Berlin (dpa) – Irgendwie war klar, dass er sich für den Spruch eine blutige Nase einfangen wird. „Du nennst mich nicht Mädchen“, ermahnt die Kommissarin den Verdächtigen im Vernehmungsraum.

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„Najut, dann eben Fotze.“ Kurz lacht er noch. Dann hat sein Gesicht eine unangenehme Begegnung mit der Tischplatte. Der Ton wird rauer.

Kriminalhauptkommissarin Kay Freund und ihr Kollege Robert Heffler müssen den Mord an einem Mann aufklären, der vor kurzem aus Afrika nach Deutschland kam. Seine Leiche wird aus der Spree gezogen. Bevor die im Wasser landete, wurde der Mann betäubt, dann erschlagen.

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Es ist der Auftakt zu einer neuen Freitagskrimi-Serie im ZDF: „Jenseits der Spree“. Vier Folgen zeigt der Sender ab dieser Woche, jeweils um 20.15 Uhr. Für den Hauptdarsteller Jürgen Vogel alias Heffler folgt die Produktion auf dem Sendeplatz prominenten Vorgängern: „Der Freitagabend-Krimi gehört zur Fernsehgeschichte“, sagte Vogel laut Presseheft. „Das fing für mich mit „Derrick“ an. Damit sind wir ja irgendwie alle groß geworden, zumindest aus meiner Generation. Und danach war es über die letzten Jahre „Der Kriminalist“.“

„Jenseits der Spree“ versucht dabei auch neue Akzente zu setzen: Heffler ist alleinerziehender Vater dreier Töchter. Zum Schutz seines Familienlebens hat er sich aus dem Kriminaldauerdienst zurückgezogen. Aus Personalmangel wird er gebeten, die neue Kommissarin Kay Freund (Seyneb Saleh) zu unterstützen. Sie wird als jung und risikobereit dargestellt, ein Workaholic. Heffler sagt zu, die Mädchen sollen aber nichts davon erfahren. Problematisch, denn immer wieder ruft eine der Töchter an. Die beiden Kommissare indes verstehen sich auf Anhieb überraschend gut – so als würden sie seit Jahren zusammenarbeiten.

Auch filmisch wolle die Serie für Frische sorgen – „durch den noch unverbrauchten Schauplatz Berlin-Köpenick“, erklärte das ZDF. Eine große Arbeiterschicht trifft auf viele Zugezogene aus der ganzen Republik, wie Vogel es beschreibt. „Durch diese Gegebenheiten hat man vielschichtige Möglichkeiten, die Fälle zu erzählen: Man springt zwischen den Welten, den reichen und normalen Leuten, hin und her, und erhält so unterschiedliche Sichtweisen auf Köpenick.“

In der Auftaktfolge „Blutsbande“ geht es unter anderem um einen sterbenskranken ostdeutschen Bauingenieur, der zu DDR-Zeiten „die sozialistischen Brüder in Äthiopien“ beim Bau von Fabriken unterstützte, später dort mit einer eigenen Firma viel Geld machte und – nicht unumstritten – Kunst nach Deutschland schaffte. Seine Pflegerin wirkt übereifrig, versucht ihn abzuschotten.

Das Opfer wiederum hatte vor seinem Tod bei einer Spedition gearbeitet, sich in eine Angestellte verliebt. Die wurde von einem Kollegen belästigt. Liegt auch hier ein Motiv?

Da die Episoden nur eine Stunde dauern, ist das – je nach Sichtweise – vollgepackt und etwas viel Stoff für die kurze Zeit. Oder in erster Linie kurzweilig und kompakt erzählt. Die vier Folgen sind für sich abgeschlossene Kriminalfälle. Die Geschichte der Hauptfiguren entwickelt sich unterdessen weiter. Flankiert werden soll das Ganze in sozialen Netzwerken mit Beiträgen rund um die Familie Heffler.

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