Nachdem die Kandidaten im D-Promi-Kosmos gestern bereits mit Fragen wie “in welchem Land liegt Flandern” oder “Auf welchem Platz bist du, wenn du den Zweitplatzierten überholst?” komplett überfordert waren, versucht es Sat.1 heute mit einfacher Mathematik: Was ist besser als 1 Exit? Genau: 2 Exits. Nach dieser selbst für Melanie Müller & Co. so gerade noch nachvollziehbaren Rechnung ist klar: Am Freitagabend werden gleich zwei der von Sat.1 zu “Promis” hochgejazzten Kosmonauten das Lieblingsformat von Dennis Aogo unwiderruflich verlassen.

Zunächst geht es in der Duell-Arena bei Jochen Schropp und Marlene Lufen, den beiden hauptamtlichen Bewährungshelfern für insolvenzbedrohte Milchstraßen-Touristen aber um Arschbomben und Winkeladvokaten. Oder wie es in der #PromiBB Regelkunde heißt: Sich mit Anlauf von einem instabilen Sprungbrett in einen Pool schmeißen und dabei möglichst viele Plastik-Wimpel abreißen. Die Mannschaft aus der Raumkapsel mit Papis Loveday, Payton Ramolla, Ina Aogo und Eric Sindermann holt den Sieg gegen die Brückencrew vom Big Planet, Jörg Draeger, Melanie Müller, Paco Steinbeck und Danny Liedtke.

Überraschend kommt das nicht. Payton hat bei diesem Spiel einen (un-)natürlichen Vorteil, da sie bei Bedarf ihre 15-Zentimeter-Fingernägel jederzeit als Kanu benutzen und so natürlich völlig angstfrei in die Wasserspiele gehen kann. Trotz dieser ungleichen Voraussetzungen darf das Siegerteam ein Teammitglied mit Nominierungsschutz ausstatten. Die Wahl fällt auf Eric.

Stichwort instabil: Auf der Raumstation ist da natürlich schon direkt wieder Kirmes. Danni Büchner durfte nicht mit in die Arena, bekommt keinen Nominierungsschutz und hat 30 Minuten nach Sendestart immer noch keine signifikante Sendezeit bekommen. Für Trash-TV-Vampire, die sich von Lästereien in Reality-Formaten ernähren, ist das schlimmer als eine Account-Sperrung auf Instagram für Influencerin Payton.

Uwe – der Armin Laschet von PBB

Nachdem Eric und seine Krone zumindest für heute der Exmatrikulations-Gefahr aus der Rainer-Laux-Universität Ossendorf entgehen konnte, schickt Big Brother alle anderen Bewohner direkt im Anschluss an die Poolparty mit Baywatch-Schroppi in die Nominierungs-Kabinen. Eric nominiert Jörg, weil der ihn immer Dirk nennt. Das ist jetzt bereits die schönste Nominierungs-Begründung der Staffel, denn immerhin kommt sie von dem Mann, der zuvor Gitta Saxx nominieren wollte, und deshalb “Gitter” auf seine Tafel schrieb.

Danke, “Ärik”! Am Ende stehen dann aber weder Jörg noch “Gitter”, sondern Payton Ramolla und Uwe Abel auf der Abschuss-Liste. Besonders eindeutig fällt das Urteil bei Uwe aus. Mit 6 Stimmen hat er sogar mehr Wähler für sich begeistern können, als Armin Laschet erhalten würde, wenn heute Abend statt Promi Big Brother Bundestagswahl gewesen wäre.

Sat.1 möchte Uwe offensichtlich noch ein wenig behalten und spielt pünktlich zur Abstimmungsphase für die Zuschauer einige Deeptalk-Momente des Thomas Gottschalks für “Bauer sucht Frau”-Fans ein. Dabei verrät er: “Ich weiß nicht, ob ich mich öffnen möchte, denn wenn man sich öffnet, wird man verletzlich”. Verständlich, dass man als Sender auf derartige Philosophie-Perlen nicht verzichten möchte und den Zuschauern eine Viertelstunde hochemotionale Bilder von Uwe, aber keine einzige Sekunde Payton.

Payton löst das Rückflugticket

Wenig überraschend entfallen so die meisten Stimmen auf Payton, die relativ emotionslos das Weltall verlässt. Im Emotions-Feuerwerk der Feingeist-Olympiade im Weltall ist der nächste Heul-Kandidat Eric. Die Raumstation darf die ahnungslosen Big Planet Bewohner beim Einschätzen der Kapsel-Belegschaft beobachten.

