Tag fünf im „Sommerhaus der Stars“ steht unter dem Oberbegriff Aufräumarbeiten. Nach der Monballijn-Explosion im Stimmungsbarometer (4 von 8 Stimmen für Mike und Michelle) rastet Stringenz-Trüffelschwein Mike komplett aus.

Eine Kolumnevon Marie von den Benken

Diese Kolumne stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Er prophezeit der heulenden Adelina, es würde zu dramatischen Szenen kommen, wenn man ihm nicht eröffnen würde, wer ihm und seiner zur Unterwürfigkeit verdonnerten Ehefrau seine Stimme gegeben hatte. Das klingt zum einen bedrohlich, denn Verbal-Berserker Mike trägt seine martialischen Ankündigungen inzwischen vermehrt per Droh-Flüsterton vor.

Zum anderen ist es verwunderlich, denn nur wenige Stunden zuvor hatte er seine Frau Michelle noch zurechtgewiesen, es ginge im „Sommerhaus“ nur um sie, nicht um andere, er hätte sich nie darum geschert, was andere über ihn denken.

Und dass sie vermutlich bei einigen Paaren im Beliebtheits-Ranking tiefer abgestürzt sind als David Hasselhoff mit seinem Suff-Cheeseburger, solle sie doch bitte kalt lassen. Die logische Linie in den Aussagen von Mike Cees-Monballijn verläuft ungefähr so gerade wie eine Sinuskurve.

Mike Cees-Monballijn und die Psychologen

Das erste aktenkundige psychologische Gutachten über Mike wird dann postwendend von seiner Lieblings-Monolog-Zwangszuhörerin Dr. Adelina Zilai eingereicht: „Mike ist ein charakterloses Arschloch, er ist einfach krank, ich glaube, er ist narzisstisch veranlagt.“ Auch Promi-Partner Mola springt ihr zur Seite. Der Ex-Gute-Laune-Beauftragte von Ex-Musiksender VIVA will Mike mitteilen, dass es „jetzt zu viel ist“.

Denn „wenn Adelina weint, muss Schluss sein“. Auch Mola praktiziert offensichtlich inzwischen als Psychologe und gibt den Sigmund Freud der westfälischen Einöde: „Michelle war früher ein Sonnenschein und jetzt ist sie total zurückgezogen.“

Das laufende Wikipedia, Lars Steinhöfel-Freund Dominik, erklärt das auch noch mal in einfachen Worten für Almklausi, der vor lauter „Mama Lauda“ sein gesamtes Arsenal an englischen Vokabeln vergessen hat: „Toxische Beziehung ist, wenn du fast mental von jemandem abhängig bist, die Person aber nur brauchst, um dich besser zu fühlen.“ Das ist sogar für den Almklausi verständlich und prompt gibt er den Jürgen Klopp Bocholts: „Brutal!“

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Bevor es schon vor dem Mittagessen erste Therapie-Tutorials oder Schlägereien gibt, schickt RTL die ersten Paare zu einer Challenge namens „Lippenbekenntnisse“. In der Trash-TV-Branche auch bekannt als Chiara-Ohoven-Gedächtnis-Spiel. Alle haben eine sprachentstellende dicke Lippe umgebunden und müssen Klassiker der deutschen Lyrik auswendig vortragen. Im Prinzip ein Spiel, bei dem jeder Punkten kann, der des Lesens fähig ist. Außer vielleicht Tino Chrupalla.

Mike: „Ich bin kein Theoretiker und kein Picknicker, ich bin Praxis“

Da Michelle Moderatorin ist, befürchtet Mola das Schlimmste. Seine im Auswendiglernen nicht unbedingt zur Weltspitze gehörende Adelina vermasselt das Spiel, während es Michelle eigentlich liegen müsste: „Und wenn die sich saven können, ist unser Auszug schon vorprogrammiert.“

Mike sieht die Chancen von Team Monballijn weniger rosig: „Das ist Wahlmanipulation.“ Donald Mike Trump-Monballijn hat aber zumindest gute Aussichten, nicht Letzter zu werden. Bevor er und Michelle in die Gedichte-Arena einlaufen müssen, versagen nach Mola und Adelina zunächst auch noch Steff und Peggy.

