Von Redewendungen über Haustiervorlieben bis hin zu Modetrends: Oft haben Film und Fernsehen einen großen Einfluss darauf, was im Alltagsleben angesagt ist. Ein Rückblick auf die größten Trendsetter seit den 40er Jahren.

Der neueste Trendsetter ist Netflix' Megahit "Das Damengambit". Die Mini-Serie über den Aufstieg einer Schachspielerin in den Fünfzigern und Sechzigern hat den Verkauf von Schachbrettern im Alleingang in die Höhe schießen lassen: Ebay nennt einen Anstieg von 215 Prozent.© Phil Bray/Netflix
Die Blütezeit der Zaubertafel "Etch A Sketch" war schon lange vorbei, als "Toy Story" sie 1995 mit einer wenige Sekunden langen Sequenz zurück ins Kollektivbewusstsein beförderte. Der immense Verkaufsanstieg sollte das Unternehmen vor der Insolvenz bewahren – und 1999 folgte in "Toy Story 2" (1999) ein weiterer, ganze 45 Sekunden langer Auftritt des Spielzeugs.© picture alliance/Everett Collection/Walt Disney Co.
Dass Filme Trends setzen, ist kein neues Phänomen: Nach dem Erscheinen von "Lassie Come Home" wurden 1943 vierzig Prozent mehr Collies als Haustiere registriert.© picture alliance/United Archives/Impress
Rund 50 Jahre später sollte auch "101 Dalmatiner" (1996) die Adoption der gleichnamigen Hunderasse exponentiell in die Höhe treiben. Weil sich viele Affektkäufer allerdings nicht darüber bewusst waren, wie viel Zuneigung und Training die Rasse benötigt, landeten viele Tiere schnell im Tierheim.© picture alliance/United Archives/IFTN
Auch "Findet Nemo" (2003) hatte einen traurigen Nebeneffekt: Der Clownfisch (r.) wurde so zahlreich gekauft, dass er auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Spezies gesetzt wurde. Eine speziell geschaffene Organisation namens "Saving Nemo" soll schlimmeres verhindern.© picture-alliance/dpa/Enterpress Buena Vista
Disneys Klassiker "Bambi" (1942) wiederum war ein kleiner Segen für die Tierwelt: Der traumatische Filmtod von Bambis Mutter führte dazu, dass sich die Rehjagd in den folgenden Jahren beinahe halbierte.© picture alliance/United Archives/IFTN
Seit 1933 lehrt uns der abenteuerlustige Seemann "Popeye": Spinat macht stark. Die Comicfigur soll den Spinatverkauf verdreifacht haben. Tatsächlich aber haben die Schöpfer des Cartoons das grüne Gemüse nur wegen eines Missverständnisses als Superkraftelixier erwählt: In einem Chemiebuch von 1870 war für Spinat ein Eisengehalt von 35 mg auf 100 g angegeben – anstelle der tatsächlichen 3,5 mg.© imago images/Mary Evans/AF Archive
Auch "Stranger Things" setzte mit der ersten Staffel einen Ernährungstrend: "Eggo"-Waffeln, die Leibspeise von Eleven (m.), wurde schnell zum inoffiziellen Snack der Serie. Der Verkauf steigt allerdings immer nur dann, wenn eine neue Staffel erscheint.© Netflix
"Parasite" (2019) wurde nicht nur mit einem Oscar als "Bester Film" ausgezeichnet, sondern machte die ganze Welt neugierig auf den Geschmack von "ram-don", einer Mischung aus zwei Sorten von Instant-Nudeln. Das Rezept wurde nach Kinostart viermal so häufig gegoogelt – und Geschmackstestvideos überschwemmten das Internet.© picture alliance/Everett Collection/Neon
