Berlin (dpa) – Wuchtig, massiv, monumental und erhaben – Sean Scullys Skulpturen aus alten Eisenbahnschwellen, Stahl, Muranoglas oder Bronze setzen im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal starke Akzente.

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Seit dem 11. Juni ist dort die Werkschau “INSIDEOUTSIDE” zu sehen, die allerdings eine Ausstellung “in progress” geworden ist, da einige Arbeiten wegen des Lockdowns noch nicht ausgeführt wurden. Jetzt kann man beim Werden dabei sein.

Sean Scully, der heute 75 Jahre alt wird, wurde zwar mit seinen Streifenbildern berühmt, aber seit rund 15 Jahren kreiert er auch sehr monumentale Skulpturen, die zwischen Archaik, Meditation und Spiritualität zu verorten sind.

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Scully ist einer der wichtigsten abstrakten Maler der Gegenwart, der mit seiner weithin erkennbaren Formensprache unverwechselbar ist. Sein künstlerisches Leben widmet er seit den 60er Jahren den Streifen als beherrschendes Bildelement.

Caspar David Friedrich (“Der Wanderer über dem Nebelmeer”) oder die fantastischen Seestücke von Turner sind ihm dabei ganz nah. “Ich habe viel von einem Romantiker in mir. Mich fesselt der Moment der Ewigkeit, wo der Rand des Meeres den Anfang des Himmels berührt”, sagte Scully der Deutschen Presse-Agentur. Es sei deshalb falsch, in seinen Gemälden nur rein geometrische Formen zu erkennen. “Sie sind voll von Farbe, Bewegung, Musik und Rock’n’Roll.”

Der gebürtige Ire hatte während seines Studiums in England mit figürlicher Malerei begonnen, die von den deutschen Expressionisten inspiriert war. Zur abstrakten Darstellung kam er durch die Begegnung mit Bildern Mark Rothkos und Jackson Pollock.

Mark Rothko sei für ihn “voll Ernst und Geometrie”, aber auch “voll sinnlicher Verzweiflung”, sagt Scully. Pollocks Werke drücken für ihn Verlangen, Freiheit und Sexualität aus – und lassen den strengen Mondrian als Moralapostel dastehen.

Den “Durchbruch” aber fand Scully auf einer Reise nach Marokko. Dort stieß er “überall auf Streifen”. Dadurch angestoßen bezieht sich der Maler mit seinen “Bildern der Nostalgie” auf “verloren gegangene Dinge in einer Welt, die immer virtueller wird”, meint Scully.

Dabei soll es eine Kunst für alle sein: “Ich wollte schon immer, dass meine Kunst global und nicht lokal ist. Ich möchte Bilder machen, auf die sich Menschen überall beziehen können”, sagte er dem “Guardian”.

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