Als Strandschönheit wurde Bo Derek mit dem Film „Zehn – Die Traumfrau“ zum Hollywoodstar. Damals war die Schauspielerin 23 Jahre alt, jetzt wird die Amerikanerin 65.  

Die Mimin, die 1956 in Long Beach, Kalifornien geboren wurde, entsprach dem klassischen Schönheitsideal: himmelblaue Augen, feine, fast antike Gesichtszüge und ein urweiblicher Körper, den sie gern und oft unverhüllt zeigte. Ihr Sexappeal war nie anzüglich und nur ein klitzekleines bisschen frivol, eher sportlich frisch und amerikanisch clean. Wie seinerzeit die Fotos im „Playboy“, mit denen sie rasch zum Lieblings-„Playmate“ aufgestiegen ist. Die schönsten Fotos von Bo Derek können Sie sich in unserer Fotoshow anschauen. 

Von Hollywoods Schönling entdeckt 

Mary Cathleen Collins, so Bo Dereks bürgerlicher Name, ist die Tochter eines Bootshändlers und einer Friseurin. In ihrem kalifornischen Heimatort in Los Angeles County fiel sie John Derek (1926-1998) auf. Der war in seiner Hauptrolle Schönling von Hollywood, hatte im großen Sandalenfilm „Die zehn Gebote“ von 1956 und einigen Western mitgewirkt und ist später zum Star der B-Klasse aufgestiegen.

John Derek hatte ein Gespür für Frauen mit dem gewissen Etwas, das in Hollywood eine solide Halbwertzeit versprechen könnte. Ehefrau Nummer eins war Pati Behrs, eine Großnichte des russischen Dichters Leo Tolstoi, Ehefrau Nummer zwei wurde Ursula Andress, die 1962 als erstes Bond-Girl in „James Bond jagt Dr. No“ die Welt elektrisiert hatte. Ehefrau Nummer drei war Linda Evans, später eine Hauptfigur in der Kultserie „Denver Clan“.

Dann kam Mary Cathleen Collins. Sie war 17, John Derek 48. Heute wäre das ein Fall für diverse Tribunale, wenn nicht für die US-Staatsanwaltschaft, damals war Hollywood mal wieder elektrisiert. John Derek ließ sich sofort scheiden und heiratete ein viertes Mal. So wurde Bo Derek geboren.

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Noch heute hat die Künstlerin, die am 20. November ihren 65. Geburtstag feiert deswegen ein schlechtes Gewissen. „Es bricht mir bis heute das Herz, dass ich damals ihre Liebe zerstört habe. Ich werde mir das nie vergeben, und es wird mir immer leidtun“, sagte Bo Derek 2020 in der Dokumentation „In my own words“ („In meinen eigenen Worten“).

Bo Derek spielte oft eine ähnliche Rolle 

Derek pushte und trimmte seine junge Frau. Gleich im ersten Film „Orca, der Killerwal“ von 1977 drehte sie mit den Weltstars Charlotte Rampling und Richard Harris. Im zweiten Projekt war sie schon die Nummer eins: „Zehn – Die Traumfrau“ von 1979. Da spielte Bo Derek weitgehend sich selbst, größtenteils unbekleidet, was dem Film 75 Millionen Dollar einbrachte. Die Handlung: Sie verführt zu den Klängen von Ravels „Bolero“ einen Filmkomponisten.

Bo Derek: Die Schauspielerin war 1881 im Film „Tarzan – Herr des Urwalds“ zu sehen.(Quelle: IMAGO / Allstar)

Für diese Rolle wurde sie sogar als „Beste Nebendarstellerin“ für den Golden Globe nominiert, den dann aber Bette Midler für „The Rose“ (1979) bekam. Es folgten weitere Filme ähnlichen Inhalts: „Jahreszeiten einer Ehe“ von 1980, „Fantasies“ von 1981, „Tarzan – Herr des Urwalds“ ebenfalls von 1981, „Ekstase“ von 1984 oder „Mein Geist will immer nur das eine …“ von 1990. Die anfängliche Begeisterung war erst der Ernüchterung, dann der Ablehnung gewichen. Und bei „Tarzan“ feierten die Filmkritiker ein Schlachtfest: John Derek, der bei den Filmen seiner Frau die Regie führte, wurde als „schlechtester Regisseur“ mit dem Anti-Oscar, der „Goldenen Himbeere“, ausgezeichnet, Bo Derek bekam sie als „schlechteste Schauspielerin“. In allen Kategorien hagelte es „Goldene Himbeeren“.

So sieht Bo Derek jetzt aus 

Bo Derek: Die Schauspielerin im November 2021 bei einem Event.(Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)

Heute ist der Frau aus Long Beach das Rampenlicht eher egal geworden. Sie engagiert sich für den Tierschutz, hat Hunde und Pferde, reitet viel aus. Außerdem ist Bo Derek ins Hundegeschäft eingetreten, verkauft jetzt „Bo Derek’s Shampoo, Conditioner & Face Wash für Dogs Bundle“. Seit 20 Jahren ist sie mit dem fünf Jahre jüngeren Schauspieler und „Sex and the City“-Star John Corbett zusammen. Vergangenes Jahr haben die beiden heimlich geheiratet, weil Bo Derek mit 65 noch einen Traum hat: Sie möchte ein Baby adoptieren.

Eine hübsche Frau ist sie noch heute. Statt Bikinis trägt sie eher den Casual-Look. Sie ist noch immer schlank, kleidet sich sportlich. Die Haare sind lang und blond, fast wie früher, das Gesicht nahezu unverändert, allenfalls von feinen Fältchen um Augen- und Mundpartie veredelt, das gleiche Lächeln, die gleichen Augen in Himmelblau. Ihr Alter ist ihr nicht anzusehen.

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Neulich hat sich das Ehepaar Bo Dereks alten Film „Traumfrau“ angeschaut, wie sie mit ihren blonden Rasta-Locken am Strand entlangläuft und die Welt verzaubert. „Damals haben mich viele schwarze Frauen gelobt. Sie meinten, dass ich ihren Lieblings-Hairstyle salonfähig gemacht habe“, sagte Bo Derek in ihrer Dokumentation. Die Frisur könnte sie heute nicht mehr tragen, „es gäbe Ärger, weil ich den Stil afroamerikanischer Frauen kopieren würde. Heute wäre ich ein kultureller Aasgeier“.

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