Die fidelen Mölltaler gehören zu den erfolgreichsten Volksmusikern aus Österreich. Vor Kurzem verstarb überraschend ihr Sänger Ludwig Ladstätter an einer Corona-Infektion. Nach seinem Tod kursieren Gerüchte, wie sich der Musiker angesteckt haben könnte.

14 Tage lang kämpfte Ludwig Ladstätter gegen das Virus. 14 Tage lang lag der 67-Jährige mit dem Spitznamen „Lucky“ auf der Intensivstation. Gegen das Coronavirus kam er nicht an. Eingeliefert wurde Ladstätter ins Krankenhaus wegen eines Bandscheibenvorfalls, schnell erkannten die Ärzte, dass er sich infiziert hatte. Jetzt, wenige Tage nach seinem Tod, stellt sich die Frage nach dem Wie. 

Ladstätter war ungeimpft 

Fest steht: Der Sänger war ungeimpft. „Der Lucky war aus Überzeugung nicht geimpft“, sagte Ladstätters Freund Hubert „Huby“ Mayer der österreichischen Zeitung „Kurier“. Die beiden waren enge Vertraute, bildeten zusammen das Erfolgsduo Die fidelen Mölltaler. Welche Überzeugungen das genau gewesen seien, erläuterte Mayer nicht, betonte aber, dass Ladstätter nie ein politischer Mensch gewesen sei und „er ist auch keinem Politiker nachgesprungen.“

Bilder zeigten Ladstätter trotzdem zusammen mit FPÖ-Chef Herbert Kickl, ebenfalls überzeugter Ungeimpfter. Er veranstaltete sogar eine „Freiheitstour“ durch seine Heimatregion Kärnten. Am 5. November trafen Ladstätter und Kickl in einem Gasthaus aufeinander. Ein Foto veröffentlichte der Politiker im Anschluss auf Instagram. Darauf halten die beiden keinen Abstand zueinander, liegen sich im Gegenteil in den Armen und tragen auch keine Masken. Zehn Tage nach diesem Treffen wird Kickl positiv auf das Coronavirus getestet. Weitere 21 Tage später stirbt der Volksmusiker.

Herbert Kickl und Ludwig Ladstätter: Die beiden trafen sich Anfang November auf Kickls "Freiheitstour".(Quelle: Instagram / Herbert Kickl)

Hat sich Ladstätter auf der „Freiheitstour“ von Kickl angesteckt? Österreichische Medien diskutieren schon länger über einen Zusammenhang zwischen der „Freiheitstour“ von Kickl und vermehrten Corona-Ausbrüchen. „Der Standard“ schreibt zum Beispiel: „Wo der oberste Impftroll des Landes, FPÖ-Chef Herbert Kickl, Anfang November seine ‚Freiheitstour‘ machte, wo es eine feste Gaudi gibt ohne Masken, ohne Abstand, ohne Impfung, mit begeisterten Anhängern, die gegen die ‚Impfdiktatur‘ grölen – da gibt es ‚in zeitlicher Nähe‘ einen Corona-Cluster.“

Das ließe sich an verschiedenen Veranstaltungen festmachen. Im Oktober tourte Kickl zum Beispiel durch Feistritz am Wechsel in Niederösterreich, danach stiegen dort die Zahlen an. Anfang November war er im Kärntner Wolfsberg, der Bezirk ist mittlerweile der mit der höchsten Inzidenz Österreichs.

Ein Zufall? Kickl selbst nahm am Donnerstag bei einer Pressekonferenz Stellung zu den Vorwürfen, wie die „Kleine Zeitung“ berichtet. Er schloss aus, dass sich Ladstätter bei dem gemeinsamen Treffen infiziert habe. Er sei mit der Familie des Verstorbenen in Kontakt und man habe festgestellt, dass es bei der Veranstaltung in Kärnten nicht zur Infektion gekommen sein könne. Welche Indizien das belegen, erklärte er allerdings nicht. 

Das sagt Ladstätters Bruder 

Der Bruder des Verstorbenen, Hans-Jörg Ladstätter, unterstützt die Aussagen von Kickl. Dem „Kurier“ sagte er: „Mein Bruder begab sich Anfang November wegen eines Bandscheibenvorfalles in Behandlung in das Landeskrankenhaus Wolfsberg, wurde bei Eintritt getestet und war Corona-frei.“  

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Ob sich der Volksmusikstar nun bei Kickl angesteckt hat oder nicht, bliebt weiterhin unklar. Eine Impfung hätte aber möglicherweise eine Ansteckung verhindern können. Außerdem hätte sie vielleicht dazu beitragen können, dass Ludwig Ladstätter einen weniger schweren Verlauf erleiden hätte müssen.  

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