Gerade erst erschien "Borat Anschluss Moviefilm" (2020). Doch an die enorme Zitierbarkeit seines Vorgängers "Borat" (2006) konnte er nicht anschließen, der beispielsweise "Sexy time" oder "Very nice" zu Alltagsphrasen machte. Selbst Kultserien wie "The Office" wollten mit diesen Zitaten ein Stück vom Kuchen abhaben.© picture alliance/United Archives/Impress/Fox
Auch David Finchers Klassiker "Fight Club" (1999) hatte Einfluss auf das echte Leben: Einige Männer, die sich in der modernen Gesellschaft in ihrer Maskulinität unterdrückt fühlen, öffnen seither immer wieder solche Prügelclubs. Die goldene Regel "Wir reden nicht über den Fight Club" wird allerdings weniger ernst genommen: Auf Anzeigenwebsites und YouTube kann man sich schnell informieren.© picture alliance/United Archives
Wo bei "Fight Club" das Testosteron floss, brachte "Flashdance" (1983) den Frauen in den 80er Jahren ein neues Selbstgefühl: Nicht nur wurde Jennifer Beals' (r.) beeindruckende Tanzperformance zum Vorbild – auch machte sie zerrissene T-Shirts, Stulpen und Off-Shoulder-Sweatshirts zum Modehit.© imago images/Mary Evans/AF Archives/Paramount
Auch Madonna war in den Achtzigern nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein optisches Idol: Ihre rebellisch-zerzausten Haare in "Desperately Seeking Susan" (1985) brachten zahlreiche Frauen zum Vogelnest-Look.© imago images/Prod.DB/Orion Pictures
Was Madonna und Jennifer Beals für die Mode der Achtziger waren, das war Alicia Silverstone für die Neunziger: Mit ihrer Durchbruchsrolle "Clueless" (1995) machte sie den Minirock und das Etuikleid zum jahrelangen Fashionhit. Besonders der Modemarke Calvin Klein bot sie mit ihrem ikonischen weißen Kleid eine Bühne.© imago images/Mary Evans/Paramount Pictures
Lange zuvor half Diane Keaton (l.) in "Der Stadtneurotiker" (1977) dabei, die seit den 1960er Jahren stattfindende Feminismusbewegung voranzutreiben: Unter anderem dank ihrer Figur Annie Hall trugen Frauen immer häufiger Hosen anstelle von Kleidern – nur die Krawatte konnte sich noch nicht so recht durchsetzen.© imago images/United Archives
Die wohl größte Vorarbeit für die feministische Garderobe hatte 20 Jahre zuvor bereits Audrey Hepburn (m.) geleistet: Mit ihrer Rolle in "Funny Face" (1957) popularisierte sie den lockeren Beatnik-Look, a.k.a. Rollkragenpullover und Zigarettenhose.© picture alliance/United Archives/kpa
Die Serie "Breaking Bad" brachte nicht nur den fiktiven krebskranken Highschool-Lehrer Walter White (s.Abb.) ins Meth-Drogengeschäft, sondern leider auch viele echte Menschen zum Konsum der Droge: Großbritannien verzeichnete 2014 einen 400 prozentigen Anstieg.© imago images/Mary Evans/AF Archive/Sony Pictures Television
Manchmal reicht schon ein einziger Satz aus, um einen Trend zu setzen: Der elfte Dr. Who Matt Smith meinte bei seinem ersten Auftritt "Bow ties are cool" – "Fliegen sind cool". Und schon waren sie wieder in.© picture alliance/AP Photo
Ähnliches bewirkte Tom Cruise mit seinem Breakout-Film "Risky Business" (1983): Im Jahr der Filmveröffentlichung wurden 360.000 Exemplare der hippen Wayfarer-Sonnenbrille von Ray-Ban verkauft.© picture-alliance/Mary Evans Picture Library
Und Winona Ryders "Beetlejuice"-Charakter (1988) Lydia Deetz sollte die Garderobe eines jeden Goth-Girls seit Ende der Achtziger maßgeblich prägen.© imago images/Mary Evans/Warner Bros.
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