Bei Fragen wie “wer ist der Intelligenteste?” fallen allerlei Namen, nur der von Eric lediglich in ironischem Kontext. Der leidet allerdings bereits seit Schulzeiten unter dem Vorurteil, er wäre intellektuell nicht unbedingt auf Albert-Einstein-Niveau. Oder kurz für Eric, falls du hier mitliest: Albert Einstein, das ist der Harald Glööckler der Wissenschaftler.

König Eric bricht heulend zusammen. Seine Mitbewohner reagieren aber feinfühlig. Sofort ist Rudelbildung um den schluchzenden Guru des Döner-Flirts. Schnell findet Eric seine Contenance wieder und verkündet der Nation: “Man muss keine Matheaufgabe lösen, um intelligent zu sein. Ich bin anders intelligent. Ich werde es der Welt zeigen! Ich trage meine Krone, weil ich in fünf Jahren ganz oben sein werde!”

Tränen fesseln den von Klatsch und Tratsch besessenen Reality-TV-Fan zuverlässig an den Bildschirm. Diesem Leitsatz folgend schickt Sat.1 anschließend direkt die nächste Heulboje in den Ozean des Herzschmerzes. Melanie Müller bricht von Weinkrämpfen geschüttelt an Jörgs Schulter zusammen, als dieser in einer Art Smalltalk-Anfall nach dem Zustand ihres Privatlebens fragt.

Nach dem Exit ist vor dem Exit

Im zweiten Qualifikationsspiel zur Nominierung verliert die Raumstation gegen den Planeten. Danni Büchner, Marie Lange, Uwe und Gitta müssen daraufhin jemanden aus ihren Reihen benennen, der definitiv auf der Nominierungsliste stehen wird. Nach dem tosenden Applaus, den Danny zuletzt erhielt, als er seine rote Nominierungskarte behielt, anstatt sie einem anderen Konkurrenten, möchte Danni auf den Sympathie-Zug der Selbstkasteiung aufspringen und opfert sich wortreich.

Aber auch der siegreiche Big Planet greift vorab ins Nominierungsrennen ein. Ohne die Chance auf Einflussnahme durch die Raumis nominieren die vier Plantis die weiteren Kandidaten für die Exit-Liste neben Daniela. Es trifft Gitta, Ina und Uwe.

Um diesen Schock halbwegs verdauen zu können, spendiert Big Brother nach dem regulären Einkauf durch Papis jedem Raumi einen weiteren Artikel freier Wahl. Pennyparty im Toastbrotland. Die Belegschaft der Raumstation fällt sich minutenlang so euphorisch kreischend in die Arme als wären sie gerade Weltmeister geworden. Im totalen Shopping-Rausch gönnen Daniela sich Kartoffelpüree, Ina Schnitzel, Marie Kekse und Papis Zucchini.

Doppelaus für Pitta und Gayton

Nicht mehr viel von der unverhofften Schlemmerei hat dann jedoch Gitta. Die Zuschauer lassen Gnade walten für Ina, Uwe und sogar Danni und schicken das Playmate des Jahrhunderts nach Hause. Für mich eine falsche Entscheidung. Gitta wirkte stets ehrlich, bemüht, teamorientiert und hat sich auch von Lästereien ferngehalten. Offensichtlich wird man dafür im Trash-Kosmos aber nicht belohnt.

Ich persönlich habe ebenfalls nur beste Erinnerungen an Gitta Saxx. Als ich sie vor ein paar Jahren während der Berliner Fashion Week zufällig in der Front Row einer Catwalk-Show kennenlernte, hat sie mir sofort zu meinen Kolumnen gratuliert, die sie sehr lustig fand. Keine drei Minuten später hat sie mir direkt Robert Pölzer vorgestellt, den Chefredakteur der “BUNTE”.

Eine so herzliche und hilfsbereite Frau habe ich selten kennengelernt. Wenn man so will, hatte sie mich nach drei Minuten schon mehr unterstützt, als so manche langjährige Branchen-Bekanntschaft, die mir jedes Mal um den Hals fällt, als wäre ich ihre Trauzeugin, wenn wir uns sehen.

Leider entscheide nicht ich, wer bei Promi Big Brother bleiben darf, sondern die Zuschauer. Deren Urteil ist gefällt. Wen es als Nächstes trifft, das werde ich für Sie im Auge behalten. Da jetzt innerhalb von einer Woche die komplette Belegschaft auf einen Sieger oder eine Siegerin reduziert werden muss, könnte das schon morgen sein. Ich werde berichten!

Uwes Mobbing-Schicksal bewegte: Dreifaches Tränen-Drama bei "Promi Big Brother"

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