Mike nutzt die Gelegenheit dann aber ansatzlos, um genau wie Adelina, Mola und Dominik auch seine medizinischen Verwendungsmöglichkeiten zu präsentieren: „Ich bin kein Theoretiker und kein Picknicker, ich bin Praxis“ (hier nun bitte den Song „Ich bin der Picknicker, kein Scheiß Mann, jeder weiß Mann“ von den Fanta 4 vor dem inneren Ohr ablaufen lassen).

Nicht-Picknicker und Vollzeit-Praxis Mike vermietet sich offensichtlich als Immobilie an praktizierende Ärzte. Wenn Professor Dr. Dr. Mola Adebisi also irgendwann mal Räumlichkeiten suchen sollte – das wäre lustig.

Egal wie dicht man ist, Mike ist Gedichter

Um das System Mike Cees-Monballijn innerhalb von wenigen Sekunden zu begreifen, ist das Spiel „Lippenbekenntnisse“ exemplarisch. Zwar arbeitet seine Frau als Schauspielerin und Moderatorin und könnte somit in ihrer Verbindung womöglich diejenige sein, die über die größere Expertise im schnellen Auswendiglernen von Texten verfügt.

Dennoch nervt der hyperungeduldige Mike sie so lange mit literarischen Motivations-Perlen wie „nicht denken, machen!“, bis sie einwilligt, schon lange bevor sie den Text wirklich verinnerlicht hat, einen Lösungsversuch zu starten. Warum Mike auf die sofortige Umsetzung der Aufgabe besteht, anstatt die vorhandene Zeit zum akkuraten Lernen des Textes zu nutzen, bleibt unklar. Vielleicht denkt er, es gibt Sonderpunkte, wenn man besonders hektisch beginnt.

Aber mal abseits der Frage „Hä? Warum?“ die man sich im Zusammenhang mit Mike Cees-Monballijn bereits seit fünf Folgen im Sekundentakt stellt: Raten Sie mal, wie der von Mike penetrant initiierte, vollkommen überstürzte Versuch endet: Genau – Michelle kommt erst gar nicht dran, weil Mike bereits am allerersten Satz scheitert und die unerbittliche „Sommerhaus“-Fehlerglocke ihn zurückpfeift. Am Ende, das muss man zugeben, schaffen es die beiden Vorbilder für alle „Inga Lindström“-Bücher tatsächlich und bekommen das Gedicht auf die Reihe.

Stille Wasser sind Wasser

Voller Euphorie kehren die Monballijns ins Trümmerhaus der Stars zurück und fiebern der Verkündung ihres Sieges entgegen: „Ich warte nur, bis wir das Wort ’save‘ hören, dann ist hier Silvester.“ Vermutlich hat er also ein paar Feuerwerks-Utensilien eingeschmuggelt. Oder er meinte Sylvester und vermutet, dass aus lauter Freude über seinen Sieg als nächstes Paar Rocky und Adrian einziehen werden. Pyrotechnik oder Hollywood-Blockbuster, egal – denn die Vorfreude währt nicht lange.

Sissi und Ben waren deutlich schneller, gewinnen das Spiel und sind von der nächsten Nominierung ausgeschlossen. Mike hatte das aber eigentlich kommen sehen und dafür extra einen Englischkurs bei Lothar Matthäus belegt: „You have to finish first before you finish first.“ Und da hat er Recht. Für alle, die der englischen Sprache ähnlich mächtig sind: Das bedeutet auf deutsch in etwa: „Es ist nicht alles Gold, was Gold ist“ oder „Wer A sagt, muss auch A sagen“.

Für große philosophische Anwandlungen bleibt allerdings keine Zeit, denn RTL befindet sich im Challenge-Rausch und ruft sofort zu einer neuen Herausforderung. Als durchsickert, dass die Paare sich zu diesem Zweck in Badeklamotten einfinden müssen, springt umgehend Mikes Verhüllungs-Phobie an. Er schreibt Michelle vor: „Du klebst oben alles ab.“

