Beim ZDF-Talk “maybrit illner” waren am Donnerstagabend Spitzenpolitiker sowie Journalisten zu Gast, um über Donald Trump und die US-Wahl zu sprechen. Für die markigsten Sätze sorgte indes Showmaster Thomas Gottschalk.

Der legte gleich zu Beginn der Sendung los und urteilte über die Ära Donald Trump: “Er war nicht ungeschickt mit seinem ‘Make America Great Again’, aber er hat das Land damit in die Grütze gefahren.” Dabei beließ es der Entertainer jedoch nicht. Er führte auch aus, warum viele US-Amerikaner 2016 entschieden, Trump und nicht seine Konkurrentin Hilary Clinton zu wählen. Auch wenn diese damals insgesamt mehr Wählerstimmen bekam, sicherte sich Trump die Mehrheit der Wahlmänner und gewann.

“Da ist ein Gefühl von Trotz und Bockigkeit entstanden”

“Man darf nicht vergessen, dass die Amerikaner mit der Wahl von Donald Trump auf die Politik von Barack Obama geantwortet haben.” In Europa sei der erste afroamerikanische Präsident laut Ansicht Gottschalks immer “beliebter” gewesen als in den USA. Der 70-Jährige nennt ein Beispiel: Viele Amerikaner seien durch Parolen abgeholt worden, in denen es hieß, die EU und insbesondere Deutschland lehnen sich zurück und lassen sich “von Amerika beschützen”. Diese Wähler haben aus Sicht Gottschalks keine differenzierte Sicht auf die Welt, sie seien “naiv”. Der Fernsehmoderator zieht sein Urteil aus dieser Erkenntnis: “Da ist ein Gefühl von Trotz und Bockigkeit entstanden. Und das hängt Obama schon wie Hundekacke an den Füßen.”

Schon etwas früher in der Talkshow bedient Gottschalk das Narrativ, die Trump-Wähler haben aus “Trotz” zu dem Republikaner tendiert: “Es ist diese Trotzreaktion, diese dumme Reaktion von Kindern, die den Spinat, der nachweislich gesund ist, an die Wand werfen”, so der einstige “Wetten, dass..?”-Moderator. Die Vernunft sei seiner Ansicht nach mit der Wahl Donald Trumps “verabschiedet” worden.

Gottschalk zieht Vergleich zum deutschen Dschungelcamp

Die Faszination für den oft als rüpelhaft betitelten Politstil Trumps sieht Thomas Gottschalk auch in dessen TV-Vergangenheit begründet. Donald Trump legte von 2004 bis 2015 als Moderator der Realityshow “The Apprentice” eine Fernsehkarriere hin und steigerte seine Popularität in den USA. Gottschalk zieht auch einen Vergleich zu dem deutschen TV-Format “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus”: “Er geht den Weg des Reality-Stars, der wie im Dschungelcamp für sich wirbt: ‘Ruft für mich an'”, und er erklärt weiter: “Man ruft dann die Gladiatoren an, die am verrücktesten unterwegs sind.”

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So etwas habe “es früher nicht gegeben.” Dies führe zur Spaltung der Gesellschaft. Gottschalk lehnt seine Analyse an den englischen Sprachgebrauch an und spricht in diesem Zusammenhang von der “Freude an der Disruption.”

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