Daniel Craig ist zum letzten Mal in der Rolle des britischen Geheimagenten zu sehen. Nun wird diskutiert, ob nicht eine Frau die Nachfolge des 53-Jährigen antreten sollte. Die t-online-Leser halten nichts von dieser Idee.

Viele Filmproduktionen stellen ihre Ensembles heute deutlich diverser auf als noch vor einigen Jahren. Mehr Dunkelhäutige spielen Hauptrollen, homosexuelle Charaktere sind häufiger zu sehen, und weibliche Figuren haben mehr Tiefe. Manch gut gemeinte Besetzungsvorhaben gehen allerdings zu weit, findet ein Großteil der t-online-Leserschaft.

Wir fragten Sie, ob es Zeit für eine Agentin Jane Bond wird, oder ob das Geschlecht von „007“ beim Alten bleiben sollte. Wir baten Sie, in unserer Umfrage abzustimmen und uns Ihre Meinung zu mailen. Viele Tausend Leser gaben t-online ein Feedback. Ihr Urteil fällt eindeutig aus: James Bond ist eine Männerrolle und soll es auch bleiben. 90 Prozent sprachen sich dafür aus, nur jeder Zehnte möchte nach Daniel Craig eine Frau im majestätischen Geheimdienst sehen.

t-online-Leser Frank Hillen sagt: „Ich mag Frauen in starken Rollen: ‚Tomb Raider‘, ‚Underworld‘, ‚Resident Evil‘ … Aber James Bond ist ein weißer Mann.“ Frank Hillen glaubt, dass ein weiblicher Bond ein ähnlicher Flop werden würde wie die weiblich besetzte „Ghostbusters“-Neuauflage.

„Lara Croft wird nicht zu einem Lars“

t-online-Leser Markus Meißner zieht die Parallele zur bekanntesten Videospiele-Heldin der Welt: „Lara Croft wird nicht zu einem Lars“, spottet er. „James Bond soll doch bitte James bleiben, nicht zu einer Jamie werden. Diese Figur ist nun mal eine männliche. Indiana Jones wird ja nun auch nicht zu einer Joanna“, fügt Markus Meißner hinzu.

„Eine Frau? Es gibt einfach Charaktere, die so etabliert sind, dass man sie nicht durchs andere Geschlecht ersetzen kann. Wäre wie ein männlicher Lara Croft“, findet auch t-online-Leserin Jenny Mosbach. Ebenso wie Markus Meißner schlägt sie vor, eine eigene Rolle für eine Frau zu erfinden.

„Selbstbewusste Frauen schaffen sich eine eigene Identität“

t-online-Leser Werner Obermann ist folgender Meinung: „James Bond ist eine zeitgenössische Romanfigur, die von Ian Fleming geschaffen wurde. Aus meiner Sicht wäre es ein unnötiges ‚Verhunzen‘ des literarischen Erbes von Ian Fleming. Ansonsten kommt irgendwer noch auf die absurde Idee, dass doch auch Hamlet weiblich sein könnte. Selbstbewusste Frauen schaffen sich eine eigene Identität und symbolisieren eine eigene Marke. Für mich wäre dementsprechend eine (gleichberechtigte oder stärkere) weibliche Rolle mit eigener Identität viel erstrebenswerter.“

„Einen weiblichen Charakter zu etablieren wäre die glaubwürdigere Emanzipation“

„James Bond sollte ein Mann bleiben. Die Rolle ist so angelegt und hat dadurch eine große Fangemeinde und damit auch kommerziellen Erfolg“, wirft t-online-Leser Chris ein. „Es gibt geschlechterspezifische Eigenschaften, Verhaltensmuster, Mimik und Gestik, die zu James Bond gehören. Mit einer Frau als Besetzung würde sich das ändern und dann wäre es nicht mehr James Bond“, führt er aus. Chris‘ Vorschlag lautet ebenfalls: „Besser wäre es, einen weiblichen Charakter in einer eigenen Story zu etablieren, ohne Verbindung zu Bond, und diese dann zum Kultstatus zu führen. Das dauert natürlich, wäre aber die glaubwürdigere Emanzipation. Nur auf den Bond-Zug aufzuspringen, würde diesem Ziel nicht gerecht“, findet er.

„Den männlichen Zuschauern wird es dann doch gefallen“

Vereinzelt erreichen uns auch Nachrichten, dass man sich auch eine Frau als Geheimagentin im majestätischen Auftrag vorstellen kann.

t-online-Leserin Ina Camilla Kluge: Ich denke, den männlichen Zuschauern wird es dann doch gefallen. Mal sehen, was es so für tolle Szenen gibt“, scherzt sie.

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„Wenn der Film gut ist, dann ist es egal, wer wen spielt“, gibt t-online-Leser Mirko Racin zu denken, er hätte also auch nichts gegen eine weibliche Darstellerin einzuwenden.

„Angela Merkel hat ja demnächst genug Zeit“

Falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dass sich die Produzenten für eine Frau entscheiden, hat t-online-Leser Hagen Karn einen Besetzungsvorschlag: „Welche Frau ist so schmerzunempfindlich, krisenerprobt, entschlossen und kennt die Machos der Unterwelt wie Daniel Craig in seinen fünf Filmen? Natürlich Angela Merkel. Sie hat ja demnächst genug Zeit.“

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