Wie umfassend Mikes Eingriff in Michelles Garderoben-Stil ist, konnte man bisher lediglich erahnen. Macho-Megabrain Mike erläutert heute aber freimütig seine Vorstellung einer modernen, unabhängigen, freien und glücklichen Frau: „Ich habe bei Michelles Kleiderschrank viel aussortiert. Wir sind das durchgegangen und sie hört da auch sehr auf mich, denn sie möchte sich auch nicht so sexy präsentieren, das mag ich nicht.“

Damit konnte man echt nicht rechnen

Als das Spiel dann trotz Mikes Vortrag über die Kleiderordnung bei den Monballijns pünktlich startet, hat er zur Feier des Tages eine weitere internationale Stimulanz-Weisheit im Gepäck: „Go big go go home.“ Das gilt vor allem für die Spielregeln, die augenscheinlich kein Paar so richtig begreift. Ich allerdings auch nicht.

Irgendwie geht es um Mathe und Rutschen auf einer sehr langen Schleim-Matte und Buchstaben in Bällebädern. Sowohl das Rechnen wie auch das Rutschen liegt nicht allen Kandidaten gleich gut. Mola etwa entdeckt sehr ungewöhnliche Talente bei seiner Adelina: „Ein Goldfisch auf dem Teppich wirkt eleganter als du.“

„Love Island“-Kanone Samira bringt es wie folgt auf den Punkt: „Ich bin eigentlich gut in Mathe, ich kann Kleingeld zusammenzählen. Das Problem ist, wenn da mehrere Zahlen sind.“ Das kann ich gut nachvollziehen.

Ich finde auch, Mathe wird immer sofort ungleich schwerer, sobald eine zweite Zahl im Spiel ist. Jana und Sascha haben offensichtlich nicht nur eine besondere Verbindung zur Natur, sondern auch zu Naturwissenschaften. Und zu Mathe. Oder einen integrierten Taschenrechner. So oder so: Sie gewinnen das Spiel „Alphabet-Rutsche“ und sind vor dem Auszug durch Nominierung sicher.

Taktik für Anfänger

Nun sind also Almklausi und Maritta, Ben und Sissi sowie Jana und Sascha von der Nominierung ausgeschlossen. Das sorgt umgehend für eine ganz neue Dynamik im Sommerhaus. Mike und Michelle wissen, dass sie wohl nominiert werden.

Auch Peggy und Steff sowie Mola und Adelina machen sich größere Sorgen, schon sehr bald nicht mehr zum Sommerhaus-Inventar zu gehören. Verschiedenste Nominierungs-Szenarien werden gedanklich durchgespielt. Viele Optionen sind durch Spiel-Gewinne vom Tisch. Aber wird sich jetzt alles auf Mike und Michelle fokussieren?

Und falls ja: Ein eindeutiges Ergebnis hatte auch letzte Woche nicht wie erwartet einen sofortigen Auszug als Konsequenz. Erst ein Spiel gegen das Paar mit den zweitmeisten Stimmen sorgte für die Entscheidung. Es wird also schon in der zweiten Woche beinahe schachnovellenmäßig taktisch auf dem Schlachtfeld der Befindlichkeiten. Dann steht aber auch schon der Gang zur Wahlurne an.

Team Mola wählt die Monballijns. Team Almklausi, Team „Love Island“, Team Jana und Sascha, Team Steff und Peggy, Team Ben und Sissi, Team Lars und Dominik ziehen nach. Das einzige Paar, das Michelle und Mike nicht wählt, ist das Paar Michelle und Mike. Sie wählen Mola und Adelina. Obschon das Ergebnis mit 7:1 noch eindeutiger ausfällt als das 50-Prozent-Ergebnis vom Testvoting am Vortag, bekommt auch Team Monballijn die zweite Chance in einem finalen Ausscheidungsspiel gegen Mola und Adelina.

Mola ist nach der Rutschpartie am Nachmittag am Fuß verletzt. In einem als Selbstlosigkeit getarnten Sympathie-Move versuchen Almklausi und Maritta sich als Ersatz ins Gefecht zu werfen. Mola ist gerührt, lehnt aber ab. Morgen entscheidet sich also, ob Motorsäge Mike weiter sämtliche Benimm- und Anstandsregeln abholzen darf, oder ob Mola ihn im Exit-Game nach Hause schickt. Bis morgen!

"Sommerhaus der Stars" 2021: Mike dreht durch – "wie ein Dobermann an der Leine"

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