Queen Elizabeth, 95, muss künftig offenbar auf Fachsimpeleien mit Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, 72, am Rande von Pferdesportevents verzichten. Der Herrscher von Dubai ist in großen Schwierigkeiten. Ihm wird vorgeworfen, seine Ex-Frau Prinzessin Haya, 47, mithilfe einer Spionagesoftware ausspioniert zu haben. Er habe auf diesem Weg angeblich ihr Telefon observiert und die Geräte ihrer Anwälte und einiger Angestellter. 

Kein Kavaliersdelikt, finden die Ermittlungsbehörden und die Briten. Damit hat er gegen britische Gesetze verstoßen und Menschenrechte verletzt, wie der High Court in London am 6. Oktober 2021 bekannt gab. Sein Ruf ist ruiniert – und um Schaden vom britischen Königshaus fernzuhalten, hat die Monarchin nun Konsequenzen gezogen.

Queen Elizabeth greift durch

Scheich Mohammed wird offenbar nicht mehr in der Royal Box in Ascot zu Gast sein, wie der "Telegraph" aus Palastkreisen erfahren haben will. Die Königin soll sich nicht mehr mit ihm blicken lassen. Eine Konsequenz, die keinen Aufschub duldet, denn der Scheich ist nicht zum ersten Mal im Fokus der Behörden. Nicht nur seine ehemalige Frau Haya fühlte sich von dem 72-Jährigen in der Vergangenheit "gejagt und verfolgt", wie BBC berichtete. 

Prinzessin Latifa, 35, ist die Tochter von Scheich Mohammed und seiner Nebenfrau Hurya Ahmed Ma'ash. Am 24. Februar 2018 floh sie aus Angst vor ihrem Vater aus ihrer Heimat Dubai. Knapp zwei Wochen später schon wurde sie von Sicherheitskräften der Vereinigten Emirate wieder aufgegriffen und in den Palast zurückgebracht. In einem vor der Flucht heimlich erstellten Video, das wenige nach ihrer Rückkehr in die zweifelhafte Obhut ihres Vaters auf YouTube veröffentlicht wurde, erhob die junge Frau schwere Anschuldigungen. "Ich mache dieses Video, weil es mein letztes Video sein könnte (…). Wenn Sie dieses Video sehen, bin ich entweder tot oder in einer sehr, sehr, sehr schlimmen Lage", erklärte die Prinzessin damals auf Englisch. 

„Mein Vater ist der böseste Mensch, den ich je in meinem Leben getroffen habe“

Sie berichtete von einer ihrer Schwestern, die bereits viel früher ein ähnliches Schicksal wie sie ereilt hatte. Prinzessin Shamsa, 39, war im Jahr 2000 im Alter von 18 Jahren nach Großbritannien geflohen. "Sie hatte nicht die Freiheit, die jeder in einer zivilisierten Welt für selbstverständlich nimmt. Wie Autofahren, Reisen, Entscheidungen für die eigene Zukunft treffen", erklärte Latifa die Beweggründe der älteren Schwester. Doch nach zwei Monaten wurde auch sie von den Mitarbeitern ihres Vaters aufgespürt und soll im Anschluss in einem Gebäude in ihrem Heimat-Emirat eingesperrt und sediert worden sein.

Prinzessin Latifa von Dubai Macht sie jetzt Urlaub in Madrid?

"Mein Vater ist der böseste Mensch, den ich je in meinem Leben getroffen habe. Das pure Böse. Es gibt nichts Gutes an ihm. Er ist verantwortlich für den Tod von so vielen Menschen und hat das Leben von so vielen Menschen ruiniert," lautete Latifas bitteres Fazit zu ihrem angeblichen Peiniger. Seinen Fängen ist sie inzwischen angeblich entkommen. Ende Mai postete sie zwei aussagekräftige Fotos: Das eine zeigte sie mit Freundinnen im Einkaufszentrum "Emirates Mall", das zweite mit einer Freundin auf der Terrasse des italienischen Restaurants "Bice Mara" in Dubai. Bilder aus Madrid und Island folgten in den vergangenen Monaten.   

Prinzessin Haya lebt in ständiger Angst

Seine Tochter ist also vermutlich frei, doch Prinzessin Haya muss offenbar immer noch in Angst vor ihrem Ex-Mann leben. Im Jahr 2019 floh sie vor ihm nach Großbritannien. Ein Jahr später dachte sie, durchatmen zu können, als sie einen Erfolg im Scheidungs- und im Sorgerechtsstreit um die gemeinsamen Kinder Al-Jalila, 13, und Zayed, 9, erstreiten konnte. Der Londoner High Court sah es als erwiesen an, dass der Emir seine älteren Töchter hatte entführen lassen. Das daraus resultierende Urteil bedeutet für Haya einen Teilsieg in Sachen Sorgerecht. 

Hayas Halbbruder, König Abdullah von Jordanien, 59, tat sein Übriges und vermittelte ihr einen leitenden Posten in der jordanischen Botschaft in London. Seitdem genießt sie laut Genfer Konvention Diplomatenschutz und Immunität. 

Die aktuellen Vorwürfe gegen Scheich Mohammed bringen nun auch endlich bei der britische Monarchin das Fass zum Überlaufen, scheint es. "Die Königin kann jetzt nicht mit dem Scheich zusammen gesehen werden, “ heißt es aus juristischen Kreisen. "Sein Ruf wurde zerstört, total verwüstet und das alles wegen seines eigenen Handelns."

Verwendete Quellen: telegraph.co.uk, bbc.co.uk

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