Prinz William über BBC-Interview: "Meiner Mutter wurde Unrecht getan"

Prinz William zieht Journalisten zur Verantwortung

Es sind krasse Details, die jetzt über das von Prinzessin Diana 1995 geführte Skandal-Interview über die Untreue ihres Ehemanns Prinz Charles mit der BBC herauskommen: Der Journalist Martin Bashir legte Lady Di damals gefälschte Kontoauszüge und Abtreibungsunterlagen vor, um sie dazu zu überreden, über die Missstände ihrer Ehe auszupacken. Unseriöse Methoden, zu denen sich nun auch Dianas Sohn Prinz William (38) äußert.

Prinz William: "Es sollte nie wieder ausgestrahlt werden"

In einem offiziellen Statement des Prinzen heißt es:

„Ich würde Lord Dyson und seinem Team gerne für ihre Untersuchungen danken. Es ist schön zu sehen, dass die BBC alle Untersuchungsergebnisse anerkennt – sie sind extrem besorgniserregend. So haben BBC Mitarbeiter:

  • gelogen und gefälschte Papiere verwendet, um ein Interview mit meiner Mutter zu bekommen;
  • reißerische und falsche Behauptungen über die royale Familie gemacht, welche mit den Ängsten meiner Mutter gespielt und ihre Paranoia geschürt haben,
  • beklagenswerte Inkompetenz gezeigt, als Beschwerden und Bedenken in diesem Fall geäußert wurden und
  • verheimlicht, was sie über die internen Abläufe und Ermittlungen zu dem Fall bereits herausgefunden hatten.

In meinen Augen war es die betrügerische Art und Weise, auf die das interview entstanden ist, welche beeinflusste, was meine Mutter sagte. Das Interview trug maßgeblich dazu bei, die Beziehung meiner Eltern zu verschlechtern und hat seit damals unzählige andere verletzt. Es erfüllt mich mit unbeschreiblicher Trauer, zu wissen, dass das Versagen der BBC erheblich auf ihre Angst, Paranoia und Isolation eingezahlt hat, an welche ich mich aus den letzten Jahren mit ihr erinnere. Aber was mich am traurigsten macht, ist, dass meine Mutter gewusst hätte, dass sie getäuscht wurde, wenn die BBC die Beschwerden und Bedenken, die bereits 1995 geäußert wurden, richtig ernstgenommen und nachverfolgt hätte.

Ihr wurde Unrecht getan, nicht nur von einem schurkischen Reporter, sondern von den Leitern der BBC, die weggeschaut haben, statt sich unangenehmen Fragen zu stellen. Meiner Meinung nach gibt es keine Legitimation für dieses Interview und es sollte nie wieder ausgestrahlt werden. Es hat wirksam ein falsches Narrativ etabliert, welches ein Viertel Jahrhundert lang durch die BBC und andere kommerzialisiert wurde. Dieses falsche Narrativ muss nun von der BBC und allen, die jemals darüber berichtet haben oder berichten werden, korrigiert werden. Nie waren Rundfunkanstalten und Pressefreiheit wichtiger, als in der Zeit der Fake News. Die Ergebnisse der Ermittlungen, herausgefunden von Investigativjournalisten, haben nicht nur meine Mutter und meine Familie im Stich gelassen. Sie ließen auch die Öffentlichkeit im Stich.“

BBC empfindet Geschichte als "äußerst bedauerlich"

Das Interview hatte damals tatsächlich weitreichende Folgen für Prinz Williams Familie und natürlich für Prinzessin Diana. Sie verlor ihre formelle Anrede „Her Royal Highness“ (deutsch: Ihre Königliche Hoheit) – und damit auch den Personenschutz. Für viele einer der Gründe für ihren frühen Unfalltod, denn am tragischen Abend ihres Tods sei die Prinzessin so der Unmenge an Paparazzi schutzlos ausgeliefert gewesen.

Angesichts der Enthüllungen entschuldigte sich die BBC bereits. Es handle sich um „inakzeptable Fehler” und es sei „äußerst bedauerlich“, dass es 25 Jahre gedauert hätte, bis diese Fehler ans Licht kamen. Martin Bashir, der das Interview damals führte, arbeitete bis zuletzt übrigens noch für die BBC. Vor einigen Tagen meldete der Sender allerdings, dass Bashir aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht habe. (lsc)

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