"Wir haben die Möglichkeit bekommen, damit abzuschließen", erzählt Will Smith, 53, bei einem Event in New York am Dienstagabend (9. November 2021). Zusammen mit dem Regisseur Spike Lee spricht der Hollywoodstar über seine neue Autobiografie "Will" und die Beziehung zu seinem Vater. Die beiden hatten jahrelang ein schwieriges Verhältnis. Denn wie der Schauspieler und Sänger preisgibt, neigte Smith Senior früher zu häuslicher Gewalt gegenüber seiner Mutter. Doch als bei seinem Vater 2016 Krebs diagnostiziert wurde, änderte sich alles. Das berichtet das US-Magazin "People".

Will Smith‘ Vater hatte nur noch sechs Wochen zu leben

Will Smith schildert den letzten Anruf mit seinem Vater, kurz bevor er starb. "Sie gaben ihm nur sechs Wochen", so der 53-Jährige auf der Bühne. "Es ist etwas Interessantes, wenn jemand weiß, dass er sterben wird. Wenn jemand weiß, dass er sterben wird und du es auch weißt, dann ändert das alles. Die Hallos werden wertvoll und die Verabschiedungen werden so endgültig." Der Auftritt in Brooklyn ist ehrlich und emotional. Der Zustand seines Vaters habe sich damals mit jedem wöchentlichen Besuch weiter verschlechtert, so Smith. Doch die Gespräche, die die beiden führten, seien für beide umso wichtiger gewesen. Sie hätten geholfen, alles noch einmal durchzusprechen und mit den Problemen abzuschließen.

Ein letzter Videoanruf zwischen Vater und Sohn

Um drei Uhr morgens bekam Will Smith am Set eines Filmdrehs den Appell, seinen Vater anzurufen."Selbst wenn du es erwartest, möchtest du nicht diesen Anruf machen", so Smith. Sein Vater überfiel ihn direkt zu Beginn mit einer traurigen Information: "Hey. Ich glaube es passiert heute Nacht." 20 Minuten saßen Vater und Sohn nur da und schwiegen, schauten sich über das kleine Fenster des Videoanrufs an. "Alles, was ich sehen konnte, war dieser ängstliche kleine Junge in ihm und der ängstliche kleine Junge in mir", sagt Smith. Seine Schwester sah das Schweigen im Zimmer des Vaters mit an. "Hast du nichts, was du Will sagen willst?", fragte sie ihn. Doch Smith Senior wusste nichts mehr. Er nahm seine letzten Momente mit Humor: "Alles was ich diesem Hu***so** bis jetzt noch nicht gesagt habe, kriegt er ganz sicher auch nicht mehr heute Nacht zu hören". Beide hätten daraufhin ein letztes Mal zusammen gelacht, so Smith. 45 Minuten später verstarb Willard Carroll Smith Senior.

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„Ruft sie einfach an“

"Warum bekommen wir so etwas nicht hin, bevor Menschen sterben?" Eine sehr ehrliche und direkte Frage, die Spike Lee an dem Abend an Will Smith richtet. "Wir haben Beziehungen, die nicht die besten sind. Es gibt Menschen, von denen wir uns wünschen würden, dass sie besser zu uns gewesen wären oder sie uns besser geliebt hätten", weiß der 53-jährige Sänger und Schauspieler. "Ich würde sagen: Ruft sie einfach an. Man möchte am Ende sagen können, dass man es versucht hat. Der Tod ist so endgültig. Ich schwöre euch, damit wollt ihr am Ende nicht zurückbleiben." Anstatt der vorausgesagten sechs Wochen lebte sein Vater noch drei Monate. Über Wochen redeten die beiden miteinander. "Manche Leute haben diese Zeit gar nicht", so Smith.

In der Kindheit erlebt Will seinen Vater als aggressiven Alkoholiker

Will Smith wuchs in Philadelphia zusammen mit drei Geschwistern auf. Seine Mutter Caroline Bright wurde häufig Opfer der Gewalt seines Vaters. "Als ich neun Jahre alt war, habe ich gesehen, wie mein Vater meiner Mutter so hart gegen den Kopf schlug, dass sie zusammenbrach", schildert er in seinem Buch "Will". Teilweise war der Hass so groß, dass er sogar darüber nachdachte, seinen Vater zu töten. Doch es gab auch gute Momente in dem schwierigen Verhältnis zu Smith Senior. "Mein Vater war gewalttätig, aber er war auch bei jedem Spiel, Stück und jedem Vortrag. Er war ein Alkoholiker, aber er war nüchtern bei allen Premieren von allen meinen Filmen. Er hörte jede CD, besuchte jedes Studio." Im Jahr 2000 ließen sich seine Eltern scheiden. Will Smith Junior und sein Vater hatten trotzdem über Jahre ein enges Verhältnis. Aber die Wut über das, was Will als Kind erlebt hat, kommt selbst am Totenbett wieder hoch. Gegenüber seiner Mutter plagen ihn jahrelang Schuldgefühle.

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