Gerade mal ein Jahr ist es her, da blieb für Stefan Mross, 46, und seine Familie die Welt stehen: Seine Cousine Helga B., 50, und seine Tante Ingrid B., 76, wurden in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 2021 erschossen. Der mutmaßliche Täter Privatdetektiv Gottfried O., 52, musste sich seit dem 26. Juli 2022 vor dem Landgericht in Salzburg verantworten. Kurz nach Prozessbeginn habe sich der Angeklagte schuldig bekannt, wie "Bild" berichtete. Jetzt ist das Urteil gefallen. 

Lebenslänglich für den Mord an Stefan Mross‘ Familie

Für den Mord muss Gottfried O. lebenslang hinter Gitter! Die Geschwo­renen haben nur eine Stunde für diese Entschei­dung gebraucht. Das Urteil wurde damit begründet, dass Gottfried O. auch weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

Angeklagter Gottfried O. gestand die Tat

Am Morgen des 26. Juli 2022 begann der Prozess gegen Gottfried O. Kurz nach dem Auftakt soll der Angeklagte ein Geständnis abgelegt haben. "Ich bekenne mich schuldig, Frau Helga B. und ihre Mutter Ingrid umge­bracht zu haben", soll er laut "Bild" im Schwurgerichtssaal des Lan­desgerichts Salzburg gesagt haben.

Genau könne er sich allerdings nicht an die Tat erinnern, er hätte einen "Blackout" sowie einen "völligen Realitätsverlust" erlitten. Die Tat sei über ihn "herein­gebrochen wie ein Wasser­fall". Der Richter habe zudem eine Aufnahme eines Anrufs abgespielt. Gottfried O. habe seine Ex-Frau acht Minuten nach der Tat angerufen und ihr aufs Band gesprochen. "Es tut mir alles so leid. Es ist aus. Hab’ sie beide erschos­sen", soll er gesagt haben. Im Gerichtssaal habe sich Fassungslosigkeit breitgemacht. Der psychiatrische Gutachter des Gerichts halte den Angeklagten für "ge­meingefährlich" und empfehle die Einweisung in eine An­stalt für "geistig abnorme Rechtsbrecher".

Stefan Mross: Der mutmaßliche Mörder lauerte angeblich seinen beiden Opfern auf

Privatdetektiv Gottfried O., wurde laut der Klageschrift, die "Bild" vorliegt, neben dem Doppelmord an den Verwandten des "Immer wieder sonntags"-Stars ein weiterer versuchter Mord vorgeworfen. Er soll versucht haben, seine Ex-Partnerin – und Mutter seiner Tochter – zu ersticken, weil sie kurz zuvor die Beziehung mit ihm beendet hatte. Auch Helga B. wurde sein Opfer, weil sie seine Gefühle offenbar nicht erwiderte.

Ihr mutmaßlicher Mörder soll ihr über einen längeren Zeitraum nachgestellt haben. Ein Polizeibericht, der ebenfalls "Bild" vorliegt, dokumentiert angeblich eine Anzeige wegen Stalkings am 19. Januar 2021. Ein Hilferuf, der augenscheinlich verhallte, denn in der Tatnacht soll der Mann den beiden Frauen kurz vor Mitternacht bei ihrem Einfamilienhaus in der Gemeinde Wals-Siezenheim bei Salzburg aufgelauert haben. Nach einem Streitgespräch habe er dann angeblich seine Faustfeuerwaffe gezogen und damit aus kurzer Distanz zuerst auf die 76-jährige Mutter geschossen, bevor er sie dann auf Helga B. richtete und abdrückte. Beide Frauen sollen vor Ort verstorben sein. Die Polizeibeamt:innen fanden die Leichen im Eingangsbereich des Hauses. Nachdem der Täter zuerst flüchtete, stellte er sich Stunden später nach einer Fahndung einem Spezialkommando.

Gottfried O. leidet an „kombinierter Persönlichkeitsstörung“

Wie ein psychiatrisches Gutachten des Facharztes Dr. Peter Hoffmann ergab, leide Gottfried O. an einer "kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, dissozialen und narzisstisch-sadistischen Anteilen". Der Privatdetektiv und die Cousine von Stefan Mross sollen lediglich von Dezember 2020 bis Januar 2021 in Kontakt gestanden haben. Dennoch sprach der mutmaßliche Mörder von ihr angeblich als "Frau meines Lebens".

Gottfried O. musste sich auf einen schwierigen Prozess einstellen. Neben dem Doppelmord und dem versuchten Mord war er offenbar zudem wegen Körperverletzung, Tierquälerei, Stalking sowie Besitz von verbotenen Waffen angeklagt.  

Gottfried O. übernimmt die Verantwortung

Nach dem Urteil richtete der Angeklagte seine letzten Worte an Familie Mross. "Ich möchte ausdrücken, dass es mir sehr leidtut, was ich ge­macht habe. Das Leid, das ich über die Familie gebracht habe, tut mir immens leid." Er hoffe auf eine Therapie, "um in eine gute Richtung zu kom­men".

Mross und seine Familie waren beim Prozess nicht anwesend. "Schon die Beerdigung war ein Albtraum für mich", so die Mutter des Moderators gegenüber "Bild". Stefanie Mross, 81, ist am Boden zerstört: "Ich werde nie über ihren Tod hinwegkommen. Wir sind eine große Familie und plötzlich fehlen zwei Teile. Das ist hart."

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