen Tag später zeigte sich sein Bruder in der Öffentlichkeit, darüber reden wollte er aber nicht.

Das britische Königshaus hat Prinz Andrew seine militärischen Titel entzogen. Sein älterer Bruder, Prinz Charles, möchte dies jedoch offenbar nicht kommentieren. Bei einem Besuch im schottischen Aberdeenshire ignorierte der 73-jährige Royal zumindest eine entsprechende Frage nach seinem Bruder.

Anstatt auf die Frage einzugehen, würdigte der Queen-Sohn den Journalisten keines Blickes, ging stattdessen auf jemand anderes zu und schüttelte der Person die Hand, wie ein Mitschnitt von „Sky News“ zeigt.

Am 13. Januar hatte der Buckingham-Palast mitgeteilt, dass Prinz Andrew seine „militärischen Zugehörigkeiten und königlichen Schirmherrschaften […] an die Königin zurückgegeben“ habe. Zudem werde er weiterhin keine öffentlichen Aufgaben übernehmen und sich als „Privatmann“ im Fall Virginia Giuffre verteidigen.

Der Zivilprozess wird für den Herbst erwartet

Die heute 38-Jährige wirft Prinz Andrew vor, dass dieser sie sexuell missbraucht haben soll, als sie noch minderjährig war. Er streitet die Anschuldigungen kategorisch ab. Die Vorwürfe kamen bereits 2015 auf, erneut 2019. 2020 hatte sich Andrew mit einem letztlich verhängnisvollen Interview reinwaschen wollen. Ein Gericht in den USA hatte kürzlich entschieden, ihre Klage nicht abzuweisen. Der Zivilprozess wird für den Herbst erwartet, sollte es zuvor nicht zu einer außergerichtlichen Einigung kommen.

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Dass die Queen ihrem zweitältesten Sohn nun seine militärischen Titel entzogen hat, sei erwartbar gewesen, erklärt Anna Whitelock, Professorin und Historikerin mit Geschichte der britischen Monarchie als Spezialgebiet, auf Nachfrage von t-online: „Mit all den Verwicklungen und den wiederholten Dementi von Prinz Andrew ist dies ein nie dagewesener Skandal für die königliche Familie.“ Die Queen habe „entschlossen gehandelt“, „ähnlich schnell und unbarmherzig“ wie beim Megxit, so der Vergleich der Adelsexpertin.

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