Nach einem Bericht über die Vergangenheit des früheren Berlinale-Leiters Alfred Bauer will das Filmfestival den nach ihm benannten Preis nicht mehr vergeben. Bauer soll ein “hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie” gewesen sein.

Die Interpretation dieser Quellen lege nahe, dass er bedeutende Positionen in der NS-Zeit inne gehabt habe. “Angesichts dieser neuen Erkenntnisse wird die Berlinale den “Silberner Bär Alfred Bauer Preis” aussetzen”, teilte eine Berlinale-Sprecherin mit.

“Systemsprenger” gewann Alfred Bauer Preis im Jahr 2019

Alfred Bauer hatte die Filmfestspiele in Berlin von 1951 bis 1976 geleitet. Der nach ihm benannte Preis wurde seit 1987 verliehen, zuletzt als eine von mehreren Bären-Auszeichnungen im Wettbewerb. Im vergangenen Jahr hatte ihn die Regisseurin Nora Fingscheidt für ihren Film “Systemsprenger” bekommen. Dieser galt bis zuletzt als Kandidat für eine Oscarnominierung in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film”, verpasste diese aber letztendlich. 

“Eine herausgehobene Position Alfred Bauers im Nationalsozialismus war dem Festival bislang nicht bekannt”, teilte die Berlinale mit. “Wir begrüßen die Recherche und die Veröffentlichung in der “Zeit” und greifen die neue Informationslage auf, um die Festivalgeschichte mit externer fachwissenschaftlicher Unterstützung aufzuarbeiten.”

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Die Berlinale 2020 startet am 20. Februar und damit erst nach den Oscars, die bereits in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar in Los Angeles vergeben werden. Ihren Abschluss feiert die Berlinale am 1. März. 

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